Kreis Bad Dürkheim RHEINPFALZ Plus Artikel Eile geboten bei Anträgen für stationäre Lüftungsanlagen

Bei der energetischen Sanierung der Siebenpfeiffer-Realschule plus in Haßloch sind schon stationäre Lüftungsanlagen eingebaut wo
Bei der energetischen Sanierung der Siebenpfeiffer-Realschule plus in Haßloch sind schon stationäre Lüftungsanlagen eingebaut worden. Nun sollen die anderen Schulen im Kreis folgen.

Blickpunkt: Sieben Millionen Euro will der Kreis in stationäre Lüftungsanlagen in seinen weiterführenden Schulen verbauen. Förderanträge sollen gestellt werden. Dann würden Kosten von 1,4 Millionen Euro beim Kreis bleiben.

13 kreiseigene Schulen sollen mit den stationären Lüftungsanlagen ausgestattet werden. Die detailliert ausgearbeiteten Anträge auf Förderung in Höhe von 80 Prozent aus dem Bundesprogramm müssen bis 31. Dezember 2021 gestellt sein. Deshalb empfahl der Kreisausschuss dem am Donnerstag tagenden Kreistag, den Plänen der Verwaltung zuzustimmen.

Demnach wird so schnell wie möglich für jede Schule einzeln ein Förderantrag gestellt. Denn, wie Landrat Hans-Ulrich Ihlenfeld (CDU) betont: „Es gilt das Windhund-Prinzip, wir müssen schnell sein.“ Soll heißen, wer zuerst Anträge stellt, erhält auch die Förderung. Noch ein Haken hat das Bundesförderprogramm: „Für die Umsetzung ist Zeit bis 31. Dezember 2022. Nur wenn die Maßnahme bis dahin umgesetzt ist, bekommen wir die Förderung. Knackpunkt ist, dass wir auch Firmen finden müssen, die das schnellstmöglich umsetzen können, sonst bricht die Förderung weg.“

Beitrag zur Pandemiebekämpfung

Wie die Verwaltung mitteilt, solle durch den Einbau von Lüftungsanlagen das Infektionsrisiko in Räumen mit besonders hoher Fluktuation minimiert und somit ein Beitrag zur aktuellen Pandemiebekämpfung geleistet werden. Zusätzlich würden die Lüftungsanlagen aber auch zu einem gesunden Raumklima und einer hohen Raumluftqualität beitragen, heißt es weiter.

Die dezentralen Lüftungsgeräte sorgen für den Austausch von verbrauchter Raumluft und frischer Außenluft. Wie der für die Bauabteilung verantwortliche Kreisbeigeordnete Sven Hoffmann (CDU) informiert, gebe es hierfür drei Varianten: Die Anlagen können in die Oberlichter oder die Brüstung eingebaut oder im Klassenraum aufgestellt werden.

Dank neuer Anlagen auch Heizkosten sparen

Sie müssen 25 Kubikmeter Luft pro Person und Stunde schaffen und dürfen maximal 35 Dezibel laut sein. Zum Vergleich, den Giorgina Kazungu-Haß (SPD) nannte: „Flüstern sind 30 Dezibel, 35 ein leiser Zimmerventilator.“ Wolfgang Kräher (AfD) hatte befürchtet, die Geräte könnten im Dauerbetrieb im Unterricht zu laut sein.

Bekommt der Kreis die 80-prozentige Förderung, bleiben noch 1,4 Millionen Euro an Kosten. Allerdings sollen die neuen Anlagen über Wärmerückgewinnungssysteme helfen, die teils hohen Heizkosten in den Schulen zu senken. Das Planungsbüro Uwe Claas + Partner aus Frankenthal geht von einer Einsparung von 20 Prozent der Heizkosten aus. Da die Heizkosten im Jahr 2019 bei den 13 Schulen rund 705.000 Euro betrugen, könnten im Jahr rund 140.000 Euro eingespart werden. Dadurch würde sich die Investition in zehn Jahren selbst tragen, wie Ihlenfeld betont. Hoffmann ergänzt auf Nachfrage von Hanns Gauch (FWG), dass die von den Geräten verursachten Stromkosten eingerechnet seien.

In Siebenpfeiffer-Realschule plus schon eingebaut

Betroffen sind in Bad Dürkheim die Carl-Orff-Realschule plus, die Berufsbildende und die Limburgschule sowie das Werner-Heisenberg-Gymnasium. Hinzu kommen in Grünstadt das Leininger-Gymnasium, die Gottlieb-Wenz-, die Käthe-Kollwitz- und die Hans-Zulliger-Schule, die Integrierten Gesamtschulen in Grünstadt und am Standort Wachenheim, das Hannah-Arendt-Gymnasium in Haßloch und die Realschule plus am Speyerbach in Lambrecht sowie die Von-Carlowitz-Realschule plus in Weisenheim am Berg. Geprüft habe man schon, dass keine statischen oder sonstigen Probleme gegen den Einbau sprechen, so Hoffmann.

Nicht auf der Liste stehen die Siebenpfeiffer-Realschule plus in Haßloch und der Standort Deidesheim der IGS Deidesheim/Wachenheim. „Bei der energetischen Sanierung der Siebenpfeiffer-Realschule plus haben wir solche Anlagen bereits eingebaut und beim Bau in Deidesheim sind sie vorgesehen“, erklärt Hoffmann.

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