Kreis Bad Duerkheim Genuss für guten Zweck

Die vom Förderkreis zur Erhaltung der Ruine Wachtenburg neu ins Leben gerufene „Burg- und Weinmeile Wachenheim“ machte die gestrige Benefizwanderung zu einem besonderen Erlebnis. Die beteiligten Wachenheimer Weingüter, Gastronomen und befreundeten Vereine hatten alle Hände voll zu tun.
„Die Wachteburg – am Haardesrand, schtolz guggt’se naus – in’s Pfälzer Land“. Mundartdichter Paul Tremmel hat schon vor Jahren in einem Gedicht sein „Kindheitserlebnis“ beschrieben, als der Turm der Wachtenburg ihm seine Geschichte erzählt hat. Um die Burgruine zu erhalten, hat sich der Förderkreis zu seinem 30-jährigen Bestehen mit der Burg- und Weinmeile wieder etwas Neues einfallen lassen. Eigentlich etwas Einfaches. Es orientiert sich an den Grundbedürfnissen des echten Pfälzers. Wandern durch die geliebten Weinberge, kulinarische Genüsse für den Magen, einen edlen Tropfen, ausgeschenkt von renommierten Weingütern aus Wachenheim und Umgebung, in einem stilvollen Glas mit dem Wappen des Förderkreises. Auf der etwa vier Kilometer langen Wanderroute gab es alle 400 Meter mit dem „Ticket zur Weinmeile“ drei Weine zur Auswahl und Apfelsaft für die Kleinen. Als solide Grundlage Saumagenburger, Carpaccio vom Kalb, Paella mit kleinen Gamben und andere leckere Gerichte. Das Wetter war ideal. Auch Weinhoheiten fehlten nicht: Die pfälzische Weinprinzessin Marie-Joelle sowie die Weinprinzessin Luisa I. von Friedelsheim/Gönnheim bereicherten die Festivität. Die im 9. bis 11. Jahrhundert erbaute Burg ist 1984 durch Schenkung des Weingutes Bürklin-Wolf in städtischen Besitz übergegangen. Die Sanierung der Ruine übernimmt der Förderverein zu einem Drittel. „Erwirtschaftet haben wir in den 30 Jahren schon knapp 1,9 Millionen Euro“, erzählte Dieter Weilacher, seit 20 Jahren Erster Vorsitzender des Vereins. Die Gelder kommen aus den Beiträgen der 860 Mitglieder, der Verpachtung der durch vereinseigene Handwerker selbstgebauten Burgschänke, der Burgfeste und der vielen anderen Aktivitäten. Die Wein- und Burgmeile wurde gut angenommen. Viele Familien, viele Radler, auch aus dem Hunsrück und der Schweiz, waren gekommen. Auch die französischen Freunde aus der Partnerstadt Cuisery verabschieden sich nicht von ihren Gastfamilien, bevor sie diesen gaumenverwöhnenden Rundgang erlebt hatten. Das beim Fest eingenommene Geld soll in den Erhalt von Mauern fließen, die bei vergangenen Sanierungsmaßnahmen freigelegt wurden. Was der Turm der Wachtenburg bei solchem Engagement empfindet, hat er ebenfalls durch Paul Tremmel ausrichten lassen: „Ach frääd er sich – der Borsch- der ald, dass er net reschtlos zammefallt, dass Leit gibt – und zwar eier Zunft, die ihn erhalt – weil des Vernunft.“ Wer gestern genau hinsah, hat mitbekommen, als der Turm blitzschnell Richtung Tremmel geblinzelt hat ... (brä)