Karlsruhe Karlsruher Fächer
irgendwie kommen die schlechten Nachrichten – auch für die Karlsruher Innenstadt – in gefühlt immer kürzeren Abständen. Wobei mache Entwicklungen sich natürlich auch überlagern. Dass der stationäre Handel Marktanteile an den Online-Handel abgeben musste und weiterhin muss, ist längst ein Fakt. In Karlsruhe spielt sicherlich eine gewichtige Rolle, dass in der Innenstadt deutlich länger als geplant Baustelle für den Stadtbahntunnel war. Dazu kam dann Corona mit Ladenschließungen und vorsichtigem Konsumentenverhalten und jetzt auch noch der Krieg in der Ukraine mit seinen Auswirkungen auf die Inflationsrate. Nicht zuletzt ist es aber so, dass solche Dinosaurier wie die Karstadt-Kaufhäuser ohnehin aus der realen Welt gefallen zu sein scheinen. Tatsächlich haben sich die Kaufhäuser verändert, die großen „Hier-gibt-es-alles“-Häuser sind sie schon lange nicht mehr. Doch die Veränderungen gingen wohl nicht weit genug, denn erneut steht der Karstadt-Kaufhof-Konzern am Scheideweg. Rund 40 der insgesamt 131 Häuser sollen dicht gemacht werden – Karlsruhe dürfte nicht dabei sein. Zu gut ist die Lage in der Innenstadt, zu hoch die Kaufkraft und inzwischen wird auch gemunkelt, es sei von Vorteil, dass dem Konzern das Kaufhaus in der Fußgängerzone nicht selbst gehört.
Geht man dort raus, hat man zwar weniger Kosten, aber auch weniger Einnahmen, denn von einer geänderten Vermarktung der Immobilie hätte Karstadt-Kaufhof nichts. Mehr Gewinn als aktuell lässt sich deshalb an diesem Standort nicht herausschlagen. Auf der anderen Seite wäre eine Schließung natürlich eine echte Hiobsbotschaft für die Stadt, denn das geschichtsträchtige Haus in Rathausnähe zieht viel Kundschaft in die Innenstadt. Würde dieser Magnet ersatzlos wegfallen, würde darunter die gesamte Innenstadt leiden. Noch aber darf gehofft werden.
Weihnachtlich
Die Tanne auf dem Marktplatz steht schon mal und auch andernorts in der Innenstadt hat der Aufbau für die Weihnachtsstadt begonnen. Denn es gibt viel zu tun. Geschäftig wie in früheren Jahren gibt sich die Innenstadt. Die Skandi-Hütte auf dem Friedrichsplatz ist schon zu erahnen, auf dem Marktplatz werden am Ende 40 Buden stehen, rund 50 auf dem Friedrichsplatz, aufgebaut wird am dem 14. November.
Schon in der kommenden Woche soll am Riesenrad auf dem Marktplatz gebaut werden und noch etwas soll die Vorfreude auf die Weihnachtstage steigern: der Fliegende Weihnachtsmann kehrt zurück. Nicht auf den Friedrichsplatz, auf, beziehungsweise über dem Marktplatz wird Hochseilartist Falko Traber die Blicke auf sich ziehen. Startpunkt wird das Hotel am Markt sein. Wie schon geschrieben, wird es in diesem Jahr aber auch Einschränkungen geben. Der Weihnachtsmarkt wird grundsätzlich „nur“ zwischen 11 und 21 geöffnet haben, auch an Wochenenden, an denen früher länger geöffnet war. Doch die längeren Öffnungszeiten kamen ohnehin eher den Glühweinständen zugute, für die Kunsthandwerker ebbt das Geschäft schon deutlich früher ab. Außerdem wird bei den Lichtinstallationen das Licht früher ausgeschaltet und statt einer Eiszeit wird es eine Rollschuhbahn auf dem Schlossplatz geben. Vermutlich gibt es Schlimmeres.