Karlsruhe Für den schlimmsten Fall wappnen

Sorgenkind für die kommenden Generationen: die Deponie auf der Insel Flotzgrün.
Sorgenkind für die kommenden Generationen: die Deponie auf der Insel Flotzgrün.

Grundwasser-Proben zwischen der BASF-Deponie auf der Insel Flotzgrün und dem Wasserwerk Speyer Süd waren im vergangenen Jahr mit Schadstoffen belastet. Das geht aus dem Bericht hervor, den ein Ingenieurbüro im Auftrag der BASF am Dienstagabend dem Römerberger Hauptausschuss gegeben hat. Das Unternehmen geht allerdings davon aus, dass es selbst im schlechtesten denkbaren Szenario erst in rund 150 Jahren dazu kommen wird, dass die Grenzwerte der Speyerer Brunnen überschritten werden. Ein Großteil der Schadstoffe wird derzeit über sieben sogenannte „Sanierungsbrunnen“ abgeschöpft (die RHEINPFALZ berichtete). Rund 130.000 Kubikmeter belastetes Wasser pumpt die BASF jährlich so nach oben und bringt es dann mit Schiffen zur werkseigenen Kläranlage nach Ludwigshafen. Neben dem Pflanzenschutzmittel Mecoprop, anhand dessen Armin Bender vom Fachbüro Björnsen Beratende Ingenieure den Sachverhalt exemplarisch schildert, wurden auch Sulfonsäuren und Dioxan/Trioxan gefunden. Es wurde beispielsweise eine Mecoprop-Konzentration von bis zu 0,69 Mikrogramm pro Liter gemessen. Nach der Trinkwasserverordnung sind 0,1 Mikrogramm zulässig. An der letzten Messstellen vor den Brunnen seien die Stoffe hingegen nicht mehr nachweisbar gewesen, so Bender. Anhand der Daten haben die Ingenieure Prognosen erstellt, wie sich die Wasserbelastung in den kommenden Jahrzehnten entwickeln könnte. Das Ergebnis: Sowohl im „günstigsten Fall“ als auch im „konservativen Fall“ bliebe die Schadstoffkonzentration weit unterhalb der zulässigen Grenzwerte. Im „Worst-Case“, also dem denkbar schlechtesten Fall, wäre eine Überschreitung der Grenzwerte im in rund 150 Jahren zu erwarten. Es bestehe also eine ausreichende Reaktionszeit, betont der Ingenieur. Damit es nicht zum „Worst Case“ kommt, plant die BASF, einen achten Sanierungsbrunnen an der betroffenen Flanke der Deponie in Betrieb zu nehmen. Außerdem, so Bender, soll das Messstellennetz an sechs Stellen weiter ausgebaut werden – was wegen Naturschutzauflagen in dem Gebiet nicht immer einfach sei. Sollte es tatsächlich dazu kommen, dass in Höhe der ersten Messstelle jenseits des Altrheinarms die Schadstoffkonzentration plötzlich zunimmt, könnten dort außerdem kurzfristig fünf Kubikmeter Wasser pro Stunde entnommen werden. Doch auf eine solche Entwicklung gebe es derzeit keine Hinweise, versichert Bender.

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