Karlsruhe 35 000 Muslime beten für Frieden

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Mit dem weltweit live übertragenen Freitagsgebet von Kalif Mirza Masroor Ahmad begann gestern in der Messe Karlsruhe die 40. Jalsa Salana (Hauptversammlung) der Ahmadiyya-Muslime in Deutschland. Mit bis zu 35.000 Teilnehmern aus rund 70 Ländern ist es die größte, regelmäßige Versammlung von Muslimen in Europa.

Die Ahmadiyya-Muslime sehen sich als liberaler, aber trotzdem wert-konservativer Zweig des Islam. Dazu gehört die strikte Trennung von Frauen und Männern beim Gebet. Der Dialog zwischen den Religionen wird jedoch als sehr wichtig betrachtet, außerdem geben sich Ahmadiyya als betont friedlich. Mit dem Treffen in Karlsruhe unter dem Motto „Liebe für alle, Hass für keinen“ wollen die Ahmadiyya ganz bewusst ein völlig anderes Bild des Islam vermitteln, als es von Pegida und Islamkritikern derzeit verbreitet wird. „Es soll kein Zwang sein im Glauben“, heißt es. Die Terroraktionen des Islamischen Staats werden auch deshalb scharf verurteilt. „Der IS hat mit dem Islam nichts zu tun“, sagt etwa der Bundesvorsitzende Abdullah Uwe Wagishauser, ein im badischen Salem geborener Konvertit. „Der IS ist eine politisch-terroristische Bewegung, die den Koran als Vorwand für seine Taten benutzt.“ Bereits der Gründer der Ahmadiyya-Bewegung, Mirza Ghulam Ahmad, habe Ende des 19. Jahrhunderts die friedliche Seite des Islam betont und sich gegen Anwendung von Gewalt ausgesprochen. Dieser Grundsatz gelte noch heute – und sei einer der Gründe, weshalb die Ahmadiyya in vielen Teilen der Welt von radikalen Strömungen im Islam abgelehnt und teilweise als Ketzer verfolgt würden, sagt Wagishauser. Auch die Versammlung in Karlsruhe steht unter dem Vorzeichen starker Sicherheitsvorkehrungen, wenn auch nicht mehr, als bei früheren Treffen. „Wir sind schon immer einer verstärkten Bedrohung ausgesetzt“, sagt Pressesprecher Muhammad Asif Sadiq. Immerhin sei die Glaubensgemeinschaft in Hessen als erster muslimische Gemeinde der Status einer Körperschaft öffentlichen Rechts zugesprochen worden. Inzwischen seien Kindergärten unter Leitung der Ahmadiyya geplant, mittelfristig sollen auch Schulen und Krankenhäuser gebaut werden. (win)

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