Deidesheim RHEINPFALZ Plus Artikel Deidesheim: Ausschuss will Bürgerbus-Varianten prüfen

Noch gibt es keine Lösung für den Bürgerbus.
Noch gibt es keine Lösung für den Bürgerbus.

Die mögliche Einführung eines Bürgerbusses in der Verbandsgemeinde Deidesheim wird weiter diskutiert. Prinzipiell stehen alle Fraktionen hinter der Idee, doch sollen noch weitere Möglichkeiten geprüft werden. Damit wird sich ein Arbeitskreis, mit Mitglieder aller Fraktionen, beschäftigen, der sich das erste Mal am 2. April treffen wird.

„Wir wollen zu diesem wichtigen Thema eine gemeinsame Lösung finden“, betont Verbandsbürgermeister Peter Lubenau in der jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschuss und dem Ausschuss für Senioren, Soziales und Sport. Die Fraktionen könnten das Thema noch einmal in aller Ruhe besprechen und weitere Fakten sammeln. Die Beschlussvorlage der Verwaltung sowie der Antrag der Freien Wählergruppe (FWG) wurde deshalb an diesem Abend zurückgenommen.

Das System müsse auf jeden Fall die Nachteile der Menschen mit Mobilitätseinschränkungen berücksichtigen, erläuterte Walter Metzler (FWG). Die Passagiere sollen sich dabei wohl und gut aufgehoben fühlen. Auch sollte eine Kooperation mit der Verbandsgemeinde Wachenheim geprüft werden, die ebenfalls ein solches Konzept anstrebt. Das Fahrzeug brauche nur eine notwendige Grundausstattung, mit einer Ein- und Austeighilfe. „Wir müssen auch nicht den ersten Bus mit Elektroantrieb haben“, erklärte Metzler weiter. Für die FWG ist eine Bürgerinformationsveranstaltung zu diesem Thema sehr wichtig.

„Vernünftiges soziales Projekt“

„Auf Zeit spielen ist hier das falsche Vorgehen“, mahnt Achim Schulze (SPD). Eine gemeinsame Entscheidung sei aber wichtig und richtig. Nebenbei könnte man aber schon nach ehrenamtlichen Leuten für das Organisationsteam und die Fahrer Ausschau halten.

„Der Arbeitskreis soll sicher kein Zeitspiel sein“, betont Dirk Rißmann von den Grünen. Es soll gut geplant vorgegangen werden, damit ein vernünftiges und schönes soziales Projekt entstehe. Allerdings sollte die Zielgruppe für den Bürgerbus bunt aufgestellt und nicht ausschließlich für Senioren ausgerichtet sein. Dabei könne zunächst auf bereits vorhandene Fahrzeuge der Verbandsgemeinde zurückgegriffen werden.

„Auf keinen Fall Konkurrenz“

„Auf keinen Fall darf eine Konkurrenz zum öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) entstehen“, verlangt Peter Benoit (CDU). Bei der Präsentation der Agentur Landmobil im Dezember wurden Orte vorgestellt, die weder Zug- noch Busverbindungen hatten. Neue Gesetzesänderungen des Bundestags sehen eine Aufstockung der Bundesmittel für den ÖPNV vor. Benoit: Man müsse prüfen, ob für die Verbandsgemeinde Deidesheim hier etwas verbessert oder ausbaut werden kann. Um hohe Beratungskosten einzusparen, sollte das Konzept selbst erarbeitet werden. Hier sollten auch Alternativen, wie „Mobilität auf Abruf“ oder „Bürger helfen Bürgern“ geprüft werden. Zudem sei das Ehrenamt rückläufig, erklärte Benoit: „Wer ist in zehn Jahren noch bereit, den Bürgerbus zu fahren?“ Weiter sollen Senioren über das bereits bestehende Angebot ausreichend informiert werden.

x