Kreis Bad Duerkheim RHEINPFALZ Plus Artikel Deidesheim: Weinbergmauer am Kirchberg wird freigelegt

Zugewuchert: Sandsteinmauer am Deidesheimer Kirchberg.
Zugewuchert: Sandsteinmauer am Deidesheimer Kirchberg.

An der Steillage am Deidesheimer Kirchberg sind die charakteristischen Weinbergmauern weitgehend erhalten geblieben. Allerdings werden sie zunehmend vernachlässigt und sind teilweise völlig zugewachsen. Die Umweltgruppe Unke wird deshalb bei ihrem nächsten Arbeitseinsatz am Samstag, 15. Februar, eine der Sandsteinmauern und dazugehörende Gabionen naturnah freilegen.

Die Kulturlandschaft entlang des Haardtrands war lange Zeit von Weinbergmauern geprägt. Damals wurde die Bodenbearbeitung noch mit der Hacke oder einem Pflug ausgeführt. Einhergehend mit dem technischen Fortschritt und den Flurbereinigungsverfahren in den 1970-er und 1980-er Jahren sind viele der alten Mauerzüge verschwunden. Nur wenige blieben erhalten. Teilweise wurden sie mit Gabionen (mit steinen gefüllte Drahtkörbe) ergänzt, denn der stabile Maueraufbau ist aufwendig und erfordert ein fundiertes Fachwissen.

Die Trockenmauern bieten jedoch ideale Lebensbedingungen für viele verschiedene Tierarten. In den Nischen und Mauerhöhlen finden Höhlenbrüter wie Kohl- und Blaumeisen, Stare, Kleiber, Sperlinge und Rotschwänze ihre Nistplätze. Die Hohlräume hinter den Mauersteinen eignen sich hervorragend als Rückzugsort und Überwinterungsquartier für Ringel- und Glattnattern, Mauereidechsen, Zauneidechsen, Frösche, Kröten, Schnecken, Fledermäuse und Insekten aller Art. „Hier in diesen Weinbergmauern war sogar noch bis in die 70er Jahre die Smaragdeidechse heimisch“, erzählt Alfons Fürst, Naturschutzbeauftragter der Kreisverwaltung Bad Dürkheim für die Verbandsgemeinde Deidesheim und Mitbegründer der Umweltgruppe Unke.

Sonnenbeschienene Mauern sind ideale Biotope

Gerade die sonnenbeschienen Sandsteinmauern am Deidesheimer Kirchberg mit ihrer Südost-Ausrichtung sind ideale Biotope. Sie speichern tagsüber die Wärme und geben sie in den kühlen Nachtstunden wieder ab. Hier befindet sich auch die gut erhaltenen Sandsteinmauer, die die Umweltgruppe Unke von Büschen und Efeuranken teilweise freischneiden will, damit die Steine wieder mehr Sonne abbekommen. Die Efeukrone darüber soll dagegen erhalten bleiben. Sie hält die Mauer trocken, sorgt für Nistplätze und Nahrung im Winter. „Beim Rückschnitt kommt es auf das richtige Maß an“, betont Fürst.

Die Umweltgruppe freut sich über viele freiwillige Helfer. Der Einsatzort liegt unterhalb eines asphaltierten Wirtschafts- und Wanderwegs mit einer markanten Sitzgruppe mit zwei Tischen. Für Nachzügler wird der Weg dorthin ausgeschildert. Als Werkzeug soll jeder kleine Handsägen, Handschaufeln, Reb- und Astscheren sowie Grünschnittsäcke mitbringen.

Termin

  • Treffpunkt ist am Samstag, 15. Februar, 10 Uhr, der Parkplatz am Eingang zum Sensental.
  • Die überparteiliche und unabhängige Umweltgruppe Unke bringt sich in der Verbandsgemeinde Deidesheim für mehr Umwelt-, Natur- und Klimaschutz mit Aktionstagen, Infoveranstaltungen und Vorträgen ein. Die Gruppe trifft sich immer am ersten Mittwoch im Monat um 19 Uhr im Nebenzimmer des Restaurants „Zum Weinberg“ in Deidesheim.

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