Bad Dürkheim
Eiserne Hochzeit von Gisela und Armin Eberle
Das Haus des Ehepaares steht in der Weinstraße Süd auf einem ehemaligen Wingertgelände in der zweiten Reihe in einem großen, parkähnlichen Gelände. Der schön angelegte Garten ist und war eines der wenigen Hobbys, die sie hatten, für viele andere fehlte einfach die Zeit. Als ihre drei Kinder Klaus, Alfred und Ute noch im Haushalt der Eltern lebten, hatten sie einen regelrechten Bauernhof hier mit Esel, Pony und Schafen, erzählt der Bauunternehmer. „Die sind immer auf die Weinstraße gelaufen, dann haben wir sie wieder einfangen müssen“, erinnert sich Tochter Ute Trinkhaus. Sie wohnt in einem Haus nebenan und hilft wenn nötig. Auf der heute gepflasterten Terrasse hinter dem Haus war früher ein Schwimmbad - sehr zur Freude der Kinder aus der Nachbarschaft, die es benutzen durften.
Kennengelernt haben sich Gisela und Armin auf dem Dürkheimer Wurstmarkt. „Sie hat mir gefallen“, meint der 86-Jährige in seiner etwas lapidaren Art. Die ein Jahr jüngere Gisela, geborene Erdmann, kam aus Kallstadt, wo sie als Neunjährige mit ihren Eltern als Flüchtlinge eingewiesen worden waren. Gisela machte eine kaufmännische Lehre und besuchte die damalige Berufsschule in der Friedelsheimer Straße. Wenn Armin an der Schule vorbeilief und nach Gisela Ausschau hielt, feixten ihre Mitschüler immer. „Das war mir so peinlich“, erklärt die immer noch gertenschlanke 85-Jährige lachend. „Er hat aber nicht locker gelassen.“
Katzenliebhaberin und begeisterter Hockeyspieler
Das Baugeschäft Eberle war einer von drei Betrieben, die als erste im Gewerbegebiet Bruch angesiedelt waren. Als Mitinhaber der Baufirma Emil Eberle geht Armin Eberle heute immer noch jeden Tag ins Büro. Seine Baufirma hat den neuen Teil des Bad Dürkheimer Krankenhauses gebaut, die Kreissparkasse und die Berufsbildende Schule sowie unzählige Bad Dürkheimer Privathäuser. Armin Eberles Großvater hat das Fundament des Dürkheimer Riesenfasses errichtet.
Obwohl nicht viel Freizeit blieb, war der Unternehmer stets ein begeisterter Hockeyspieler. „Vom Schüler bis zu den Senioren“, erzählte er. „Wenn Betriebsferien waren, sind wir auch mal eine Woche lang irgendwohin gefahren. Aber meistens wurden wir sowieso vorzeitig zurückgeholt“, erinnert sich die Katzenliebhaberin Gisela. Wie seinerzeit bei einem Skiurlaub in Garmisch-Partenkirchen. Herrliches Wetter, wunderbarer Schnee. Und am zweiten Tag der Anruf: „Gisela, pack’ zusammen, ihr müsst heimkommen.“
Der Tag im Haus Eberle war streng geregelt. Armin machte eine Dreiviertelstunde Mittagspause, eine halbe Stunde war fürs Essen reserviert und eine Viertelstunde für eine kurze Mittagsruhe. Natürlich musste das Essen pünktlich auf dem Tisch stehen, das war Giselas Part. Tagsüber klingelte dauernd das Telefon, denn die Geschäftsleitung war ins Privathaus gelegt. Daneben einen Fünf-Personen-Haushalt und großen Garten versorgen, hielten Gisela Eberle ständig auf Trab. Ihr Mann war lange im Dürkheimer Stadtrat. In seinem Partykeller kürte die damalige SPD Georg Kalbfuß zu ihrem Bürgermeisterkandidaten.
Dass es ihren Kindern gut geht und Gesundheit - mehr wünschen sich die beiden nicht.