Deidesheim
Flüchtlingshilfe: Verein sucht noch weitere Helfer
Der Verein wurde 2016 gegründet und hat rund hundert Mitwirkende. Unterstützt wird der Verein auch von der Verbandsgemeindeverwaltung. Die Helfer vermitteln Kinder in Schulen und Kindergärten sowie junge Menschen in Ausbildungs- und Arbeitsverhältnisse. In einigen Fällen konnten sie sogar Wohnraum für Familien und Einzelpersonen finden. Doch die Wohnungssuche für anerkannte Flüchtlinge sei „leider immer noch sehr schwierig“, erklärt Bücker. Viele benötigten im Umgang mit Behörden, Schulen, Arbeitgebern und anderen Bereichen des täglichen Lebens jedoch nach wie vor Betreuung. Aufgrund der Umverteilung aus den Flüchtlingsaufnahmestellen rechnet er ab Juni mit neuen Asylsuchende. Deshalb sieht sich der Verein schon jetzt nach weiteren Helfern um.
Die ehrenamtliche Tätigkeit könne für Helfer und Betreute gleichermaßen gewinnbringend sein. So sieht es Petra Helber: „Die Betreuung von Familien mit Kindern war für mich ein wichtiges Anliegen.“ Motivierend sei, wenn eine Familie nach intensiver Betreuung vollkommen selbstständig werde und alles alleine bewältigt könne. Sie freue sich über liebe Grüße, die sie immer wieder geschickt bekomme, sagt Helber.
Begegnungscafé geschlossen
„Wir organisieren mit einem tollen Team aus ehrenamtlichen Helfern und Flüchtlingen den Betrieb der Kleiderkammer Deidesheim,“ erzählt Kerstin Habeck aus Meckenheim. Die Kleiderkammer sei sowohl für Sozialbedürftige als auch Flüchtlinge offen. Die Spendenbereitschaft sei hoch und die Wiederverwendung der abgegebenen Kleidung ein Beitrag zur Nachhaltigkeit. „Die Kleiderkammer ist ein Ort der Begegnung. Hier sind bereits einige Freundschaften entstanden“, erzählt Habeck. Allerdings warte der Verein sehnsüchtig auf die Wiedereröffnung des beliebten Begegnungscafés, das zurzeit wegen der Pandemie geschlossen sei.
Laura Kerbeck (Deidesheim) und ihr Mann hatten sich im vergangenen Winter intensiv mit der Lage im Flüchtlingslager auf Lesbos auseinandergesetzt. Danach wollte sie wissen, wie die aktuelle Situation in Deidesheim aussieht: „Ich habe mich beim Verein Freunde Für Flüchtlinge gemeldet und möchte mich auch hier vor Ort einsetzen“, erklärt Laura Kerbeck.
Hilfe in vielen Bereichen gesucht
Karlheinz Schaedler (Deidesheim) begleitete den regulären Schulunterricht mit zusätzlichen Übungs- und Lernangeboten für Gruppen von Flüchtlingskindern. Als Lehrer und aus eigenen Erfahrungen kenne er „die besondere Problematik der Lernenden in der fremdsprachigen Unterrichtssituation“. Hinzu komme die besondere Belastung der hier ankommenden Flüchtlinge und deren Kinder.
„Aktuell hat sich meine Gruppenhilfe zur Einzelfallhilfe hin verschoben“, berichtet er. So half er einem jungen Erwachsenen bei den Vorbereitungen der Sprachprüfungen, damit dieser studieren konnte. Neben den Nachhilfestunden begleitet Schaedler Personen aus dem Umfeld seiner Schüler bei Krankenhausbesuchen und ähnlichen Terminen. Das werde immer mit großer Freundlichkeit und Dankbarkeit erwidert, betont er.
Die Ehrenamtlichen des FFF sind in vielseitigen Aufgabenbereichen tätig: Sie begrüßen neue Familien und Einzelpersonen am Tag der Ankunft und machen einen kurzen Rundgang durch den Ort. Es gehören aber auch Behördengänge mit den Flüchtlingen, Fahrten zu Ärzten oder zu anderen Terminen dazu. Außerdem helfen sie, Formulare auszufüllen. Deutschunterricht oder Hausaufgabenbetreuung sind weitere Themen. Auch die Übernahme einer Patenschaft für eine Familie ist sehr hilfreich. Zudem können junge Menschen ein Jahr lang einen Bundesfreiwilligendienst absolvieren. Darüber hinaus benötigt der Verein Unterstützung bei der Pflege der neuen Homepage. Das könne alles auch für eine begrenzte Zeit sein, betont Bernhard Bücker. Jede auch noch so gering erscheinende Hilfe werde gerne angenommen.