Karlsruhe Karlsruher Fächer

Mehr als 70 Polizisten aus Rheinland-Pfalz halfen bei der Großrazzia gegen Reichsbürger am Mittwoch.
Mehr als 70 Polizisten aus Rheinland-Pfalz halfen bei der Großrazzia gegen Reichsbürger am Mittwoch.

Bei der Großrazzia gegen Reichsbürger und ähnlich verwirrte, hat die Polizei in dieser Woche auch im Raum Karlsruhe zugeschlagen. In Pfinztal-Wöschbach wurde allerdings zunächst das falsche Haus erwischt und somit die falsche Tür aufgesprengt.

Um sechs Uhr morgens knallte es, die Tür zur Wohnung einer syrischen Flüchtlingsfamilie wird aufgesprengt und Beamte des Spezialeinsatzkommandos (SEK) stürmen in die Wohnung. Ein syrischer Junge war wohl der erste, den die Beamten zu sehen bekamen – und damit recht schnell erkannten, dass sie die falsche Wohnungstür aufgesprengt hatten. Da das eigentliche „Ziel“ der Aktion durch den Knall gewarnt worden war, flog nur Sekunden später mit einem lauten Knall die Tür der gegenüberliegenden Wohnung auf. Handschellen klickten, der richtige Verdächtige wird abgeführt. Laut Tagesschau soll es sich bei dem Mann um einen ehemaligen Zeitsoldaten gehandelt haben, der auch beim KSK im Einsatz war. Aufgefallen war er unter anderem bei Corona-Protesten in Pforzheim, wo er weitere Mitglieder für die Gruppe angeworben haben soll. Weshalb zunächst die falsche Tür aufgesprengt wurde, war zunächst nicht bekannt. Dass die syrische Familie einen ganz gewaltigen Schock bekam, dürfte hingegen klar sein. Da wird die Betreuung durch die Pfinztaler Sozialbüros wohl nicht reichen. Auch nicht, dass die Polizei wohl die Kosten für die Reparatur der zerstörten Tür übernehmen will. Was doch aber wohl selbstverständlich sein sollte.

Baum-Los

Dass es für die Platanen in der Kaiserstraße wohl keine Zukunft gibt, dieser Eindruck hat sich diese Woche in einer Expertenrunde verstärkt. Final entschieden ist es zwar nicht, das will der Gemeinderat in seiner Sitzung am 20. Dezember entscheiden. Die Experten verbreiteten in dieser Woche aber ordentlich Zweifel, dass die Bäume den massiven Eingriff in ihr Wurzelwerk locker wegstecken könnten. Denn wenn ab dem im kommenden Jahr die Oberfläche der Fußgängerzone neu gestaltet werden soll, dann muss erst der Untergrund in Ordnung gebracht werden. Abwasserleitungen, die bis zu 100 Jahre alt sind, alte Wasser-, Strom- und Gasleitungen, alles soll zukunftsfest gemacht werden, bevor oben die teuren Granitplatten verlegt und vermutlich neue Bäume gepflanzt werden. Irgendwann im Frühjahr soll es mit dem ersten Bauabschnitt losgehen, die Kaiserstraße wird dann erneut zur Baustelle. Los gehen wird es an der Ritterstraße, das ist zwei Fächer-Straßen westlich des Marktplatzes und dann schön abschnittsweise in Richtung Osten bis zur Adlerstraße, zwei Fächer-Straßen östlich des Marktplatzes. Pro Abschnitt sind immer drei bis vier Monate eingeplant und auch sonst soll nicht zu viel auf einmal passieren. Beginnend vor dem Kaufhaus Galeria Karstadt würde erst ein Jahr später der Marktplatz erreicht, die Adlerstraße erst im Sommer 2025. Eines steht dabei jetzt schon fest: den Leserbriefschreibern wird nicht langweilig werden.

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