Deidesheim
Eine stetige Herausforderung
Auf die beiden Quellen im Gimmeldinger Tal sind die Verantwortlichen der Stadtwerke Deidesheim besonders stolz. Die Quaderhang-Quelle und der Breitenbrunnen sichern maßgeblich die Wasserversorgung im Ort, und sie gehören zu den ältesten Quellen in der Region. Seit über 120 Jahren sorgen sie für frisches Wasser.
Möglich wurde der Bau der Wasserleitung damals dank einer Stiftung, die die Tochter des Deidesheimer Bürgermeisters Ludwig Andreas Jordan, Seraphine von Stichaner, gegründet hatte. Ihr ist auch eine bronzene Relieftafel gewidmet, die an dem 1898 errichteten Hochbehälter an der Mühltalstraße angebracht ist.
Zusätzlich Tiefbrunnen
Vor rund 70 Jahren wurden zur Verbesserung des Wasserangebots zusätzlich Tiefbrunnen im Mühltal gebohrt. Darüber hinaus entstand eine Entsäuerungsanlage. Diese war notwendig, da das Quellwasser und das Wasser aus den Brunnen unterschiedliche Qualitäten aufweisen und in einer gemeinsamen Filteranlage behandelt werden müssen. Dabei wird Kalk aus den Dolomiten zugesetzt, um den gesetzlich vorgegebenen PH-Wert zu erreichen und die Kohlensäure zu entfernen. Jährlich werden drei Tonnen Kalk für die Aufbereitung des Wassers in der Stadt Deidesheim benötigt. „Quellwasser ist weicher als Brunnenwasser“, erklärt Ulrich Daab, Fachbereichsleiter Wasser bei den Stadtwerken, der zusammen mit Alexander Will, dem Leiter der Werke, für die Wasserversorgung und die Wasserqualität zuständig ist.
Um dem stündlich unterschiedlichen Wasserbedarf gerecht zu werden, wurde bereits in den 1970er-Jahren zur Wasserspeicherung ein zusätzlicher Hochbehälter erforderlich. Daher wurde der Hochbehälter Kieselberg mit zwei Kammern und einem Fassungsvermögen von 1000 Kubikmetern gebaut.
Verbund mit Stadtwerken Neustadt
Insgesamt 265.000 Kubikmeter Wasser wurden im vergangenen Jahr an die Privathaushalte und Firmenkunden abgegeben. Eine Menge, die seit den siebziger Jahren nicht mehr aus den beiden Quellen und den Brunnen erreicht werden kann. Derzeit können nur 155.000 Kubikmeter aus der Eigenförderung an die Kunden weitergegeben werden. „Die Erweiterung des Baugebietes Deidesheim Ost hat auch für die Stadtwerke zu neuen Überlegungen bei der Wasserversorgung geführt“, erzählt Will. Die Frage war damals, ob weitere Brunnen gebohrt werden sollen, oder ein Verbund der Wasserversorgung gegründet werden soll. Der Stadtrat entschied sich Mitte der siebziger Jahre für eine Kooperation mit den Stadtwerken Neustadt. Hierzu wurde 1978/79 eine Wassertransportleitung von Neustadt-Königsbach über Ruppertsberg, Deidesheim, Forst nach Wachenheim gebaut.
Allerdings macht der Geschäftsführer kein Geheimnis daraus, dass weitere Investitionen notwendig sind. Er verspricht zugleich, dass keine Erhöhung der Wasserpreise erforderlich sei, da ausreichend Rücklagen gebildet worden seien. Nach der Sanierung des Hochbehälters im Mühltal 2005 und im Kieselberg 2018 soll im kommenden Jahr die Entsäuerungsanlage im Mühltal modernisiert werden. „Wir wollen dadurch die Trinkwasserqualität möglichst hochhalten“, sagt Daab.
Weichen für die Zukunft stellen
Die Planungen hierfür sind im vollen Gange, die Ausschreibungen werden bald erfolgen. Mittelfristig denkt Will auch über die Sanierung der seit über 120 Jahren bestehenden und sieben Kilometer langen Wasserleitung vom Benjental ins Mühltal nach. „Es gibt aktuell keine Schäden, aber uns es wichtig, nachhaltig und auch mit Blick auf die Zukunft frühzeitig die Weichen für eine weiterhin sorgenfreie Wasserversorgung sicherzustellen“, sagt der Geschäftsführer.