Deidesheim RHEINPFALZ Plus Artikel Über Wochen und Monate am Oldtimer geschraubt

Felix Hüther und sein Königstiger.
Felix Hüther und sein Königstiger.

Der als Kerwebub bekannte Felix Hüther hat ein besonderes Hobby: Traktoren. Jetzt hat der 33-Jährige einen 54 Jahre alten Schlepper der Marke Eicher, Modell Königstiger, restauriert. Und der Techniker hat noch viele, weitere Pläne rund um seine Leidenschaft.

Felix Hüther ist stolz, dass er es geschafft hat. Das gute Stück ist restauriert und der gebürtige Ruppertsberger nutzt gerade jede Gelegenheit, um mit seinem Traktor – Marke Eicher, Modell Königstiger, Baujahr 1966 – bei schönem Wetter die Gegend zu erkundigen. Teils alleine, teils mit Frau Anika auf dem Beifahrersitz.

Hüther hat schon als Kind gerne mit Traktoren gespielt, damals waren das natürlich Miniatur-Modelle. Nach der Mittleren Reife erlernte der heute 33-Jährige bei der Fischer Landmaschinen GmbH in Niederkirchen den Beruf des Landmaschinen-Mechanikers. Heute arbeitet er als Techniker für Erdölfördertechnik bei einem Unternehmen in Speyer.

Königstiger im Sommer 2017 gekauft

In seinem Ausbildungsbetrieb lernte Hüther einen Kollegen kennen, der wie er eine Leidenschaft für Oldtimer-Traktoren hatte. Das inspirierte den jungen Mann zusätzlich. Und es motivierte ihn, sich selbst einen Traktor zu erwerben und diesen zu restaurieren. Im Sommer 2017 wurde er dann fündig. In der Nähe von Trier erwarb er den Königstiger und machte sich an die Arbeit. Woche für Woche, Monat für Monat schraubte Hüther an dem alten Schlepper. Er nahm ihn komplett auseinander und entdeckte dabei erst, was alles kaputt war.

Manchmal brachte das Teil ihn an den Rand der Verzweiflung. „Ich war mehr als einmal nah dran, alles hinzuwerfen“, sagt er. Aber seine Leidenschaft war größer. Auch sprachen ihm seine Frau und seine Freunde Mut zu. Hüther biss die Zähne zusammen, säuberte jedes Teil und bemühte sich um die nötigen Ersatzteile. Nicht immer war es einfach, diese direkt zu erhalten. Doch Hüther scheute weder Mühen noch Kosten, um das Gefährt wieder flott zu bekommen. Und er bewies einen langen Atem. „Es war für mich eine ganz neue Erfahrung“, sagt er. Der Erfolg gab ihm Recht: Der Traktor ist ein Schmuckstück geworden.

Stolz auf das Kennzeichen

Ganz stolz ist Hüther auf das Kennzeichen: DÜW F 1166. Das F steht für seinen Vornamen Felix und die Ziffer 1166 für den Monat der Erstzulassung im November 1966. Wenn Hüther mit dem Fahrzeug unterwegs ist, trifft er sich auch gerne mal mit einem seiner Oldtimer-Freunden zum Fachsimpeln an seinem Lieblingsplatz, dem Hohenmorgen-Stein in Deidesheim.

Hüther ist außerdem einer der Initiatoren einer Schlepperparade zum Abschluss des Herbstausschanks der Winzerfreunde. Und er hat weitere Pläne. So will er eine Gruppe der Oldtimerfreunde Deidesheim gründen. Zunächst nicht als Verein, sondern als Interessengemeinschaft, um sich auszutauschen und um gemeinsame Ausfahrten zu organisieren. Wenn Corona es erlaubt, könnte die erste Fahrt bald zustande kommen. Hüther würde gerne in fünf Etappen in Deidesheims Partnergemeinde Buochs am Vierwaldstättersee fahren. Vorausgesetzt, die Grenze zur Schweiz ist wieder geöffnet. Weitere Freunde haben angekündigt, den Konvoi der Schlepper mit dem Fahrrad zu begleiten. Täglich sechs Stunden wollen sie bei durchschnittlich 15 Stundenkilometern unterwegs sein.

Hüthers Leidenschaft für historische Schlepper ist ungebrochen. Deshalb schließt der Techniker nicht aus, bald einen weiteren Traktor zu restaurieren. „Aber erst muss ich einen Platz für meinen Königstiger finden, um in der Garage schrauben zu können“, meinte er lachend.

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