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Die Hochschulemensa, anfangs noch ein Vorzeigegebäude.
Die Hochschulemensa, anfangs noch ein Vorzeigegebäude.

Kraftwerk

Mensch gewordene Roboter

Die Pioniere des Elektropop spielen endlich mal wieder in Karlsruhe. Mit dem heutigen Auftritt der Kultband „Kraftwerk“ erregt tatsächlich weltweites Interesse. Die New York Times bezeichneten Kraftwerk als „Beatles der elektronischen Tanzmusik“ und als bisher einzige deutsche Musikformation wurde die Band um Bandgründer Ralf Hütter auch in die Rock and Roll Hall of Fame aufgenommen. Kraftwerk und Karlsruhe, das ist eine besondere Geschichte. Hütter und der am 1. März überraschend verstorbene ZKM-Chef Peter Weibel waren nicht nur freundschaftlich verbunden, sondern hatten auch künstlerisch ähnliche Ideen. Schon 1997, als das ZKM in den Hallenbau A des frühere IWKA einzog, gab es ein Konzert von Kraftwerk und Gästen. Plötzlich standen da vier weitgehend unbewegliche Menschen auf der Bühne und aus den Lautsprechern dröhnte die bekannte Musik. Zu Robotern gewordene Menschen.

2014, als das ZKM dann 25 Jahre alt wurde, kam ein weiteres Konzert hinzu und nun kommt endlich zusammen, was eigentlich schon immer zusammen gehört: elektronische Musik und digitale Kunst. Denn beim heutigen Konzert werden die technischen Möglichkeiten genutzt, die ab Mittwoch kommender Woche auch bei den Schlosslichtspielen zu Einsatz kommen. Einschließlich der 170 Meter breiten „Leinwand“, namens Schlossfassade. Auszüge der heutigen Show werden dann übrigens im Laufe der Schlosslichtspiele zu sehen sein. Als kleiner Trost für alle die, die im März beim Ticketkauf den entscheidenden Augenblick zu lange zögerten.

Hochschulmensa

Viel Kunst wenig Qualität

Als 2007 die damals neue Mensa der ehemaligen Fachhochschule Karlsruhe, die inzwischen Hochschule Karlsruhe heißt, eröffnet wurde, da galt der Bau als spektakuläre Architektur. Zeitweise war ein Modell der Mensa sogar im höchst renommierten Museum of Modern Art in New York ausgestellt. Das entschädigte wenigstens ein bisschen dafür, dass diese Mensa auf historischem Grund gebaut wurde, dem sogenannte Engländerplatz, der als Wiege des Süddeutschen Fußballs gilt. Aber das ist eine andere Geschichte. Zurück zur Mensa selbst, denn die machte schon zwei Jahre nach Eröffnung erstmals Kummer. Das Dach war undicht und die Fassade verhielt sich auch etwas unerwartet. Wasser, das in Bauwerken auf Holz trifft, ist immer ungünstig. Pilze lieben solche Verhältnisse. Das für das Gebäude zuständige „Vermögen und Bau Amt Karlsruhe“ musste also aktiv werden. Das Gebäude wurde eingerüstet, ähnlich spektakulär wie das Bauwerk selbst und gleicht nun einem Kunstwerk wider Willen. Allein das Gerüst soll mehr als 1,2 Millionen Euro kosten, für die Gesamtsanierung sind über elf Millionen Euro veranschlagt. Wobei allerdings allein die energetischen Maßnahmen – Dämmung, Photovoltaik etc. - schon bei knapp 5 Millionen Euro liegen.

Die Baukosten der Mensa lagen übrigens bei nur 7,2 Millionen Euro und 2007 war man noch froh, den Kostenrahmen eingehalten zu haben. Vielleicht wäre, im Nachhinein betrachtet, eine geringfügige Kostenüberschreitung sinnvoll gewesen, wenn dafür etwas mehr Aufmerksamkeit auf die Qualität der Arbeiten gerichtet worden wäre.

Die Kultband Kraftwerk, hier bei einem Auftritt Ende Juli in Spanien,
Die Kultband Kraftwerk, hier bei einem Auftritt Ende Juli in Spanien,
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