Deidesheim
Gesamtschule: Sanierung in vollem Gang
Das Richtfest hätte beim Neubau der Integrierten Gesamtschule Deidesheim-Wachenheim schon vor Monaten angestanden, coronabedingt fiel es aus. Derzeit ist der Innenausbau im vollen Gang. Im März soll das Gebäude bezogen werden, dann geht es an den zweiten und dritten Bauabschnitt . Der Kreis investiert 17 Millionen Euro.
„Wir sind weitgehend im Zeit- und Kostenplan“, sagt Sven Hoffmann (CDU), der für Bauangelegenheiten zuständige Beigeordneter des Kreises – obwohl es immer wieder Probleme wegen des Ausfalls von Firmen gebe, teils pandemiebedingt, teils wegen fehlender Mitarbeiter, teils wegen steigender Baupreise. Sie sei deshalb fast jeden Tag auf der Baustelle gefordert, sagt Petra Krumbacher, Mitarbeiterin der Kreisverwaltung.
In den Sommerferien 2019 wurde als erster Schritt ein Teil des 1968 errichteten Hauptschulgebäudes abgerissen. Im Sommer 2023 soll die Erneuerung des Schulstandorts komplett abgeschlossen sein. Von den drei Schulgebäuden in der Bürgermeister-Oberhettinger-Straße wird dann nur noch der 2005 errichtete Bau auf der Nordseite des Geländes erhalten sein. Dieser soll dann komplett saniert sein.
Schulbetrieb läuft weiter
Während der gesamten Bauphase läuft der Schulbetrieb weiter. Um diesen möglichst wenig zu beeinträchtigen, erfolgte der Abriss des ursprünglichen Hauptschulgebäudes und die Errichtung eines Neubaus an der gleichen Stelle in zwei Etappen. Erst wurde der südöstliche Teil abgerissen und ersetzt, dann der südwestliche.
In dem Gebäude ist derzeit jede Menge los. Es wird gebohrt, geschnitten, gehämmert, gedübelt und gestrichen. Überall liegen Stahlelemente, Holz und andere Baumaterialien, Maschinen und Werkzeuge machen Lärm. Innenwände und Treppen sind inzwischen fertig, Kabel und Leitungen verlegt. Zur technischen Ausstattung gehöre eine Be- und Entlüftungsanlage, betont Hoffmann.
Das Erdgeschoss des Neubaus ist nach Angaben Krumbachers für Schulleitung, Verwaltung, Lehrerzimmer, Mehrzweck- und Gruppenräume vorgesehen. Ein großer Mehrzweckraum liegt in Richtung Innenhof und kann mit diesem durch das Öffnen eines großen Glaselements verbunden werden.
Möglichst offene Gebäude
„Die Offenheit nach draußen ist wichtig“, sagt Hoffmann und ist bei einem seiner Lieblingsthemen: Aus der Hirnforschung wisse man, dass Schüler in möglichst offenen Gebäuden besser lernen. In skandinavischen Ländern werde das beim Bau von Schulgebäuden berücksichtigt, in Deutschland müssten Schulgebäude nach Normen errichtet werden. Sonst gebe es keine Zuschüsse. Diese gibt es auch nicht für „ein zentrales Treppenhaus mit Kletterwänden“, wie Hoffman es gern gehabt hätte. Also wurde ein „normales“ Treppenhaus aus Stahlbeton gebaut.
Zufrieden ist Hoffmann mit den Fluren im ersten und zweiten Obergeschoss. Sie sind an beiden Enden mit großen Fensterflächen ausgestattet. An den Längsseiten sind nicht nur die Klassen- und Differenzierungsräume, es gibt auch mehrere Durchbrüche, die an der Außenseite durch Glas begrenzt sind. „Das sind Rückzugsmöglichkeiten für die Schüler, hier können sie ihre Gedanken mit dem Blick nach draußen fliegen lassen“, schwärmt der Baudezernent.
„Hinter der Farbgebung des Gebäudes steht ein Gedanke“, verweist Hoffmann auf einen weiteren Aspekt, der ihm wichtig ist. Sowohl im Inneren des Gebäudes als auch an der Außenfassade gelte das Prinzip „bunt zu unbunt“. „Bunt“ ist in diesem Fall ein „aktivierendes Gelb“, wie Hoffmann sagt, „unbunt“ der nackte Beton.
Die Schüler werden derzeit in Containern unterrichtet. Im Frühjahr sollen sie in den Neubau umziehen. Dann soll auch ein Teil der Außenanlage angelegt werden, sagt Krumbacher. Wahrscheinlich im April wird der Zwischenbau abgerissen, der den Altbau mit dem 2005 errichteten Gebäude verbunden hat. Der Backsteinbau soll einem transparenten Brückenbau aus Glas weichen, der in der zweiten Hälfte des Jahres fertig werden soll. Als dritter Bauabschnitt steht die Sanierung des Gebäudes aus dem Jahr 2005 an, in dem vor allem Fachräume sind.