Karlsruhe Karlsruher Fächer:

Der Neubau des Wildparkstadions ist beschlossen und die Umsetzung dieses Beschlusses wird demnächst mit ersten Vorbereitungsarbeiten auch tatsächlich angegangen. Und schon gibt es große Pläne. Noch bevor der erste Spaten in den Hardtwaldboden gerammt wurde, strecken Stadt und KSC den Finger, wollen das Stadion als Spielort eine möglichen Europameisterschaft im Jahr 2024 berücksichtigt wissen. Der Wildpark wäre unter den möglichen Austragungsstätten, der voraussichtlich neueste und modernste Stadionbau der Republik, macht KSC-Präsident Ingo Wellenreuther Werbung für Karlsruhe. Tatsächlich würde es Karlsruhe, als der Geburtsstadt des süddeutschen Fußballs, sehr gut stehen, bei einem Völker verbindenden Sportevent Gastgeber zu sein. Ganz im Vermächtnis des Fußballpioniers Karl Bensemann, der im Jahr 1889 – als 16-jähriger Schüler – in Karlsruhe den ersten Fußballverein südlich des Mains und zwei Jahre später auch noch den Karlsruher FV gründete, den Deutschen Meister von 1910. Nach Bensemann, der später auch den DFB mit gründete und das Fußballmagazin „Kicker“ ins Leben rief, soll übrigens auf dem künftigen Stadionareal endlich eine Straße gewidmet werden. Der Wildpark als EM-Stadion, ganz so abwegig ist die Idee tatsächlich nicht. Schon wieder haben die Schwaben etwas beschlossen, was zumindest manch eher älterem Badener nicht zu behagen scheint. Das Land will Regionen übergreifenden den Schienennahverkehr mit einheitlichem Design ausstatten. Die Zügen sollen die Landesfarben tragen und mit dem charakteristischem Stauferlöwen verziert sein. Verzieren? Der Karlsruher Robert Mürb, Chef der Landesvereinigung Baden in Europa und Kämpfer für eine faire Behandlung der diversen Landesteile, widerspricht da heftig. Von einer Zierde könne keine Rede sein und auf ein schwäbisches Wappentier im Muster der Sitze, würde er sich höchst ungern setzen, schreibt er nach Stuttgart. Wenigstens die Züge im Badischen Hoheitsgebiet sollten gelb und rot lackiert werden, der Badener Greif als Zusatz würde nicht schaden. Ganz so tragisch kanns aber nicht sein. Der Stauferlöwe findet sich schon seit 1999 im „3-Löwen-Takt“ der landeseigenen Nahverkehrsgesellschaft – übrigens ohne dass sich ein Badener deshalb vom Zugfahren abhalten ließe. | Winnie Heck