Kreis Bad Duerkheim Ein Kauz gibt sich die Ehre

Placeholder-Image

Vor gut zehn Jahren wurde der Sperlingskauz im Raum Kaiserslautern entdeckt. Ob und wann die kleine Eule in den Pfälzerwald zurückgekehrt ist oder ob es sich um eine Neubesiedlung handelt, ist bis heute nicht eindeutig geklärt.

„Wir Ornithologen in der Westpfalz waren regelrecht elektrisiert als uns die französischen Freunde 2003 von einer erfolgreichen Sperlingskauz-Brut in den Vogesen berichteten“, schildert Peter Ramachers, Buchautor und Ornithologe, den Beginn der gezielten Suche nach dem Kauz im Pfälzerwald. Die kleinste europäische Eulenart „musste“ hier genauso vorkommen, da waren sich die Experten nach der Analyse der Lebensraumansprüche sicher. Sie behielten recht. Die aktiven Pfälzer Vogelkundler der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft (OAG) Westpfalz suchten den gesamten Pfälzerwald nach für den Sperlingskauz geeigneten Biotopen ab. Sie waren unterwegs in älteren, zentral und ruhig gelegenen Nadel- und Mischwald-Arealen mit aufgelockerten, unterholzreichen Strukturen, Baum- und Spechthöhlen sowie Altfichten oder Nadelwald-Schonungen. Hier war Deckung und Jagdgebiet für den tagaktiven, starengroßen Sperlingskauz, der sich von Mäusen und Singvögeln ernährt, gegeben. Sie fanden, was sie suchten. 2004 gelang der OAG der erste Ruf- und Sichtnachweis. Im Jahr danach die ersten Brutnachweise. „Damals war das eine deutschlandweite Sensation, denn es handelte sich um eine für Rheinland-Pfalz erstmalig nachgewiesene, neue Brutvogelart“, weist Ramachers darauf hin, dass eine ganze Generation deutscher Ornithologen den Sperlingskauz lediglich aus den Büchern kannte. Nur in den Alpen, im Schwarzwald und im Thüringer Wald gab es im vergangenen Jahrhundert zeitweise größere Bestände. Die Wirren der Weltkriege ließen in Fachkreisen allerdings keine klare Kenntnis über die Verbreitungssituation des Kauzes zu. Mit der massiven Verbreitung des Insektizides DDT, kam es fast zu einem Aussterben vieler Greifvogel- und Eulenarten. Die Vögel legten unter dem Einfluss des Giftes dünnwandige Eier. „Gutes Beispiel in unserer Region war der Wanderfalke“, konkretisiert Ramachers. Ob der Sperlingskauz schon einmal den Pfälzerwald bewohnte und ausgelöscht wurde, können die Experten nicht sicher sagen. Fakt ist: Im Herbst 2006 gab es erste Nachweise westlich von Kaiserslautern sowie in der Region um Waldleiningen. „Die Gebiete um den Isenachweiher, bei Elmstein oder um Dahn/Hinterweidenthal zeichnen sich ebenfalls durch gehäufte Vorkommen aus“, so Ramachers, der im Pfälzerwald mit einem überlebensfähigen Bestand von 30 bis 50 Brutpaaren jährlich rechnet. „Östlich von Kaiserslautern sind es vier bis sechs.“ Dieses Wissen geht auf ganzjährige Suchaktionen. Und das dauerte. Gilt doch der Sperlingskauz als eine sehr schwer zu erfassende Art. Im Zusammenhang mit der Diskussion um die notwendige Erweiterung der Kernzonen-Bereiche im Biosphärenreservat Pfälzerwald hat die OAG Westpfalz deshalb einen Vorschlag gemacht: Die im Landkreis liegenden Sperlingskauz-Reviere sollen einbezogen werden. „Es würde dieser nach wie vor sehr seltenen Vogelart helfen, wenn in bekannten und langjährigen Brutrevieren wie dem Pfälzerwald beispielsweise die Fichten erhalten bleiben würden“, begründet Ramachers den Vorschlag.

x