Kreis Bad Duerkheim Gewinne den Bach hinunter

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Die Gewinne des Abwasserwerks der Wachenheimer Verbandsgemeinde sind für das Jahr 2013 stark eingebrochen. Statt eines dicken Gewinns von 193.000 Euro im Vorjahr sind für 2013 nur 32.7000 Euro erwirtschaftet worden. Bürgermeister Udo Kittelberger nannte den Einbruch „massiv“. Gründe lägen im geringen Wasserverbrauch der Kunden, aber auch in der Regenmenge und den Unterhaltungskosten für immerhin drei Kläranlagen. Für die Verbraucher bedeutet das mittelfristig eine Gebührenerhöhung.

Als „allgemeinen Trend“ beurteilt Kittelberger das Wassersparen. Spül- und Waschmaschinen kommen mit immer weniger Wasser aus. Moderne Duschköpfe und Toilettenspülungen tun ihr Übriges. Und wo weniger Wasser verbraucht werde, entstehe eben auch weniger Abwasser. In Zahlen hat sich die Schmutzwassermenge in der Verbandsgemeinde im Vorjahresvergleich um 18.000 Kubikmeter verringert. Das entspricht vier Prozent. Ein Vergleich der vergangenen zehn Jahre zeigt: Noch weniger Wasser wurde zuletzt 2008 verbraucht. Für die Verbraucher heißt das, dass sich die seit 15 Jahren unveränderten Gebühren erhöhen werden. Derzeit wird nach Angaben von Kittelberger eine Neukalkulation erstellt. Momentan zahlt ein Einwohner der Verbandsgemeinde Wachenheim 2,10 Euro für den Kubikmeter. Das ist im Vergleich zu Bad Dürkheim etwas mehr – die Kurstädter zahlen nur 1,68 Euro – im Verhältnis zu angrenzenden Verbandsgemeinden aber deutlich weniger. Die Deidesheimer etwa zahlen einen Euro mehr. Schon jetzt erhöht sich die Gebühr für das Abwasser in stehenden Gruben. Wer nicht an das Kanalsystem angeschlossen ist, zahlt statt 11 Euro nun 12,50 Euro für jeden Kubikmeter Abwasser. „Da legen wir drauf“, sagt Kittelberger. „Tatsächlich kostet uns das 15,50 Euro.“ Übergeordnete Stellen würden die Verbandsgemeinden ohnehin anhalten, Abwassergruben überflüssig zu machen. Betroffene Abnehmer wie das Forsthaus Rotsteig oder das Oppauer Haus sollen irgendwann an den Abwasserkanal in der Waldstraße angeschlossen werden. „Das ist kein technisches Wunderwerk“, so Kittelberger. Die Investition koste zwar, sei aber einmalig und spare dann in der Zukunft. „Relativ teuer“ sind nach seinen Worten die drei Kläranlagen der Verbandsgemeinde. Diese stammen aus den 1960- und 1970-er Jahren. Bei einer Prüfung vor sieben Jahren sei ihre Wirtschaftlichkeit zwar festgestellt worden, sie wieder auf den Prüfstand zu stellen, hält Kittelberger aber für sinnvoll. Für das Jahr 2015 stehen beim Abwasserwerk Investitionen von knapp 1,5 Millionen Euro an. Ein Teilstück des Kanals in der Schwetzinger Straße in Wachenheim wird das Werk 220.000 Euro kosten. Die Verlängerung eines Kanals in Ellerstadt schlägt mit 190.000 Euro zu Buche. Der CDU-Fraktion im Verbandsgemeinderat ist das Engagement in den Bereichen Energiewende und Klimaschutz zu gering. Sie hat am Mittwoch den Antrag gestellt, dass das Abwasserwerk und die Verbandsgemeinde an den Förderprogrammen für Stadt- und Gemeindewerke teilnehmen sollen. Die Programme werden von der Pfalzenergie und der rheinland-pfälzischen Energieagentur angeboten. Dabei gehe es um Möglichkeiten der Energieeinsparungen. Laut Fraktionsvorsitzendem Torsten Bechtel hätten die Abwasserwerke im Gegensatz zu den Wachenheimer Stadtwerken noch keine Klimaschutzprojekte realisiert. Die Frist fürs Programm laufe Ende März aus. Geht es nach dem Willen der CDU, soll zumindest ein Projekt erarbeitet werden, dass spätestens 2016 greifen könne. (jpl)

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