Kreis Bad Duerkheim Die Gelben Säcke sind aus - Wachenheimer sehen Rot
Wenig geschmeidig läuft der Wechsel des Abfallentsorgers in Wachenheim: Schon seit rund vier Wochen gibt es keine Gelben Säcke mehr in der Verbandsgemeindeverwaltung. Auch in Gönnheim und Friedelsheim herrscht Flaute im „Gelben Segel“, in Ellerstadt soll es noch – teils streng rationierte – Restbestände geben... Mittels eines Zettels bitten die Mitarbeiter der Verwaltung seit Wochen um das Verständnis der Mülltrenner: Neben den weißen Altglassäcken und den roten Beuteln für die Hinterlassenschaften der Fellnasen wird auf die Lieferschwierigkeiten mit den hauchzarten Gelben Säcken hingewiesen. Doch ohne Gelb sehen immer mehr Wachenheimer Rot. „Wir werden manchmal scharf angegangen und dafür verantwortlich gemacht, dass es keine Gelben Säcke mehr gibt. Es wurde schon damit gedroht, Verpackungsmüll einfach in die schwarze Tonne zu werfen oder den Müll vor der Verwaltung abzuladen“, berichtet Antonia Würz vom Bürgerbüro. „Wir bestellen immer 20 Kartons mit Rollen Gelber Säcke. Wenn die Hälfte verbraucht ist, bestellen wir die nächste Ladung“, so Würz. Bürgermeister Torsten Bechtel ist sich der prekären Nachschublage bewusst: „Es hat in der Vergangenheit immer mal wieder Engpässe gegeben, aber zuletzt war es längere Zeit ruhig“, sagt er. Mal kamen die Wertstoffsäcke verspätet, mal weniger als bestellt. Sogar beim Dualen System Deutschland hat sich Würz damals über die Lieferschwierigkeiten beschwert. Nach dem Wechsel des Entsorgers im Kreis Bad Dürkheim ignorierte der Lieferant des abgelösten Unternehmens Veolia, die sächsische Firma Beck-Spira, die Bestellung aus Wachenheim komplett. „Als wir telefonisch nachfragten, hat man sofort aufgelegt“, sagt Würz. Und: Der neue Entsorger für den Kreis Bad Dürkheim, die Edenkobener Remondis GmbH, hat Wachenheim bisher noch nicht mit Wertstoffsäcken beliefert. Was also tun in den sacklosen Zeiten: Die „gebeutelten“, aber beutellosen Wachenheimer könnten auf die Gelben Säcke aus anderen Städten und Gemeinden des Kreises zurückgreifen. Das bestätigt der Kreis auf Nachfrage. Allerdings endet das Versorgungsproblem mit den Entsorgungsbeuteln logischerweise nicht an Ortsgrenzen. Kein Glück hätten die Wachenheimer derzeit im Dürkheimer Rathaus, da herrscht seit Dienstag der Sack-Notstand, wie die Stadt auf Anfrage mitteilte. In der Verbandsgemeinde Freinsheim ist das Problem auch nicht gänzlich unbekannt. Das Freinsheimer Rathaus ist nach eigenen Angaben derzeit zwar noch versorgt, aber „Massen“ gibt es auch hier keine mehr. Als Insel der Seligen bleibt das Kreishaus. Hier gibt es noch Säcke (siehe Beweisfoto). Das sind zwar die vom „alten“ Anbieter. Diese dürfen aber natürlich noch verwendet werden. Der verzweifelte Griff besorgter Bürger zum „Weißen Sack“ – den für Glas – greift jedoch nicht. Ein Ende der Misere stand gestern in Aussicht. Auf telefonische Nachfrage versicherte man bei Remondis leicht gereizt, dass die Verbandsgemeindeverwaltung Wachenheim noch im Laufe des Freitags beliefert würde. Als dort jedoch ein paar Minuten nach zwölf die Türen fürs Wochenende geschlossen wurden – ein Fakt, der auch bei Recyclingdienstleistern nicht unbekannt sein dürfte – war die angekündigte Lieferung nicht eingetroffen. So besteht dann also frühestens am Montag Hoffnung auf Entspannung in der Wachenheimer Entsorgungskrise. Diese Auslieferung ist auch dem Kreis gegenüber zugesichert worden. Der verspricht sich, so Pressesprecherin Sina Müller, übrigens vom neuen Versorger dickere Tüten. Die alten rissen so leicht, dass viele zwei verwendeten – sonst hätten sie heute vielleicht noch welche... |awg/jpl