Hassloch
G. Wegener GmbH: Druck machen auch in der Krise
Ob eine neue Druckluftstation entsteht oder Probleme mit einer vorhandenen gelöst werden müssen: „Unsere Kunden brauchen uns auch in der Corona-Zeit sofort“, sagt Torsten Niegl. Der 53-Jährige ist Geschäftsführer bei der G. Wegener GmbH in Haßloch, ebenso wie Namensgeber Gerhard Wegener, der seinen Familienbetrieb 1994 als Büro in einem Wohnhauskeller gegründet hat. Nachdem das Unternehmen seine Büro- und Lagerfläche in Fußgönheim nach nur kurzer Zeit stark vergrößert hatte, standen 2017 der Neubau und der Umzug nach Haßloch ins Gewerbegebiet Nord an, wo seitdem 450 Quadratmeter Büro- und über 1100 Quadratmeter Lagerfläche von 28 Mitarbeitern genutzt werden.
„Vielleicht der einzige Job, bei dem Kunden sich freuen, wenn Sie Druck machen“: So beschreibt das Unternehmen die Arbeit seiner Leute augenzwinkernd auf der eigenen Homepage. „In so vielen Bereichen wird mit pneumatischen Einrichtungen gearbeitet“, erläutert Torsten Niegl, der seit 23 Jahren im Unternehmen tätig ist. Viele Förderbänder würden auf diese Weise betrieben. Die Palette reiche von Weinpressen bis zu Anlagen von Lebensmittelherstellern oder Chemiekonzernen wie der BASF. Die Kunden kommen laut dem Geschäftsführer aus der Rhein-Neckar-Region, vor allem aus Ludwigshafen und Mannheim. Ein Online-Shop und ein 24-Stunden-Notdienst gehören ebenfalls dazu.
Bisher ohne Kurzarbeit durchgekommen
Torsten Niegl kann daher über das nicht einfache „Corona-Jahr“ 2020 sagen: „Arbeit für uns war da, auch wenn wir natürlich so nicht ganz an die üblichen Umsätze herankommen.“ Trotzdem sei das Team immer für die Kunden bereit gewesen, „wenn ein Problem auftrat, das gelöst werden musste“. Außerdem ist der Geschäftsführer froh, dass die anfangs befürchtete Kurzarbeit doch nicht zum Tragen kam. „Wir haben also unsere Mitarbeiter durchgehend voll bezahlt“, sagt er – und ist beruflich darüber froh, „dass es in unserer Branche trotz allem immer weitergeht“.
Im ersten Lockdown im Frühjahr wurden die Mitarbeiter der G. Wegener GmbH in zwei Schichten eingeteilt. „Etwa vier Wochen lang haben wir alle drei Tage gewechselt“, erinnert sich Niegl. Dann habe sich die Organisation wieder annähernd normalisiert. Erkrankungen oder Teams in Quarantäne habe es zum Glück nicht gegeben.
Aber auch schon damals hätten die Kunden genauso viel Hilfe gebraucht wie ohne Lockdown: „Darunter sind auch viele systemrelevante Unternehmen wie etwa Energieversorger.“ In den Firmen zum Termin angemeldet, kann ein Techniker laut Niegl meist allein im Kompressorraum arbeiten. Zum Tragen der schweren Vorrichtungen müssten ab und zu auch zwei Kollegen gemeinsam zum Kunden fahren. Mund-Nasen-Schutz sei durchgehend Pflicht. Und auch am heimischen Firmensitz habe man HEPA-14-Filter als Hochleistungs-Luftreiniger im Großraumbüro genutzt – alles Ausgaben, mit denen zu Beginn des Jahres 2020 noch niemand gerechnet habe.
Umstellung beim Abstandhalten
Die Umstellungen auf der Arbeit wegen der neuen, coronabedingten Vorsichtsmaßnahmen waren und sind nicht leicht für die Mitarbeiter. „Wir sind trotz unserer Größe ein Familienbetrieb, wo sozusagen noch jeder alles können muss“, so Niegl. „Und wir haben außerdem ein relativ großes Ersatzteillager.“ Da sei es mit dem Abstandhalten zwischen den einzelnen Teams schon eine klare Umstellung: „Wenn man etwa ein Teil sucht und nicht mal kurz den Kopf ins Büro stecken kann, um ganz schnell nachzufragen.“
Eine in der Firma Wegener noch ausstehende, technische Umrüstung von Berichten in Papierform auf elektronische Erfassungsgeräte hatte der im Juni 2019 nach längerer Krankheit verstorbene zweite Geschäftsführer Michael Wegener schon länger geplant. Diese Umstellung ist laut Torsten Niegl „aber sehr umfassend und nicht einfach so und fertig von der Stange zu haben“. Sie soll daher, unabhängig von der anstrengenden Pandemie-Zeit, bald fortgesetzt werden. Zudem wünscht sich Niegl in Sachen schnelleres Internet und Telefon „endlich die lang ersehnte gute Anbindung ans Glasfaserkabel“, da momentan noch sechs bis sieben Leute einen regulären DSL-Anschluss gemeinsam nutzen müssten.