Kreis Bad Duerkheim Herr der Baustellen, Waffen und Drohnen

Wertvolle Einsatzhelfer: Die Drohnen der Feuerwehr.
Wertvolle Einsatzhelfer: Die Drohnen der Feuerwehr.

« Bad Dürkheim.» Nach den drei ersten Dingen, die Hoffmann für sein erstes Jahr im Amt einfallen, gefragt, kommt zuerst wie aus der Pistole geschossen: „Die Integrierte Gesamtschule Deidesheim-Wachenheim. Das habe ich als großes Problem übernommen, von dem wir wussten, dass wir den Knoten durchschlagen müssen.“ Die Schule braucht dringend mehr Platz. Nun soll Mitte des Jahres endlich der langersehnte Spatenstich zum Ausbau für die Oberstufe anstehen. 17 Millionen Euro kostet das Projekt. Zehn Millionen Euro trägt der Kreis, das ist ungefähr ein Viertel dessen, was in den kommenden drei Jahren in Bildungseinrichtungen investiert wird. Weil viel zu entscheiden und nicht nur nach Verordnungen zu regeln ist, beschäftigt sich Hoffmann gerne mit dem kreiseigenen Bauwesen. „Hier lässt sich die Zukunft des Kreises planen.“ In der soll auch die Tiefgarage an der Kreisverwaltung nutzbar bleiben. Deren Sanierung, die mit insgesamt mehr als vier Millionen Euro veranschlagt ist, beginnt ebenfalls in diesem Jahr. Das Zweite, was dem 46-Jährigen in den Sinn kommt, ist: „Es ist ein verdammt breiter Geschäftsbereich“, der sich von Umweltschutz über Baurecht, Kreisstraßen, Asylfragen und das Thema Sicherheit erstreckt. Knapp 100 Mitarbeiter hat der Kreisbeigeordnete. Vier seiner Leute sind in diesem Jahr zur Kontrolle von Waffenschränken unterwegs, zwei waren es 2018. Wobei es natürlich nicht nur um die Schränke, sondern auch um ihren Inhalt geht. Geprüft wird, ob Waffenbesitzer scharfe Waffen und Munition getrennt voneinander lagern und beides wegschließen. In seinen ersten zwölf Monaten hat Hoffmann für die Feuerwehren im Kreis auch zwei Drohnen für zusammen rund 9000 Euro angeschafft. Sie sollten zum Beispiel helfen, Brandherde, egal ob in engen, schwer einsehbaren Gassen oder im Wald zu lokalisieren. Kaum waren sie da, wurden sie im Rekordsommer 2018 auch schon gebraucht. Sie sind mit Wärmebild- und Dämmerlichtkamera ausgestattet und halten automatisch Sicherheitsabstand, fliegen also nicht gegen Bäume oder Gebäude. Sie können aber auch bei der Vermisstensuche genutzt werden – oder nach der Evakuierung bei der Bombenentschärfung in Gönnheim zum Schutz vor Diebstahl. „Die Drohnen können ja noch fliegen, wenn die Polizei das evakuierte Gebiet auch schon verlassen hat“, berichtet Hoffmann. Das hat übrigens einen sonst nötigen Hubschraubereinsatz vermieden, der pro Stunde 3000 Euro kosten würde. „Da haben sich die Drohnen schon gerechnet.“ Derzeit sind die beiden Drohnen in Deidesheim und bei der Feuerwehr der Verbandsgemeinde Leininger Land stationiert. Eine dritte könnte gekauft und in Lambrecht bereitgestellt werden. „Nichts, außer Schutzkleidung und Stiefel, bringt der Feuerwehr mit so wenig Geld so viel Nutzen“, ist Hoffmann von den Drohnen überzeugt. Gedanke Nummer drei: Der Perspektivwechsel. Hoffmann war zuvor Referatsleiter für politische Planung und Analyse in der Staatskanzlei der hessischen Landesregierung. „Also eher mittlere Führungsebene. Jetzt mit dem Sprung an die Spitze des Geschäftsbereichs der Verwaltung mit viel Verantwortung – das hat schon eine besondere Dimension.“ Er sei dieser Aufgabe mit „großem Respekt begegnet“. Den Amtsantritt hat der gebürtige Ebertsheimer, der mit seiner Familie in Ungstein wohnt, aber nie bereut. Ob er etwas anders gemacht hätte? „Ich bin niemand, der Entscheidungen alleine im stillen Kämmerlein trifft“, sagt Hoffmann. „Problemstellungen werden mit Fachleuten diskutiert und ich erinnere mich an kein Thema, an dem wir gegen Experten entschieden hätten.“

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