Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Zwei Rote Karten und ein starkes Kollektiv

Musste mit Rot vom Feld: Marco Holstein.
Musste mit Rot vom Feld: Marco Holstein.

Dank einer starken Torhüter- und Abwehrleistung hat sich Drittligist TuS Dansenberg am Samstag beim TV Kirchzell mit 25:18 (7:11) durchgesetzt. Die Hausherren waren bis zum Stand von 12:7 (31.) die spielbestimmende Mannschaft, ehe Dansenberg mit einem 11:1-Lauf zum 18:13 (47.) den Spielverlauf auf den Kopf stellte und einen klaren Sieg herauswarf.

„Wir wussten, dass Kirchzell eine sehr starke Heimmannschaft ist und eine mannbezogene 6:0-Abwehr spielt, gegen die du die Zweikämpfe gewinnen musst. Gefühlt war bei uns zunächst jeder mit sich selbst beschäftigt. Gegen Ende der ersten Halbzeit wurde es schon deutlich besser, danach sind wir dann so aufgetreten, wie ich mir das von Beginn an gewünscht hätte“, analysierte TuS-Coach Frank Müller.

Seine Mannschaft fand bis tief in die erste Halbzeit offensiv nicht statt, erlaubte sich bis zum Seitenwechsel neun technische Fehler und brachte bis zur 22. Minute nur magere drei Tore zustande. Beim Spielstand von 3:10 aus Sicht der Gäste drohte ihnen das Spiel noch vor dem Pausentee vollends zu entgleiten. „Ich habe der Mannschaft vor dem Spiel gesagt, dass ich heute sehen will, dass wir einen Schritt weiter sind und aus unseren Fehlern gelernt haben. Die ersten 20 Minuten waren zwar ein Schritt nach hinten, dafür haben wir im Anschluss dann zwei Schritte nach vorne gemacht“, sagte Müller im Hinblick auf die kollektive Leistungssteigerung seiner Truppe nach dem verschlafenen Auftakt.

Die Schlüsselszenen

Davon, dass der TV Kirchzell nach Spitzenreiter TuS Ferndorf die zweitbeste Offensive in der Südwest-Staffel stellt, war nach der Pause nichts mehr zu sehen. Unmittelbar nach dem Seitenwechsel ereigneten sich gleich mehrere Schlüsselszenen: Keine 30 Sekunden, nachdem TVK-Spieler Tom Spieß nach Foul an Gunnar Dietrich die Rote Karte gesehen hatte, flog Lauterns Marco Holstein in der 34. Minute ebenfalls mit glatt Rot vom Platz. Dass der gefoulte Tim Häufglöckler kurz darauf ausgetauscht werden musste, machte die Aufgabe für die Hausherren nicht einfacher. Der Mittelmann hatte zu diesem Zeitpunkt bereits acht Treffer erzielt. Dansenberg, das jetzt hinten sehr gut stand und in Torwart Michel Fiedler einen starken Rückhalt hatte, stellte den Spielverlauf jetzt förmlich auf den Kopf und drehte einen Fünf-Tore-Rückstand bis zur Mitte der zweiten Halbzeit in einen Fünf-Tore-Vorsprung (18:13/47.).

Neuzugang Mihail Ivanov wusste bei seinem Debüt zu überzeugen. Der bulgarische U20-Nationalspieler fügte sich nahtlos ein, verteidigte gut und steuerte zwei Treffer bei. „Was Mihail heute gespielt hat, war grundsolide. Wir werden ihn weiterhin auf- und einbauen“, erläuterte Müller, der „die gute Mannschaftsleistung“ hervorhob. Die meisten Treffer gingen auf das Konto von Fabian Serwinski, der sieben Tore erzielte.

Das Restprogramm

Bis zum Ende der Vorrunde stehen für die Schwarz-Weißen noch zwei lösbare Aufgaben gegen den Tabellenzehnten HSG Dutenhofen-Münchholzhausen II und das bislang sieglose Schlusslicht DJK Waldbüttelbrunn auf dem Programm. Der Rückstand auf Rang drei, den sich der TV Gelnhausen mit dem VfL Gummersbach II und der TSG Haßloch teilt, beträgt nur noch einen Punkt, der Vorsprung auf die Abstiegszone ist auf fünf Zähler angewachsen.

So spielten sie

TuS Dansenberg: Fiedler/Heringer (Tor), Serwinski (7/3), Claussen (5), Bösing (4), Steinführer, Dietrich, T. Holstein (je 3), Ivanov (2), Dettinger (1), M. Holstein, Reitemann

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