Kreis Bad Duerkheim Ganz ohne Frauen ging es nicht

Die eigentlich gesperrte Ruine Meistersel bei Ramberg ist Ziel der Exkursion am Freitag.
Die eigentlich gesperrte Ruine Meistersel bei Ramberg ist Ziel der Exkursion am Freitag.

Die Burg Meistersel bei Ramberg, der Trifels und das Elsass sind in diesem Jahr besondere Schwerpunkte beim „Pfälzischen Burgensymposium“, das am Freitag und Samstag zum zweiten Mal nach 2016 im Mußbacher Herrenhof stattfindet.

Wie immer werden dazu wieder zahlreiche Historiker, Archäologen und Bauforscher, aber auch viele interessierte Laien aus der ganzen Pfalz und benachbarten Regionen an der Weinstraße erwartet. Die Exkursion, die die Tagung am Freitag, 1. September, um 14.30 Uhr quasi inoffiziell eröffnet, führt dabei zur Ruine Meistersel, den Resten einer Felsenburg über dem Modenbachtal, die sich seit etwa zehn Jahren in Landesbesitz befindet und derzeit aufwendig gesichert wird. Die Exkursionsteilnehmer bekommen dabei die Gelegenheit zu einer exklusiven Führung mit dem freiberuflichen Archäologen Christoph Schaufert (Neunkirchen), der die aktuell für die Öffentlichkeit gesperrte Burg im Auftrag des Landes archäologisch und bauhistorisch untersucht hat und nun vor Ort seine Erkenntnisse vorstellen wird. Wer keine Lust auf diese Wanderung hat, kann aber auch Schauferts Vortrag zum gleichen Thema am Samstag, 2. September, 16.05 Uhr, im Herrenhof abwarten. Im Eröffnungsvortrag am Freitag um 19.30 Uhr widmet sich die Historikerin Sabine Klapp, seit 2016 Leiterin des Instituts für pfälzische Geschichte und Volkskunde in Kaiserslautern, unter dem Titel „Burgherrin und Frauenzimmer“ einem Thema, das in der männerdominierten Welt der Burgenforschung lange etwas vernachlässigt wurde: dem Leben adliger Frauen auf spätmittelalterlichen Burgen, wie es uns aus den Quellen der Zeit entgegentritt. Zwei Themen aus dem lothringisch-elsässischen Raum, der im Mittelalter kulturell eine Einheit mit der Pfalz bildete, eröffnen die Vorträge am Samstagmorgen. Der Burgenforscher Ulrich Burkhart aus Kaiserslautern spricht um 9.30 Uhr über das Zisterzienserkloster Stürzelbronn im Beziehungsnetz des benachbarten Adels und René Kill aus Saverne ab 10.15 Uhr über die Burg Schoeneck bei Dambach, die als eine der besterhaltenen Burgruinen der Nordvogesen gilt. Eine ähnliche Themenkonzentration gibt es auch noch einmal am Nachmittag, wenn der freiberufliche Historiker Alexander Thon aus Lahnstein um 14.25 Uhr seine Thesen zur Gefangenschaft des englischen Königs Richard Löwenherz auf der Burg Trifels im Jahr 1193 vorträgt, die demnach wesentlich länger gedauert hat, als bisher vermutet, und Stefan Hirschmann (Köln) die mittelalterlichen Befestigungen rund um den Trifels in den Blick nimmt. Einem ganz anderen Sujet widmet sich dazwischen, um 11.30 Uhr, der in Heidelberg lebende US-Forscher Aaron Pattee: der digitalen Aufnahme von Burgruinen rund um Kaiserslautern mit neuen hochauflöslichen Aufmessverfahren auch aus der Luft. Noch Fragen? Das Burgensymposium wird am Freitag, 1. September, 19 Uhr, im Festsaal des Mußbacher Herrenhofs eröffnet und endet am Samstag, 2. September, gegen 17 Uhr. Der Eintritt ist frei. Anmeldung und weitere Auskünfte unter j.keddigkeit@institut-bv-pfalz.de, spiess@jura.uni-mannheim.de oder stefan.ulrich2@stadt-nw.de.

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