Deidesheim
Führungswechsel im Ketschauer Hof
Während in der Gastronomie und Hotellerie derzeit große Unsicherheit vorherrscht, scheint der berufliche Weg von Sebastian Steuber, dem Geschäftsführer der Ketschauer Hof GmbH, klar zu sein. Der 42 Jahre alte Hotelbetriebswirt scheidet auf eigenen Wunsch zum 30. September aus dem Unternehmen aus und hat, wie er berichtet, eine neue Stelle außerhalb der Pfalz in Aussicht. Von seiner bisherigen Aufgabe ist er bereits freigestellt. „Mir wurde eine andere Stelle innerhalb der Unternehmensgruppe angeboten, die ich aber aus persönlichen Gründen abgelehnt habe“, sagt Steuber.
„Gut überlegter“ Schritt
Wohin es den gebürtigen Nordhessen aus Kassel ziehen wird, lässt er derzeit offen. Den Schritt, Deidesheim zu verlassen, habe er sich gut überlegt. „Als ich hierher kam, wollte ich zwei oder drei Jahre bleiben, jetzt sind es neun geworden, das ist für unsere Branche eine sehr lange Zeit“, so Steuber. Er habe es aber nicht bereut. „Ich konnte einiges auf den Weg bringen, das macht mich stolz.“ Umso schwerer falle jetzt der Abschied. Irgendwann komme aber auch mal ein Punkt, an dem eine Veränderung gut tue. „Ich blicke auf eine erfolgreiche Zeit mit tollen Menschen zurück“, sagt Steuber.
So sei in den vergangenen Jahren das Kaisergarten Hotel & Spa eröffnet und am Markt etabliert worden, außerdem hätten alle Restaurants ihre Ausrichtung und ihr Image erneuert. So sei beispielsweise im Dezember 2019 nach bestandener Testphase das Restaurant Sushi B. im Weingut Reichsrat von Buhl eröffnet worden. „Diese und viele weitere Projekte lassen mich stolz auf die Zeit zurückblicken“, ergänzt der zweifache Familienvater. Die Pfalz sei für ihn ein Lebensabschnitt geworden. „Wir haben uns sehr wohl gefühlt, diese Lebensqualität werden wir vermissen, deshalb ist es auch ein Abschied mit einem weinenden Auge“, sagt der Hotelbetriebswirt.
Hess als Wunschkandidat
Sein Nachfolger ist kein Unbekannter. Alexander Hess, sein Vor-Vorgänger als Hoteldirektor, kehrt nach acht Jahren an seine frühere Arbeitsstätte zurück. Der 49 Jahre alte Familienvater, der zuletzt das Hotel Kloster Haydau in Morschen (Nordhessen) geführt hat, soll für frischen Wind in den beiden Hotels sorgen. „Als sich der Schritt mit Herrn Steuber abzeichnete, haben wir Herrn Hess kontaktiert“, erklärt Peter Hüftlein-Seeger, der geschäftsführende Gesellschafter der Fortuna-Medien-Gruppe, zu deren Firmen die Hotels in Deidesheim zählen. „Herr Hess war unser Wunschkandidat.“
Der gebürtige Thüringer, der gelernter Koch und Hotelbetriebswirt ist, hat seinerzeit beim Umbau des einstigen Wohnbesitzes der Familie von Bassermann-Jordan in einen Hotelkomplex eine federführende Rolle gespielt. Von 2006 bis 2013 entwickelte Hess das Gourmet-Restaurant „Freundstück“, heute L.A. Jordan, eine Weinbar und ein Boutique-Hotel, das Anfang 2009 eröffnet wurde.
Schon im Nassauer Hof gekocht
Auf seinem Weg in das Feinschmecker-Mekka Deidesheim kochte er bereits im Nassauer Hof in Wiesbaden, dem Wald- und Schlosshotel Friedrichsruhe und bei Harald Wohlfahrt in der „Schwarzwaldstube Traube Tonbach“. Mit der Rückkehr nach Deidesheim feiert Hess zugleich ein Wiedersehen mit seiner Mutter und seiner Schwester, die ebenfalls seit Jahren in der Weinbaugemeinde sesshaft geworden sind.
Zur Ketschauer Hof GmbH gehören die beiden Hotels Ketschauer Hof und Kaisergarten Hotel & Spa sowie die dazu gehörigen Restaurants L. A. Jordan, 1718 und Riva und das im Weingut Reichsrat von Buhl beheimatete Sushi B.