Nachklapp RHEINPFALZ Plus Artikel Haßloch: Bei Aufforstung können alle mithelfen

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Aufforstung: Ran an die Arbeit

Wie schnell wächst eigentlich ein Wald? Eigentlich müssten wir das ja Nils Nager fragen, der ist ja sozusagen vom Fach. Anlass ist eine Aktion, die sich der Forstzweckverband für das Haßlocher Waldgebiet „Streitert“ südlich der Obermühle ausgedacht hat. Die trockenen Sommer 2018 und 2019 haben dort nämlich für massive Schäden gesorgt. Viele Bäume mussten gefällt werden. Die kahle Fläche wird jetzt wiederaufgeforstet, und zwar unter Mithilfe von naturverbundenen Bürgern. Vereine, Gruppen, Schulklassen: Alle können dabei mithelfen.

Gepflanzt werden unter anderem Roteichen, Silberlinden, Wildkirschen und Esskastanien – alles Laubbäume, die trockene und heißer werdende Sommer besser trotzen sollen als die Kiefern, von denen allzu viele das sich verändernde Klima nicht vertragen haben.

Um auf die Ausgangsfrage zurückzukommen: Fachleute erklären, dass die Bäume höchst unterschiedlich schnell wachsen. Eichen zum Beispiel legen in den ersten vier, fünf Jahren ein ordentliches Tempo vor und können in dieser Zeit zwei Meter Höhe erreichen. Aber mit zunehmenden Alter wachsen sie immer langsamer, und wenn sie mal 100 oder 200 Jahre stehen, strecken sie sich gerade mal noch ein paar Millimeter im Jahr. So gesehen, hätte man sich im „Streitert“ für den tropische Balsabaum entscheiden müssen, um die kahle Fläche im „Streitert“ möglichst schnell wieder in ein Wäldchen zu verwandeln. Aber noch ist ja zum Glück der Klimawandel noch nicht so weit fortgeschritten, dass sich der Baum aus dem Regenwald auch bei uns wohl fühlen würde.

Stadtrechte: Warten auf 2045

Verglichen mit der derzeit voranschreitenden Erwärmung der Erde waren die so genannten Warmzeiten im Mittelalter wohl eher gemäßigt. Wie wir jetzt aufs Mittelalter kommen? Ein kleiner Absatz in einem Bericht vom Mittwoch hat uns zurück ins Jahr 1395 geführt. Historisch interessierte Leser aus Deidesheim wissen jetzt schon, von was die Rede ist: Von der Verleihung der Stadtrechte. Deidesheim erhielt diese Rechte, die im Mittelalter eine große Rolle spielten, vor 625 Jahren. Und zwar von König Wenzel aus dem Geschlecht der Luxemburger, der damals gleichzeitig römisch-deutscher König und König von Böhmen war. Deshalb fand die Verleihung auch auf dem Hradschin in Prag statt. Ohne Zweifel also ein besonderes Ereignis. Und noch dazu an einem besonderen Tag, nämlich am 14. Februar.

Dieser Tag gilt bekanntlich als Tag der Liebe, und auch das hat Gründe, die weit in die Vergangenheit zurückreichen, noch weiter als die Stadtrechte Deidesheims. Der Heilige Valentin war ein Bischof im italienischen Terni, der im dritten Jahrhundert lebte und Verliebte traute, die nach damaligem kaiserlichen Befehl unverheiratet bleiben mussten.Welch ein Datum also, dieser 14. Februar 2020. Prallvoll mit Weltgeschichte.

Und doch: Er verging fast unbemerkt. Einen Jubiläumsakt zu 625 Jahren Stadtrechte wird es nicht geben, sagte Stadtbürgermeister Manfred Dörr. Die Stadt habe einfach im vergangenen Jahr zu viel mit Jubiläen zu tun gehabt. 525 Jahre Stiftung Bürgerspital, 100 Jahre „Zum Weinberg“, 20 Jahre Partnerschaft mit Tihany und so weiter. Irgendwann ist dann mal gut mit Jubiläen.

Was die Stadtrechte Deidesheims angeht, so haben die Jüngeren von uns im Jahr 2045 noch eine Chance zu feiern. Dann sind 650 Jahre seit jenem 14. Februar auf dem Hradschin vergangen. Das ist dann wirklich eine runde Sache. Und die Veranstalter werden sich freuen, dass der Historiker Berthold Schnabel schon anno 2020 fleißig recherchiert hat, was auf dem Hradschin genau passierte. Wie bis dahin das Wetter ist, wollen wir lieber gar nicht wissen.

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