Fragen und Antworten
Großkarlbacher Direktwahl: Bislang wenige Briefwähler
Wie läuft die Urnenwahl am Sonntag, 28. Januar, in Großkarlbach ab?
Das Wahllokal befindet sich im Bürgerhaus, dort können die Wahlberechtigten zwischen 8 und 18 Uhr ihre Stimme für den einzigen Bürgermeisterkandidaten Richard Weißmann abgeben oder aber mit Nein stimmen. Nach Schließung des Wahllokals werden die Stimmen umgehend ausgezählt. Jürgen Esser, Büroleiter der Verbandsgemeinde Leiningerland schätzt, dass das etwa 30 bis 45 Minuten dauern wird. Das Wahlergebnis wird noch am selben Abend auf der Internetseite der Verbandsgemeinde (www.vg-l.de) ausgewiesen. Weißmann ist gewählt, wenn er mindestens 50 Prozent der abgegebenen Stimmen plus eine weitere Stimme erhalten hat.
Die Großkarlbacher konnten und können schon vorher abstimmen. Wie viele der 958 Wahlberechtigten haben schon Briefwahl beantragt?
Nach Auskunft von Esser haben bis Mittwoch 167 Personen die Briefwahlunterlagen angefordert. Dies sei ein niedriger Wert für die Briefwahlbeteiligung. Das spricht aber nicht unbedingt für eine insgesamt geringe Wahlbeteiligung. Vielleicht wollen die meisten Großkarlbacher Wähler am Sonntag einfach nur lieber einen kleinen Spaziergang zum Bürgerhaus machen.
Die Wahl innerhalb der zu Ende gehenden Wahlperiode ist notwendig, weil Ortsbürgermeister Paul Schläfer verstorben ist. Unterstützen SPD, Grüne und CDU den jetzigen Kandidaten der FWG?
Eine regelrechte Wahlempfehlung haben die drei im Gemeinderat vertretenen Parteien nicht ausgesprochen, aber sie wollen auch nicht, dass die Mehrheit der Wähler gegen Weißmann stimmt. Die SPD-Ortsvereinsvorsitzende Nastassja Oberfrank ist der Meinung, dass Weißmann im Fall seiner Wahl unterstützt werden sollte, damit „die Projekte, die wir als Rat bis zur Wahl im Juni angehen oder abschließen möchten, auch verwirklicht werden können“. Er sei ja als Beigeordneter bereits in die Projekte eingebunden gewesen. Ähnlich sieht es der Vorsitzende des CDU-Ortsverbands. „Die Sachen, die unter der FWG angefangen wurden, sollte die FWG auch fertig stellen“, sagt Harry Schreier mit Blick auf die absolute Mehrheit der Freien Wähler im Gemeinderat. Oberfrank appelliert an ihre Mitbürger, zur Wahl zu gehen, auch wenn es nur einen Kandidaten gibt. „Wir sehen gerade an den aktuellen Demonstrationen, wie wichtig es ist, sich für unsere Demokratie stark zu machen“, meint sie. „Und dazu gehört es eben auch, von seinem Wahlrecht Gebrauch zu machen.“ Harry Schreier ist sich „sicher, dass die Großkarlbacher zur Wahl gehen werden“.
Ist zu erwarten, dass es auch am 9. Juni nur einen Bürgermeisterkandidaten geben wird?
Schreier hat im Moment das Gefühl, dass jede der vier politischen Gruppierungen einen Bewerber aufstellen wird. „Die CDU auf jeden Fall“, sagt er. Die SPD scheint unschlüssig zu sein. Oberfrank verweist auf die Mitgliederversammlung mit Listenaufstellung Ende Januar. Dann werde man auch über das Thema Bürgermeisterkandidat sprechen. Winfried Wolff, Fraktionssprecher der Grünen, sagt auf Anfrage: „Ich sehe bei uns momentan niemanden, der das machen würde.“ Die Großkarlbacher Grünen bilden keinen eigenen Ortsverband, sondern gehören zum Verband Leiningerland. Dort fallen die Beschlüsse über Personalfragen wie diese. Richard Weißmann hat gegenüber der RHEINPFALZ bereits deutlich gemacht, dass er nur bis Juni für das Bürgermeisteramt zur Verfügung stehen möchte. Er hofft auf einen jüngeren Bewerber aus den Reihen der Freien Wählergruppe.