Kreis Bad Duerkheim „Ganz besondere Raritäten“

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Einen großen Artenreichtum im Dürkheimer Bruch, auch an durchaus seltenen Vögeln, listet das Gutachten der Umweltberatungsfirma ERM auf, die im Auftrag der BASF mit der Deponiesanierung am Bruchhübel befasst ist (zuletzt berichtet am 27. Februar). Wir befragten den Vogelexperten Dieter Raudszus, Vorsitzender der Dürkheimer Pollichia-Ortsgruppe, zum Lebensraum Bruch und zu möglichen Beeinträchtigungen durch die Sanierungsmaßnahmen.

Herr Raudszus, können Sie aufgrund Ihrer eigenen regelmäßigen Beobachtungen bestätigen, dass im Bruch derart viele und seltene Arten leben?

Auf jeden Fall. Die ERM-Liste ist ein eindeutiger Beleg dafür, dass das Landschaftsschutzgebiet Dürkheimer Bruch auch ganz besondere Raritäten beherbergt. Hier werden während der Brutzeit Vögel nachgewiesen, die anderswo längst verschwunden sind. Auch listet das Gutachten ein großes Vorkommen mehrerer Reptilienarten auf. Um welche Arten handelt es sich zum Beispiel? In der Vogelwelt finden wir hier die hochgradig gefährdete Grauammer und den Gelbspötter, der ebenfalls auf der Roten Liste ganz oben steht. Das gilt auch für den Wiedehopf und die Turteltaube. Auch der seltene Wendehals und Pirol leben im Landschaftsschutzgebiet. Fast alle dieser Arten brauchen ältere Baumbestände im Bruch, wo Höhlenbewohner Nisthöhlen finden. Es ist also mit gutem Grund als Europäisches Vogelschutzgebiet ausgewiesen. Leider stellen wir aber auch hier Bestandsrückgänge fest. So haben wir im Bruch noch etwa sieben Grauammer-Paare und nur noch ein bis zwei Gelbspötter-Paare. Das bedeutet, dass jeder, der hier eingreift, eine riesige Verantwortung trägt. Welche Punkte im Gutachten sehen Sie eher kritisch? Man setzt stark auf Vergrämung, also darauf, Vögel aus dem betroffenen Sanierungsgebiet durch Abschreckungsmaßnahmen fernzuhalten. Stattdessen wäre ein Biotopausgleich schon im Vorfeld die bessere Alternative. Korridore und Ausweichbiotope könnten jetzt geschaffen werden. Genügen aus Ihrer Sicht die beabsichtigten Ausgleichsmaßnahmen? Da bleibt das Gutachten an mehreren Stellen eher vage. So kann beim Punkt Baumpflanzungen das Setzen junger Bäume für längere Zeit keinen Ersatz bieten. Denn die bedrohten Vogelarten sind auf große, alte Bäume angewiesen. Höhlenreiches Altholz wird immer seltener und sollte nicht beseitigt werden. Das Gutachten vermerkt, dass das Vorhaben verträglich im Sinne der FFH-Richtlinie sei. Daran werden sich die Ausführenden messen lassen müssen. Zur Sache Laut Gutachten im Bruch nachgewiesen sind neben den von Raudszus genannten Vogelarten Grauammer, Gelbtöter, Wiedehopf, Turteltaube, Wendehals und Pirol noch Gartenrotschwanz, Bluthänfling, Klappergrasmücke, Kuckuck und Neuntöter. An Reptilien kommen Blindschleiche, Mauer- sowie Zauneidechse vor. Fledermausarten sind nicht gelistet.

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