VG Deidesheim RHEINPFALZ Plus Artikel „Eindeutig Folgen des Klimawandels“

Zahlreiche Bäume am Haardtrand bei Deidesheim mussten wegen Trockenschäden gefällt werden.
Zahlreiche Bäume am Haardtrand bei Deidesheim mussten wegen Trockenschäden gefällt werden.

Auch am Haardtrand macht die Trockenheit den Bäumen schwer zu schaffen. Allein zwischen Deidesheim und Forst mussten in den vergangenen Wochen 104 Bäume gefällt werden.

Die Bäume befanden sich zum Teil auf privater Fläche, erklärte der für Umwelt zuständige Beigeordnete der Verbandsgemeinde, Herbert Latz-Weber. Es handele sich teilweise um ehemalige Weinberge, die inzwischen zugewachsen seien. Da durch die Fläche auch ein Weg führt, der während der Weinlese gebraucht wird, mussten die Bäume jetzt aus Sicherheitsgründen gefällt werden. Zwischenzeitlich sei der Weg gesperrt gewesen. Die meisten der 104 Bäume verblieben in der Fläche, da es sich um ein Naturschutzgebiet handele. Latz-Weber fürchtet, dass in zwei bis drei Jahren erneut Bäume gefällt werden müssen. „Das sind eindeutig Folgen des Klimawandels“.

Innerörtlich alle Bäume erfasst

Innerörtlich gibt es in der gesamten Verbandsgemeinde nach der jüngsten Zählung derzeit 2575 Bäume. Mittlerweile sind sie alle in einem Baumkataster erfasst. An einem Teil müssen Maßnahmen durchgeführt werden. Dazu gehören Totholzentfernung, Kronenpflege- und Lichtraumprofilschnitte sowie die Fällung kranker und abgestorbener Bäume. „Das ist ein Dauerbetrieb“, erklärte Latz-Weber. Die Verwaltung sammele die Fakten, für die Umsetzung der Maßnahmen seien die Kommunen zuständig. Das Kataster wird an die Bürgermeister weitergeben.

Für den Außenbereich gibt es kein Baumkataster. Die Bäume werden hier vom Feldhüter regelmäßig gesichtet.

Pflegepläne für Verbandsgemeinde

Für öffentliche Flächen, Ausgleichsflächen und Gräben gibt es in der Verbandsgemeinde Deidesheim Pflegepläne. Der größte Anteil, rund 70 Prozent der zu pflegenden Fläche, fällt in den Aufgabenbereich der Stadt Deidesheim. Diese verfügt für die Pflegemaßnahmen über die Stadtgärtnerei und die Feldhut. Problematisch sei die richtige Erfassung der Flächen, so der Beigeordnete.

Das habe sich auch bei der Baumfällaktion am Haardtrand gezeigt, wo viele Areale in Privatbesitz und die Abgrenzungen kaum noch feststellbar seien. Deshalb werde überlegt, ein professionelles Flächenmessgerät mit Software für die Verwaltung anzuschaffen, erklärte der Beigeordnete. Der Preis liegt mit 20.000 Euro zwar recht hoch, doch könnte das Gerät auch beispielsweise für die Vermessungen der Friedhöfe eingesetzt werden. Neben dem Bauamt könnten auch das Ordnungsamt, Bauhof und Feldhut von dem Messgerät profitieren.

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