Kreis Bad Duerkheim Auf Krücken zum Pflichttermin

Vom verstauchten Fuß ließ sich Sarah I. die Laune am Samstagabend nicht verderben.
Vom verstauchten Fuß ließ sich Sarah I. die Laune am Samstagabend nicht verderben.

Das ist Pech: Am einzigen Tag mit Schnee war Sarah I. so unglücklich ausgerutscht, dass sie sich am Sprunggelenk verletzt und den Fuß verstaucht hatte. Deshalb hinkte die Friedelsheim-Gönnheimer Weinprinzessin Sarah Krebs am Samstagabend an Krücken zur Weinprobe zu ihren Ehren in die voll besetzte Schwabenbachhalle. Immerhin: Modisch lila waren die Gehhilfen.

Doch dieser Abend, den Leonie Hüttner, Sarah Müller und Katharina Müller mit ihren Querflöten musikalisch eröffneten, durfte einfach nicht ausfallen. „Die Weinprobe findet eh nur alle zwei Jahre statt“, betonte Elmar Meinhardt, der einen Obsthof und eine Brennerei betreibt. Sein Kirsch-Secco „Morello“ war die Nummer 1 auf der Liste der 16 beteiligten Weinbauunternehmen. Die Kerwebuwe und -mädle schenkten an den langen Tischreihen bereits den ersten Wein ein, als Klaus Weber, Vorsitzender des Bauern- und Winzervereins, Sarah I. lobte: „Seit über eineinhalb Jahren mit vollem Elan, und jedes Wochenende bist Du im Einsatz.“ Dabei studiert Sarah Krebs noch in Geisenheim, dort, wo sie sich auch den Fuß verletzt hatte. Dann starteten die Pfälzische Weinkönigin Inga Storck und Alina Weber, Pfälzische Weinprinzessin, unterhaltsam und kenntnisreich die Besprechung der Weine. „Dornfelder ist der beliebteste Rotwein“, informierte Storck zum ersten Wein des Abends, dem 2015er Dornfelder trocken vom Weingut Erich Künzel. Benannt sei die Rebe nach Immanuel Dornfelder aus Weinsberg, dem Gründer der dortigen Weinbauschule. Tiefrot im Glas sei ein Wein dann, „wenn ihr von oben hindurch den Stil des Glases nicht mehr seht“, erklärte sie dem Publikum. Weinprinzessin Alina meinte zum Lemberger trocken aus dem Weingut Meinhardt-Hild aus der Lage Gönnheimer Mandelgarten: „Er schmeckt nach Kirsche.“ Weinhoheit Storck stellte als nächstes den Cabernet Sauvignon 2016 vom Weingut Heinrich Gies und Sohn vor. In Deutschland wachse die Rebsorte auf 360 Hektar, die Hälfte davon in der Pfalz. Im Barrique gereift, präsentierte sich aus der Lage Gönnheimer Mandelgarten ein 2015er Dornfelder trocken vom Weingut Koeth-Weber. 225 Liter fasse ein Barrique-Fass, so Storck, die noch weitere Informationen zur Rebe parat hatte: „Tiefdunkle Farbe, schmeckt nach Sauerkirsch. Der bleibt am Gaumen haften.“ Nummer sechs auf der Liste war eine der Überraschungen des Abends: „Auf dem Etikett steht Sarah“, der 2016er Shiraz trocken vom Weingut Walter Krebs war der eigene Wein der Friedelsheim-Gönnheimer Weinprinzessin. Der Geschmack erinnert an Schokolade und schwarzen Pfeffer. Das Weingut Eymann hatte einen 2015er Merlot trocken angestellt. Die Sorte darf in Deutschland erst seit Mitte der 1990er-Jahre angebaut werden, erfuhr der Besucher. Vom Weingut W. Eberle gab es aus der Lage Friedelsheimer Schlossgarten den 2016er Reberger Rose Spätlese trocken. Gästeführerin Wiesje Reinfrank entfuhr es am Tisch: „Den muss ich mir merken.“ Die Weinhoheiten riefen nun zum Selbsttest auf. Sie verteilten Kaubonbons, später Wattestäbchen für verschiedene Geschmackszonen auf der Zunge. „Retronasale Wahrnehmung“ war eines der Stichworte. „Erst, wenn die Nase mitriecht, nimmt man den Geschmack voll wahr“, erklärten sie. Auch unterschiedliche Orte intensivierten ein Geschmackserlebnis: Der 2012er Riesling trocken vom Weingut Stefan Reinhardt war so ein Wein. „Zum ersten Mal habe ich ihn beim Picknick mit Freunden getrunken“, schwärmte die designierte Weinprinzessin Charlotte Weil. Das Weingut Blaul und Sohn (Blanc de Noir) waren auf der Probenkarte ebenso vertreten, wie die Wachtenburg Winzer (Weißburgunder), Volker Klein und das Weingut Müller. Mit einem Versprecher hatte Weinkönigin Inga Storck gegen 23.30 Uhr die Lacher auf ihrer Seite: „Ich stoß jetzt mit Euch auf“, sagte sie in die Runde, die darauf – wie geheißen – anstieß ... Bei Helmut Helfers humorvollen Einlagen konnte gleich weitergelacht werden. Willi Brausch sang Pfälzer Lieder. Die Weingüter Knauff (Muskat Ottonell), Hans Meinhardt (Gelber Muskateller) und das Weincontor Schloss Friedelsheim (Kanzler Spätlese) schlossen in einer letzten Probier-Runde den Abend ab. „Jetzt wird es süß“, hatte es zustimmend geheißen. Ein Wiedersehen mit vielen Gästen und Akteuren des Abends gibt es am 21. April in der Gönnheimer Festhalle bei Sarahs Amtsübergabe an die neue Weinprinzessin Charlotte Weil.

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