Lindenberg
Generationenweg soll Wissen über frühere Zeiten bewahren
In Gesprächen mit älteren Bürgern erfahre man immer wieder Interessantes über Lindenberg und über frühere Zeiten, berichtet Mehl. Zwar sei einiges an Informationen über die Geschichte des Dorfes erhalten, „doch viel Wissen ist unwiederbringlich verloren gegangen“, bedauert Mehl. Bei einem Stammtisch seien Mitglieder der SPD auf eine Idee gekommen, wie man dazu beitragen kann, dass wenigstens das noch vorhandene Wissen erhalten bleibt.
Dabei soll moderne digitale Technik eingesetzt werden. In Gesprächen mit Lindenbergern sollen Informationen gesammelt werden, etwa über Ereignisse in früheren Jahrzehnten, über die Geschichte von Gebäuden und über besondere Stellen in der Natur, erklärt Mehl. Diese Informationen würden dann schriftlich zusammengefasst und auf die Homepage der Lindenberger SPD gestellt. Außerdem sollen sie mit QR-Codes über das Smartphone abrufbar sein.
QR-Codes an interessanten Stationen geplant
Geplant sei, dass an Gebäuden im Ort oder an Standorten in der Gemarkung, über die Informationen vorhanden sind, QR-Codes angebracht werden, erklärt Mehl. Bei einem Spaziergang könne man an den Stellen, an denen sich QR-Codes befinden, die zu diesen Standorten gehörenden Informationen erhalten. So entstehe ein Weg, der als Generationenweg sowohl für Lindenberger Bürger als auch für Besucher attraktiv sei. „Eltern können mit ihren Kindern entlang der Stationen spazieren gehen, und die ganze Familie kann unterwegs etwas über Lindenberg erfahren“, sagt Mehl. Auch für Wanderer könne so ein Weg interessant sein. Wer kein Smartphone hat oder wem es nicht möglich ist, zu den verschiedenen Standorten zu laufen, könne die Informationen in Verbindung mit Fotos auf der Homepage der SPD erhalten.
Loblocher danken König Ludwig I. von Bayern
Mit dem Loblochstein hat die SPD ihre Aktion gestartet. Der Gedenkstein, der westlich von Lindenberg in der Nähe des Dörrentals im Wald steht, gehört eigentlich den Loblochern. Der inzwischen verstorbene Gimmeldinger Heimatforscher Alfred Sitzmann hat sich mit der Geschichte des Steins befasst. Die Bewohner des einst selbstständigen Orts Lobloch, der 1750 Gimmeldingen „einverleibt“ wurde, hatten den Stein 1839 gespendet. Hintergrund war, dass die Loblocher den Wald der Gimmeldinger nicht nutzen durften. 1839 erlaubte ihnen König Ludwig I. von Bayern, eine 96 Hektar große Fläche des bayrischen Staatswalds westlich von Lindenberg zu kaufen. Zum Dank stellten die Loblocher in ihrem Wald einen Gedenkstein an König Ludwig I. auf – nachdem der König auch das erlaubt hatte.
Der Lindenberger Gerald Lehmann hatte vor einigen Jahren ein Hinweisschild mit diesen Informationen am Loblochstein angebracht. Dieses Schild sei beschädigt gewesen, berichtet Mehl. Mitglieder der SPD hätten es in Ordnung gebracht, außerdem einen QR-Code angebracht und den zugewachsenen Fußweg von der Lambrechter Straße zum Loblochstein freigeschnitten.
Nach Angaben von Mehl ist das Anbringen von QR-Codes an weiteren Standorten bereits in Vorbereitung. Umgesetzt werden könnten diese Ideen erst, wenn Treffen wieder leichter möglich sind.