Deidesheim / Maikammer
Die Gäste sind wieder da
Wie kann das Frühstück in den Hotels organisiert werden? Darf das hauseigene Schwimmbad geöffnet werden? Und wie sieht es aus mit der Testpflicht in der Außengastronomie? Fragen wie diese waren am Dienstagmorgen noch offen, wenig später dann informierte die Landesregierung über die neuen Corona-Regeln, die ab Mittwoch gelten. Für die Hoteliers eine Herausforderung. „Am Mittwoch ist schon ein starker Anreisetag, aber ich weiß noch gar nicht, welche Informationen ich den Gästen an die Hand geben kann“, sagte beispielsweise Arar Freudenstein vom Hotel Immenhof in Maikammer.
Trotz der Unklarheiten ist Freudenstein froh, endlich wieder loslegen zu können. Vergangene Woche wurde das Haus auf Vordermann gebracht, gleichzeitig klingelte ständig das Telefon. „Wir sind schon sehr stark gebucht, und häufig auch für länger.“
Auch längere Aufenthalte
Eine Entwicklung, die auch andernorts beobachtet wird. Die Pfalz, bisher hauptsächlich ein Reiseziel für Kurzurlauber, ist jetzt auch attraktiv für längere Aufenthalte, gerne auch mal eine Woche. „Die Gäste denken um“, hat Maria Bergold vom Tourismusbüro Maikammer beobachtet.
Dass am kommenden Wochenende durchaus auch Regen und Gewitter vorhergesagt sind, scheint die Gäste nicht abzuhalten. „Die Leute wollen raus“, sagt Stefan Wemhoener, Geschäftsführer der Tourist Service GmbH in Deidesheim. Deidesheim habe etwa 750 Betten, er schätze, dass am Wochenende rund 700 davon belegt sein werden. Wichtig sei jetzt, dass die Sommer- und Herbstsaison gut laufe, damit die Betriebe sich wieder ein kleines „Polster“ zulegen könnten.
Fachkräftemangel auch hier ein Thema
Timo Glaser, Ortsbürgermeister in St. Martin, ist optimistisch, dass das funktioniert. „Es ist schon richtig viel los hier“, erzählt er. Die Entwicklung verlaufe offenkundig so, wie von Fachleuten prognostiziert: Die Gäste nutzen die erste Gelegenheit, um zu reisen. „Ich denke, die Saison wird bis zum Herbst richtig gut.“ Die verlorenen Monate im Frühjahr könnten allerdings nicht wieder aufgeholt werden.
Der Fachkräftemangel, über den vielerorts geklagt wird, ist auch in der Region ein Thema. „Ja, es ist schon so, dass Personal aus der Gastronomie und der Hotellerie in der Pandemie in andere Bereiche abgewandert ist“, sagt Wemhoener. Von ein paar Betrieben habe er gehört, dass auch Mitarbeiter, die die Häuser selbst ausgebildet hatten, weggegangen seien. Das sei besonders frustrierend für die Unternehmen. Doch die Pandemie sei für die Beschäftigten in der Branche eine sehr harte Zeit gewesen. Sie mussten nicht nur mit dem Kurzarbeitergeld klarkommen, sondern auch auf Trinkgeld verzichten. Und das mache in „normalen“ Zeiten einen nicht unerheblichen Teil des Einkommens aus, erklärt Wemhoener.
Der Touristik-Fachmann geht dennoch davon aus, dass die Betriebe genügend Mitarbeiter haben, um „vernünftig durch die Saison zu kommen“. Akute „Notrufe“ habe er noch nicht vernommen. Dennoch: „Die Betriebe müssen jetzt von null auf hundert hochfahren, das ist eine riesengroße Herausforderung.“
Neue Teststationen
Ein großes Thema sind darüber hinaus die Testmöglichkeiten. Einige Betriebe haben eigene Strukturen aufgebaut, beispielsweise das Weingut von Winning in Deidesheim. Dort ist darüber hinaus eine privat betriebene Teststation auf der östlichen Seite des Bahnhofs geplant, die täglich geöffnet sein soll. In St. Martin wird derzeit ein Angebot in der Kulturscheune aufgebaut. In Maikammer ist die Teststation im Bürgerhaus durch ein Angebot auf dem Parkdeck der Ortsgemeinde ergänzt worden. Die Öffnungszeiten: Montag, Donnerstag und Freitag, jeweils von 15 bis 19 Uhr, Samstag von 12 bis 20 Uhr, Sonntag von 10 bis 18 Uhr, Feiertag von 10 bis 16 Uhr. Die Öffnungszeiten der kommunalen Testzentren finden sich auf den Internet-Seiten der jeweiligen Gebietskörperschaft.