Karlsruhe RHEINPFALZ Plus Artikel Klang der Glasharmonika

Glasharmonika: Mit befeuchteten Fingern werden die rotierenden Glasscheiben zum Klingen gebracht.  Foto: Wiener Glasharmonika (f
Glasharmonika: Mit befeuchteten Fingern werden die rotierenden Glasscheiben zum Klingen gebracht.

Vor 250 Jahren, am 5. Juni 1769, wurde in Bruchsal die Ausnahmemusikerin Marianne Kirchgessner geboren. Sie ist heute ebenso wie ihr Instrument, die Glasharmonika, weitgehend vergessen. Das will man in Bruchsal mit einem Konzert im Schloss ändern.Zwischen 1791 und ihrem frühen Tod im Dezember 1808 war Kirchgessner eine der bekanntesten Musikerinnen Europas. Schon als kleines Kind war sie auf Grund einer Pockenerkrankung erblindet. Aber ihre Begabung wurde erkannt, der Speyerer Domkapitular von Beroldingen förderte sie und sorgte für einen kompetenten Lehrer. Nach jahrelangem Studium wurde Kirchgessner schließlich zu führenden Glasharmonika-Spielerin Europas. Die Konzertsäle zwischen London. Kopenhagen, St. Petersburg wurden zu ihrem Zuhause. Sie lernte Goethe, Salieri und Mozart kennen, der eigens für sie das einst populäre Glasharmonikaquintett KV 617 komponierte.

Nach ihrem durch eine Lungenentzündung verursachten Tod erschienen Nachrufe auf die „harmonika virtuosa“ in verschiedenen europäischen Musikzeitschriften und der Komponist Wenzel Tomaschek komponierte eine „Fantasie am Grabe der um dieses Instrument so sehr verdienten Tonkünstlerin Demoisielle Kirchgessner.“ Eine von Heinrich Bossler angekündigte Biografie ist leider nie erschienen, so dass ihr Leben nur bruchstückhaft bekannt ist. Ein zeitgenössisches Porträt ist ebenfalls nicht bekannt.

InfoKonzert unter anderem mit Werken von Chopin und van Grieg am Sonntag, 16. Juni, 18 Uhr, im Schloss Bruchsal. Vorverkauf: 07251 79183 oder 79531, kultur@bruchsal de. Voraus geht ab 14 Uhr eine Fachtagung mit Vorträgen zu Kirchgessner und ihrem „Instrument der Empfindsamkeit“.

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