Kreis Bad Duerkheim RHEINPFALZ Plus Artikel Haßloch: Ärger über defekte Toilettenanlage am Bahnhof

Seit geraumer Zeit außer Betrieb: die Toilettenanlage am Bahnhof.
Seit geraumer Zeit außer Betrieb: die Toilettenanlage am Bahnhof.

Zugreisende, die am Bahnhof bei der Ankunft oder vor der Abfahrt ein dringendes Bedürfnis plagt, haben seit geraumer Zeit ein Problem. Dass die Toilettenanlage nach wie vor außer Betrieb ist, erzürnt viele. Die Gemeinde hat im Rahmen des Förderprogramms „Tourismus für alle“ einen Zuschussantrag für eine barrierefreie Toilettenanlage gestellt. Ob und wann eine Förderzusage kommt, ist noch nicht klar.

Hans Bendel, bis zum Sommer für die SPD Mitglied des Gemeinderats, hat sich an die RHEINPFALZ gewandt. Bei der ersten Abendbegehung von Verwaltung und Polizei mit Bürgern im Bahnhofsbereich sei davon die Rede gewesen, die Situation im Umfeld zu verbessern und das Sicherheitsgefühl der Bürger zu erhöhen. Dazu passe nicht, dass die Toilettenanlage seit längerer Zeit nicht benutzbar sei, weil der Eingang zugeschraubt sei, sagt Bendel. Wenn die Anlage nicht mehr benötigt werde, könne man sie entfernen und so auch Geld sparen. Das Thema „Toilettenanlage“ habe in der Vergangenheit bereits mehrmals die politischen Gremien beschäftigt.

Die 1998 errichtete öffentliche Toilettenanlage am Bahnhof, die mit dem Kauf des Grundstücks von der DB Immobilien GmbH in das Eigentum der Gemeinde überging, ist seit mehreren Jahren nicht benutzbar, „da die Türsteuerung defekt ist“. Das war die Begründung, als die WC-Anlage 2016 zum letzten Mal Thema im Bau-, Verkehrs- und Entwicklungsausschuss war. Eine grundhafte Sanierung der Anlage wurde damals zurückgestellt, weil Alternativen geprüft werden sollten.

Bisheriger Standort soll beibehalten werden

Auf Anfrage der RHEINPFALZ teilte der Pressesprecher der Gemeindeverwaltung, Marcel Roßmann, mit, dass sich die Gemeindeverwaltung eine Förderung für eine neue Toilettenanlage im Rahmen des Landesprogramms „Tourismus für Alle“ erhoffe. Der Landkreis Bad Dürkheim sei hier gemeinsam mit der Stadt Neustadt eine von zehn Modellregionen in ganz Rheinland-Pfalz. Das bis 2020 laufende Projekt soll zunächst mit dem Teilprojekt „Barrierefreies Radwegenetz“ starten. Kommunen in den Modellregionen können für barrierefreie Projekte vor Ort Fördermittel aus dem EFRE-Strukturfonds (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung) erhalten. Die Modellregionen erhalten eine Förderung von bis zu 85 Prozent der Kosten. Neben den barrierefreien Radwegen können auch andere Maßnahmen für Barrierefreiheit beim Zugang zu Rastplätzen, zu öffentlichen Einrichtungen, aber auch beispielsweise zu Gaststätten gefördert werden.

Darunter falle auch die Einrichtung einer barrierefreien Toilettenanlage, sagte Roßmann. Die Gemeinde, so die Aussage von Wolfgang Jünger, Fachbereichsleiter Bauen und Umwelt, hat einen entsprechenden Zuwendungsantrag erarbeitet und diesen fristgerecht eingereicht. „Nun warten wir auf Rückmeldung des Zuschussgebers.“

Teil des Zuwendungsantrags sind demnach ein Lageplan sowie zwei Angebote, die sich die Gemeinde zur Errichtung einer Toilettenanlage am Bahnhof eingeholt hat. Diese sehen vor, dass die Anlage barrierefrei zugänglich ist und etwas größer werden soll als die bisherige Anlage. Auch die Reinigung soll zum Teil automatisiert erfolgen. Der bisherige Standort soll beibehalten werden.

Die Gemeindeverwaltung sehe „durchaus Chancen, im Rahmen des Programms einen positiven Förderbescheid zu erhalten“. Schließlich sei der Bahnhof für alle ankommenden Zugreisenden das Eingangsportal zur Gemeinde und für (Tages-)Touristen Ausgangspunkt für Unternehmungen. Dementsprechend „wäre es nur folgerichtig, dass eine Gemeinde in der Größenordnung von Haßloch eine öffentliche, barrierefreie Toilettenanlage im Bahnhofsbereich vorhalten kann“.

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