Kreis Bad Duerkheim
Die Jung-Brauer und ihr Biergut
„Beim ersten Versuch sind uns noch die Kronkorken um die Ohren geflogen“, sagt Patrick Räch, einer der drei Braumeister des ersten Pfälzer Bierguts. Seit über einem Jahr probieren sich Patrick und Stephan Räch und Marc Steffen in der Kunst des Bierbrauens. Alle drei kommen ursprünglich aus dem Weinbau, kennen sich also mit der Herstellung von Genussmitteln sehr gut aus. „Daher kommt auch der Name Biergut, in Anlehnung an unsere Berufe im Weinbau“, so Räch.
Ein Pils, das die Massen abholt
Anders als Wein kann Bier nicht nur im Herbst produziert werden, sondern das ganze Jahr über. Die drei Brauer haben sich 2019 in einer Brauerei in Heidelberg eingemietet und damit begonnen, ihre Rezeptur umzusetzen. „Am Anfang kam nicht ganz das raus was wir uns vorgestellt hatten, aber es wurde bei jedem Versuch besser. Einmal zu wenig Kohlensäure, dann etwas zu viel, das war viel ausprobieren und Stellschrauben verändern“, sagt Räch. Das Ziel war ein Pils, das die Massen abholt, kein kleines Nischenbier. „Genau deshalb haben wir mit einem Pils angefangen, aber es sind schon weitere Biere geplant. Als nächstes sehr wahrscheinlich ein Weizen oder Helles“, so Patrick Räch. Erst mal wollen die drei mit ihrem Pils überzeugen und sich einen Kundenstamm aufbauen. Neben verschiedenen Bars in Bad Dürkheim und Wachenheim ist das Pfalzbier inzwischen auch in den Stiegler-Märkten in der Umgebung zu bekommen. „Natürlich sind wir preislich etwas über den ganz großen Biermarken, aber wir beziehen unsere Rohstoffe regional und brauen auch hier. Unser Anspruch ist ein Bier produziert nach der Bioverordnung. Das Pfalzbier ist zu 100 Prozent ein Naturprodukt“, erklärt er. „Unsere Philosophie ist da relativ ähnlich wie bei Weingütern, klein, regional und qualitativ hochwertige Produkte“, ergänzt Marc Steffen.
In einer Weinbauregion wie der Pfalz muss sich ein Bier erstmal einen Namen machen und zeigen was es kann. „Wir versuchen immer, unsere Rezeptur zu verbessern und unserem Wunschgeschmack mit jedem Brauen ein kleines Stück näherzukommen“, sagt Patrick Räch. Und: „Aber natürlich ist Biergeschmack, genau wie Wein, stark typabhängig. Jeder mag etwas anderes.“ Genauso wie die Beschaffung der Rohstoffe soll auch das Endprodukt regional bleiben. „ Unsere Biere sollen entlang der Weinstraße zuhause sein“, sagt Patrick Räch.
Räch steht für Qualität
Jedem guten Bier hängt eine ebenso gute Geschichte an. „Da sehen wir auch unsere große Stärke. Wer hier in der Umgebung einen Gastronomiebetrieb betreibt, macht mit unserem Bier nichts falsch. Es ist immer gut, die Produzenten seiner Produkte zu kennen, das ist bei uns der Fall. Die Kunden können sich jederzeit unseren Betrieb ansehen, wissen wo das Bier herkommt. Samstags bieten wir einen Hofverkauf nach Vorbestellung an“, erklärt der 28-Jährige.
Der Name Räch stehe nicht erst seit dem Pfalzbier für Top Qualität. Seit 1988 betreibt die Familie am Stadtrand von Wachenheim eine Brennerei, die für Klasse statt Masse steht. „Uns ist die Qualität unserer Produkte wichtiger als die Zahl der produzierten Flaschen und das schmeckt man“, sagt Patrick Räch. Auch Marc Steffen, der das Trio komplettiert, kommt aus dem Weinbau, ist Geschäftsführer eines Kellereibedarfs.