Deidesheim / Maikammer / Hassloch RHEINPFALZ Plus Artikel Gemischte Gefühle vor Wiedereröffnung ab 13. Mai

Wenn die Restaurants ab 13. Mai wieder öffnen dürfen, müssen die Gäste vorher reservieren.
Wenn die Restaurants ab 13. Mai wieder öffnen dürfen, müssen die Gäste vorher reservieren.

Nach gut sieben Wochen dürfen am 13. Mai die Restaurants wieder öffnen, allerdings unter Auflagen. Hat die Ankündigung in der Gastronomie Aufbruchstimmung ausgelöst? Meinungen dazu aus Deidesheim, Maikammer und Haßloch.

Marie-Luise Hahn, Chefin im Deidesheimer Hof, will jetzt nach vorne gucken. „Wir sind voll motiviert und freuen uns, dass wir durchstarten können“, betont sie. Bis zur Eröffnung müsse allerdings noch einiges erledigt werden. Die Tische werden weiter auseinandergerückt, und einige Räume umgenutzt. „Gott sei Dank haben wir viele“, sagt Hahn. Wie viele Gäste genau die Restaurants im Deidesheimer Hof bedienen können, kann sie noch nicht sagen. Doch im Durchschnitt rechnet sie mit etwa der Hälfte der Gäste, die normalerweise kommen können. „Wirtschaftlich ist das alles sehr schwierig“, sagt sie. Schließlich liegen Wochen ohne Umsatz hinter dem Betrieb.

Mit Abholservice über die Runden gekommen

Anders ist die Situation für kleine Familienbetriebe mit wenigen Angestellten. So hat sich beispielsweise Barbara Piccoli vom „Mare Blu“ in Haßloch mit einem Abholservice über die vergangenen sieben Wochen gerettet. Damit konnte sie keine großen Sprünge machen, aber das Schlimmste verhindern. Dass sie jetzt wieder öffnen kann, löst bei ihr gemischte Gefühle aus. Denn sie glaubt nicht, dass der große Ansturm kommt. Viele Menschen hätten sicherlich zu viel Angst, um essen zu gehen. Außerdem könne sie ohnehin nur etwa jeden zweiten Tisch besetzen. Gleichzeitig seien aber eine Reihe von Auflagen umzusetzen. Ihren Abholservice will Piccoli auf jeden Fall beibehalten. „Ich bin eine Kämpfernatur“, sagt sie.

Gerichte in Einmachgläsern

Die Dorfchronik in Maikammer hatte sich gegen einen Abholservice entschieden, dafür aber ein anderes Konzept entwickelt. Der Betrieb füllt etliche seiner Gerichte zum Verkauf in Einmachgläser ab, so dass sie eine Weile haltbar sind – so wie einst zu Großmutters Zeiten. Auf die Gläser erhebt sie Pfand, die Kunden können sie wieder zurückbringen. „Mit diesem Konzept können wir die Küche gleichmäßig auslasten, außerdem ist es nachhaltig“, erklärt Inhaberin Marion Schwaab. Sie will an dem Angebot auf jeden Falll festhalten, auch wenn sie das Restaurant wieder öffnet. Was bei ihr am Freitag, 15. Mai, der Fall sein wird. Viele Stammgäste hätten schon nachgefragt, wann es endlich so weit sei.

Wie die Auflagen für die Restaurants genau aussehen werden, werden die Betriebe noch erfahren. Deidesheims Stadtbürgermeister Manfred Dörr erklärte am Donnerstag auf Anfrage, dass die Einzelheiten in Verordnungen festgehalten würden, die „von oben“ über den Kreis an die Kommunen und die Betriebe gingen. Letztlich müsse aber jeder Betrieb mit Blick auf die Gegebenheiten vor Ort schauen, wie er die Hygieneregeln umsetzen kann.

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