Kreis Bad Duerkheim RHEINPFALZ Plus Artikel Deidesheim: Bürgerbus-Projekt im Verbandsgemeinderat vorgestellt

Seit 2018 fährt auch in der Verbandsgemeinde Lambrecht ein Bürgerbus.
Seit 2018 fährt auch in der Verbandsgemeinde Lambrecht ein Bürgerbus.

Der Einsatz von Bürgerbussen, um insbesondere die Mobilität älterer Menschen zu verbessern, wird in Rheinland-Pfalz immer beliebter. Auch der Verbandsgemeinderat Deidesheim ließ sich in seiner jüngsten Sitzung von der Agentur Landmobil über eine mögliche Einführung beraten.

Die Agentur Landmobil setzt sich bundesweit für mehr Mobilität im ländlichen Räumen ein. Vor zehn Jahren fing das Projekt in Rheinland-Pfalz mit einzelnen Standorten recht bescheiden an. Mittlerweile fahren hier mit gutem Erfolg über 60 Bürgerbusse, und das Interesse weiterer Kommunen ist ungebremst. Der Schwerpunkt der Agentur Landmobil liegt auf der Beratung, wenn ein Bürgerbus eingeführt werden soll, unter dem Motto „Von der ersten Idee bis zum ersten Tag“, sagte Inhaber Holger Jansen. Die weitere Organisation liegt dann in den Händen der Kommunen.

Schritt für Schritt erklärten die Experten Jansen und Ralph Hintz die Details am Beispiel der Verbandsgemeinde Langenlonsheim. Hier war Hintz bei der Einführung im Jahr 2012 Projektleiter und ist jetzt als Berater für Bürgerbusse und Bürgerbeteiligung bei der Agentur Landmobil tätig.

Der Bürgerbus füllt eine Lücke des vorhandenen öffentlichen Nahverkehrs- und Taxiangebots. Seine Zielgruppe sind überwiegend ältere Menschen, die vom regulären öffentlichen Verkehr nicht mehr erreicht werden. Wege zum Einkaufen, Arzt oder zur Verwaltung können mit diesem Angebot wieder bewältigt werden. Im Vordergrund steht die soziale Komponente. Der Bürgerbus holt seine Fahrgäste direkt an der Haustür ab. Die ehrenamtlichen Fahrer helfen beim Ein- und Aussteigen und tragen auf Wunsch auch die Einkäufe ins Haus.

Jede Kommune mit eigenem Konzept

Das Bürgerbusprojekt „Bürger fahren für Bürger“ lebt vom ehrenamtlichen Einsatz. Benötigt werden Fahrer und ein Telefonteam. Vorwiegend melden sich nach den bisherigen Erfahrungen dafür aktive Jungsenioren auf der Suche nach einer sinnvollen Aufgabe.

Das Projekt Bürgerbus läuft außerhalb des Personenbeförderungsgesetzes. Die Fahrten sind kostenfrei. Doch kommt laut Hintz jährlich einiges an Spenden zusammen. Eingesetzt werden in der Regel dieselbetriebene Acht-Sitzer-Kleinbusse. Diese sind klein und wendig und können von der Verwaltung günstig geleast werden. Die Umsetzung des Projekts wird zudem vom Land anteilig gefördert.

Jede Kommune muss das Konzept nach ihren eigenen örtlichen Begebenheiten entwickeln, so die Experten. Dabei kann die Agentur Landmobil unterstützend mitwirken. Für die Größe der Verbandsgemeinde Deidesheim wird von zwei bis drei Fahrtagen ausgegangen.

Auch in Wachenheim laufen Planungen

Auch die Verbandsgemeinde Wachenheim plant die Einführung eines Bürgerbusses. Ob hier nicht eine Kooperation mit der Nachbargemeinde möglich sei, wollte Michael Wahl (FWG Ruppertsberg) dazu wissen. Möglich sei vieles, antwortete Hintz, doch rate er aus Organisationsgründen jeder Kommune zu einem eigenen Fahrzeug. Auch könne der Bus an Nichtfahrtagen für andere Zwecke genutzt werden: „Es ist ja Ihr Fahrzeug!“. Heiner Weisbrodt, Ortsbürgermeister von Ruppertsberg, konnte bei der Projektvorstellung in seiner Gemeinde beim Altennachmittag eine sehr positive Resonanz feststellen. „Wir sollten uns jedoch auf unsere Gemeinden konzentrieren“, ergänzte er.

Der weitere Weg zum Bürgerbus dauert etwas über ein halbes Jahr. So wurde in der Verbandsgemeinde Dannstadt-Schauernheim vor einem Jahr grünes Licht gegeben, und am 1. Oktober konnte der erste Fahrgast begrüßt werden. Der Verbandsgemeinderat muss also zunächst das Vorhaben beschließen. Es folgen eine Bürgerinformations- und Planungsveranstaltung zu den speziellen Vorgaben in einer Kommune und den Bürgerwünschen. Dann werden freiwillige Mithelfer gesucht und geschult, und das passende Fahrzeug wurd beschafft.

Noch keine Entscheidung gefallen

Eine Entscheidung wurde an dem Abend vom Rat nicht getroffen. Das Thema wurde in Ausschuss für Senioren, Soziales und Sport verwiesen und soll dort in der nächsten Sitzung erneut beraten werden. Diese wird voraussichtlich Anfang März stattfinden.

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