Kreis Bad Dürkheim RHEINPFALZ Plus Artikel Beim Glasfaserausbau läuft es vielerorts nicht rund

Start der Ausbauarbeiten war im Sommer 2020 in Lindenberg.
Start der Ausbauarbeiten war im Sommer 2020 in Lindenberg.

Der Glasfaserausbau im Landkreis Bad Dürkheim hat schon mehrfach für Negativ-Schlagzeilen gesorgt. Zum großen Teil war der nördliche Teil des Kreises betroffen, jedoch nicht nur. Ende des Jahres sollen die Arbeiten in den Verbandsgemeinden Lambrecht und Deidesheim fertig sein.

Beim Glasfaserausbau im Landkreis Bad Dürkheim mischen etliche Firmen mit. Das Telekommunikationsunternehmen Inexio, das den Auftrag dafür hat, arbeitet mit unterschiedlichen Baufirmen zusammen, diese wiederum setzen Subunternehmen ein. Der Kreis ist dabei in drei Bereiche aufgeteilt. Die größten Probleme gab es bisher im nördlichen Teil, wo erhebliche Verzögerungen entstanden, unter anderem wegen Differenzen zwischen den Subunternehmen und dem Hauptauftragnehmer Inexios. Aber auch im Süden gibt es Klagen. Kooperationspartner Inexios in der Verbandsgemeinde Lambrecht und in Haßloch ist die Firma AK Solutions, in der Verbandsgemeinde Deidesheim ist es die Firma Aslan.

„Die Arbeiten kommen voran, aber in Sachen Abstimmung und Ausführung könnte es definitiv besser laufen“, sagt Marcel Roßmann, Pressesprecher der Gemeinde Haßloch. Die Absprache mit den Subunternehmen sei mühsam, aber notwendig für die Baustelleneinrichtung und -sicherung. Bei der Abnahme seien in einigen Abschnitten Mängel angemahnt worden, die beim Wiederverschließen der Gehwege aufgetreten seien. Im Bereich des Gewerbegebiets „Nördlich Bahndamm“ seien beispielsweise noch Ausbesserungen vorzunehmen. Begonnen haben die Arbeiten im März und April im Neubaugebiet Südlich der Rosenstraße.

Häufig Nacharbeiten nötig

Auch in der Verbandsgemeinde Lambrecht läuft es nicht immer rund. Die Kommunikation mit den Subunternehmen sei häufig schwierig, da die Ansprechpartner oft kein Deutsch sprächen, berichtet Volker Neumann, Leiter des Fachbereichs Bauen und natürliche Lebensgrundlagen. Auch die Qualität der Arbeiten sei „nicht immer die, die wir erwarten“. Bei der Abnahme zeige sich in der Regel, dass Nacharbeiten nötig seien.

Probleme gab es beispielsweise in Lindenberg. Inzwischen sind dort alle Leitungen verlegt, es fehlen aber noch Nachbesserungen. Nicht zufrieden sei die Verwaltung beispielsweise mit der Wiederherstellung der Gehwege in der Hauptstraße, berichtete Gregor Panczyk, Mitarbeiter der Verwaltung. Dort sei ursprünglich zur Verstärkung des Aufbaus so genannter Drain-Beton eingebaut gewesen. Die Baufirma habe dagegen nur mit Schotter aufgefüllt. „Sie ist aber bereit, den Drain-Beton wieder einzubauen“, so Panczyk.

Beschwerden wegen Fahrbahndecken

Beschwerden von Bürgern habe es gegeben, weil Fahrbahndecken nicht gleich wieder richtig geschlossen, sondern nur mit Schotter aufgefüllt wurden. In vielbefahrenen Straßen hätten sich so schnell Schlaglöcher gebildet. Dass die endgültige Schicht erst ganz zum Schluss aufgebracht werde, habe aber technische Gründe, erklärt Panczyk. Es werde gewartet, bis die Kabel in die Leerrohre eingezogen seien. „Das leuchtet ja auch ein, denn sonst muss der Asphalt wieder aufgerissen werden, wenn es irgendwo klemmt“, so Panczyk. Abgeschlossen und abgenommen seien die Arbeiten bisher nur in Iggelbach und Schafhof. In Lambrecht dagegen sei bisher noch kaum gearbeitet worden, bis auf Iptestal.

In der Verbandsgemeinde Deidesheim gab es insgesamt kaum Probleme, informierte die Verwaltung. Einige Nachbesserungen seien nötig gewesen, aber das sei normal. Am weitesten seien die Arbeiten in Meckenheim fortgeschritten.

Rund 4100 Anschlüsse fertiggestellt

Kreisweit seien bisher 4100 von 9300 Anschlüsse fertiggestellt, sagte Raimund Rinder, der bei der Kreisverwaltung für den Ausbau zuständig ist. Bei etwa 1400 der angeschlossenen Adressen hätten die Betroffenen auch einen Vertrag mit Inexio abgeschlossen. Das bedeute, dass sie den Breitband-Anschluss auch nutzen wollen. Allerdings: Nur an 18 Adressen ist die Nutzung schon möglich. Unter den Ersten, die diese Möglichkeit hatten, waren die Anwohner des Dürkheimer Ortsteils Jägertal. Dort war neben Lindenberg und Bockenheim auch einer der Startpunkte der Arbeiten im Juli 2020. Bis Ende des Jahres solle ein Großteil der Arbeiten abgeschlossen sein, bis Mitte 2022 alle, so Rinder. Bei ihm häufen sich mittlerweile die Anfragen von Bürgern, die wissen wohl, wann sie denn nun endlich an der Reihe sind. Bei dem Projekt, das von Bund, Land und Kommunen gefördert wird, werden insgesamt 9000 Adressen mit 11.000 Haushalten ausgebaut. Entscheidend bei der Auswahl der Adressen war, dass dort nur eine Datengeschwindigkeit von weniger als 30 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) zur Verfügung steht. Darüber hinaus gibt es Ausbauprojekte von Inexio, die nicht gefördert werden.

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