Karlsruhe Ruhe im Telekom-Hochhaus

Im Südosten von Neustadt ragt das Telekom-Gebäude in den Himmel. Vor vier Jahren hatte es für Schlagzeilen gesorgt, weil viele Arbeitsplätze abgebaut wurden. Die RHEINPFALZ berichtete zudem von der Suche nach Mietern für den Betonklotz – mit IG Metall, DGB Rechtsschutz und einer Sicherheitsfirma sind wenigstens drei gefunden worden.
. Es ist ruhig geworden um das Telekom-Hochhaus in der Chemnitzer Straße in Neustadt. Ziemlich genau vier Jahre ist es her, dass zum letzten Mal Mitarbeiter des Unternehmens in Neustadt auf die Straße gingen, um gegen drohenden Stellenabbau zu protestieren. Damals waren rund 50 Arbeitsplätze betroffen. Für noch mehr Wirbel hatte zwei Jahre zuvor, also 2008, die Schließung des Telekom-Call-Centers gesorgt. Wie viele Menschen heute noch in dem markanten schwarzen Gebäude arbeiten, weiß niemand so genau. Die Telekom will keine Zahlen nennen, die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) geht von 330 bis 340 Mitarbeitern aus, noch einmal um 60 bis 70 weniger, als 2012. Ursprünglich waren es einmal rund 2000. Zu den Abteilungen, die in Neustadt noch vertreten sind, gehören laut Verdi „Technik“, „Technik-Service“ und die Abteilung „Intelligente Netze“. Letztere ist in einem Nebengebäude untergebracht und richtet deutschlandweit Service-Nummern ein, also Nummern, die mit 0800 oder 0180 anfangen. Verdi geht davon aus, dass die Abteilung „Intelligente Netze“ auch auf der Kippe steht, spätestens wenn das Glasfasernetz ausgebaut ist. Seit dem Auszug des Call-Centers 2008 werden für den Bürokomplex Mieter gesucht. Schilder vorm Gebäude weisen darauf hin, dass das auch nach sechs Jahren nur bedingt gelungen ist. Doch auch dazu gibt es keine offiziellen Informationen. Auskunft gibt nur die Beschriftung am Aufzug: Demnach belegt die Telekom im Hauptgebäude nur noch eineinhalb der insgesamt neun Stockwerke. Eine Etage teilt sich das Unternehmen mit der Gewerkschaft IG Metall, die zusammen mit Verdi und der DGB Rechtsschutz GmbH zehn Büros gemietet hat. In den beiden obersten Stockwerken hat sich eine Sicherheitsfirma eingemietet. Drei Etagen stehen komplett leer. Zuständig für die Vermietungen ist inzwischen die Firma Corpus Sirio Holding GmbH & Co. KG in Köln. Nach eigenen Angaben hat sie die Vermarktung aller Telekom-Immobilien übernommen. Zur Frage nach der Belegung heißt es, zu „objektkonkreten Details“ könne man „leider keine Auskunft“ geben. Die Firma Strabag Property and Facility Services, die auf den großen Schildern vor dem Gebäude als Ansprechpartner für die Vermietung genannt wird, ist nach Auskunft von Corpus Sirio mittlerweile nur noch für „Hausmeistertätigkeiten“ zuständig. (kkr)