Hassloch RHEINPFALZ Plus Artikel Holiday Park öffnet mit 2500 Besuchern pro Tag

Abenteuer auf der Achterbahn: der Sky Scream.
Abenteuer auf der Achterbahn: der Sky Scream.

Seit Samstag ist der Holiday Park wieder geöffnet, vorerst für 2500 Parkbesucher pro Tag. Bisher sind allerdings nur die Außenbereiche zugänglich, auch das neue „Wickieland“ ist noch geschlossen. Die Klage gegen das Land hat der Park am Freitagnachmittag überraschend zurückgezogen.

Die Sonne wollte noch nicht so richtig mitspielen am Samstag. Aber der guten Laune schon vor den Toren des Holiday Parks in Haßloch tat das keinen Abbruch: Immerhin trockenen Fußes konnten die ersten Parkbesucher in diesem Jahr, viele mit Bollerwagen und Rucksäcken ausgerüstet, sich zur Lautsprechermusik vom Parkplatz auf den Weg zu den Kassen machen. Wer ein Onlineticket ergattert hatte, durfte sich wenigstens auf die Außenbereiche des Parks freuen: Zugelassen sind vorerst 2500 Gäste pro Tag. Auch mit Jahres- oder Bürgerkarte ist der Eintritt möglich.

Für eine Überraschung sorgte, dass der Park die Klage gegen das Land doch wieder zurückgezogen hat. Nach längerem Hin und Her hatte er am vergangenen Montag einen Eilantrag eingereicht: „Wir haben nun endlich konkrete Ansprechpartner bei der Corona-Stabsstellenleitung des Landes“, begründet Bernd Beitz, Verwaltungsleiter des Parks, den Schritt.

Weiter Gleichbehandlung angestrebt

Die vom belgischen Unternehmen Plopsa betriebene Freizeiteinrichtung hat laut Beitz am Freitagnachmittag die mit der Klage betraute Anwaltskanzlei aus Berlin beauftragt, den beim Verwaltungsgericht Neustadt gestellten Eilantrag wieder zurückzunehmen. Die Rechtsanwälte aus der Hauptstadt hatten zuvor im April unter ähnlichen Voraussetzungen die Öffnung des Heide-Parks Soltau/Niedersachsen gerichtlich durchgesetzt. Auch der Holiday Park als Mitglied im Verband Deutscher Freizeitparks und Freizeitunternehmen (VDFU) hatte daraufhin den Klageweg eingeschlagen, nachdem laut Beitz trotz zweimaliger Kontaktaufnahme und einer Fristsetzung im Mai „keine Einigung mit dem Land und kein echter Dialog“ erfolgt war.

Inzwischen hat die rheinland-pfälzische Landesregierung im Zuge der Lockerungen am Dienstag die Öffnung von Freizeitparks wieder erlaubt. Aber: „Es war wohl nicht wirklich klar, dass wir auch Innenbereiche haben, die weiter geschlossen bleiben“, verdeutlicht Beitz. Darum gelte für den Holiday Park auch weiterhin, dass er wie Zoos und Museen behandelt werden will. Diese könnten komplett öffnen, sagt Beitz und ergänzt: „Wir dürfen unser Hygienekonzept nun aber genauer erläutern und mit Fotos der Markierungen und Wege dokumentieren.“ Der Park wolle „einfach gehört werden, und hoffentlich bald auch wieder die Innenbereiche öffnen dürfen.“

Wickieland öffnet erst im Juli

Auch die Maskenpflicht im Freien ist laut Verwaltungsleiter Beitz weiter strittiges Thema: „Da wir nun aber endlich doch ins Gespräch mit dem Land kommen, wollten wir das deutliche Signal setzen, dass man das Ziel bestimmt auch so erreichen kann.“ Das Land habe seinerseits „in Aussicht gestellt, dass Lösungsansätze geprüft“ und diese dann möglicherweise in der neuen Corona-Bekämpfungsverordnung ab 21. Juni umgesetzt würden. Bis dahin könne man die Zeit „sicherlich auch noch überbrücken“, hofft Beitz.

Der neue Themenbereich „Wickieland“, der regulär im März gestartet wäre, kann wegen der Wartezeit erst im Juli öffnen. Durch verzögerte Logistik fehlen laut Holiday Park noch wichtige Elemente. Auch die Begrünungsarbeiten seien verschoben worden. Für die Parkbesucher stehen – bis auf die nach 32 Jahren verkauften Fahrgeschäfte „Wellenhopser“ und „Sturmschiff“ – die gewohnten Attraktionen wie „Expedition GeForce“, „Free Fall Tower“, „Sky Scream“, der 2020 eröffnete „Dino Splash“ sowie Außenattraktionen mit Biene Maja, Tabaluga und anderen Publikumslieblingen bereit. Alle Besucher ab sechs Jahre müssen überall im Park medizinische Masken tragen. Eine Testpflicht besteht nicht. Speisenverzehr im Freien ist möglich, und auch die Shops haben offen.

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Maskenpflicht ist okay“

Die vorläufig noch verringerte Besucherzahl dient laut Beitz auch dazu, dass das Personal wieder proportional aufgestockt werden und sich eingewöhnen kann. Nicht coronakonforme Stände wie das Kinderschminken fallen aus.

Aus Ludwigsburg in der Nähe von Stuttgart ist Familie Minnella am Samstag in den Park gekommen: Die Kinder Leon, Lara und Lisa sind zwischen sechs und neun Jahre alt. „Maskenpflicht auch für die Kinder ist okay, und das Online-Buchen war problemlos“, erzählt Antonio Minnella. Die Familie sei „einfach froh, dass man wieder etwas machen kann“.

Das sieht Familie Sommer aus Karlsruhe ähnlich. Dass der Eintritt genauso viel kostet wie üblicherweise mit allen Attraktionen, sehe man „mit Verständnis“. Dass am Samstag nicht einmal ein Sechstel der sonstigen Besucher da sein darf, betrachtet Ulrike Sommer von zwei Seiten aus: „Für den Park ist es natürlich nicht so toll, für uns gibt es keine gedrängten Warteschlangen.“ Nur einen gedruckten Parkplan vermisst die Familie. „Der war leider nicht innerhalb von vier Tagen machbar und kommt in der nächsten Wochen wieder“, erklärt Verwaltungsleiter Bernd Beitz.

„Alles Weitere im Jahr muss man derzeit auch noch erst abwarten“, ergänzt Beitz. Gemeint sind damit Veranstaltungen wie die „Summer Nights“, alle Shows und Halloween. Die Erhöhung der Ticketpreise um zwei Euro sei „schon im Voraus eingeplant gewesen“, beinhalte aber „keine Extra-Aufschläge wegen Corona“, die „einige Parks oder auch viele Gastrobetriebe“ umgesetzt hätten.

Kurzinfo

Tagestickets müssen auf www.holidaypark.de reserviert werden. Ab dem kommenden Wochenende plant der Park, das Kontingent auf bis zu 5000 pro Tag zu erhöhen.

Spaß für die Kleinen: der Bienchenwirbel im Majaland.
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Mit Bollerwagen und Rucksäcken gerüstet: Besucher am Eingang.
Mit Bollerwagen und Rucksäcken gerüstet: Besucher am Eingang.
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