Deidesheim
Bei Straßennamen mehr Frauen berücksichtigen
Ratter nannte als Beispiele verdienter Frauen Frieda Piper von Buhl und Seraphine von Stichaner. Ihr Antrag verwunderte manche Ratsmitglieder, denn die Vergabe eines Straßenname stand nicht auf der Tagesordnung. Das sorgte für Heiterkeit, aber auch für Kopfschütteln. Auch deshalb, weil Ratter mit ihrem Antrag die Verwaltung auch beauftragen wollte, „zu überprüfen und aufzulisten, welche Straßen und Plätze in Deidesheim bereits nach Frauen benannt sind“. Dass künftig mehr verdiente weibliche Persönlichkeiten bei der Vergabe von Namen und Plätzen Berücksichtigung finden sollen, darüber herrschte weitgehend Einigkeit. Aber: „Warum sollen wir uns jetzt schon dazu verpflichten, wenn das Thema gar nicht zur Debatte steht“, sagte CDU-Fraktionssprecher Stefan Hebinger. „Wir sollten über das Thema sprechen, wenn wir einen Namen brauchen“, kommentierte auch Achim Schulze, Fraktionschef der SPD.
Diskriminierung von Männern?
Und dann sorgte FWG-Chef Franz Arnold für Gelächter, und zwar mit den Worten: „Was Frau Ratter gesagt hat, das ist schon eine Diskriminierung der Männer.“ Unverständnis auch von Seiten der FDP: „Das Thema Geschlechtergerechtigkeit ist ja nicht neu, aber es gibt eben auch Dinge, da kann man einfach nur den Kopf schütteln“, sagte Achim König. Woraufhin wiederum Ruth Ratter irritiert den Kopf schüttelte.
Stadtbürgermeister Manfred Dörr (CDU) räumte ein, dass bei den Namen schon „ein Ungleichgewicht zwischen Männern und Frauen“ bestehe. Er schlug schließlich vor, im Falle der Vergabe eines Namens für eine Straße oder einen Platz vorwiegend weibliche Persönlichkeiten vorzuschlagen – ohne sich zum jetzigen Zeitpunkt schon genauer festzulegen. Dieser Vorschlag wurde einstimmig angenommen.