Kaiserslautern Zur Sache: Leerstandsmanagement in den Verbandsgemeinden

Ehrenamtliche Leerstandslotsen sind im „Marktplatz regional“-Gebiet derzeit ausschließlich in der Verbandsgemeinde (VG) Landstuhl im Einsatz. In den anderen VG-Verwaltungen in Kaiserslautern-Süd, Ramstein-Miesenbach und Weilerbach wird das Thema unterschiedlich behandelt. Ein Leerstandskataster wurde vor einigen Jahren in der VG Kaiserslautern-Süd angelegt. Darin wurden bis Ende Dezember 2013 alle leer stehenden und untergenutzten Gebäude in den Ortsgemeinden Krickenbach, Linden, Queidersbach, Schopp, Stelzenberg und Trippstadt erfasst. Als untergenutzt gelten zum Beispiel Bauernhöfe, bei denen nur noch das Wohnhaus bewohnt wird, die Stallungen aber leer stehen. „Das Leerstandskataster wird aber nicht weiter gepflegt“, sagt Bauamtsleiter Gerhard Schohl. Es sei damals Teil eines Masterplans gewesen, in dem – anders als in einem üblichen Flächennutzungsplan – auch die Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr, vorhandene Spielplätze oder eben Leerstände und Baulücken erfasst worden seien. Aber auch ohne ein aktuelles Kataster ist das Ziel nach wie vor, erst bereits vorhandene Bauten weiter zu nutzen, ehe neue Baugebiete ausgewiesen werden. Das entspricht den Vorgaben des rheinland-pfälzischen Landesentwicklungsprogramms. Explizit auf leer stehende Gebäude oder Baulücken hinweisen dürfe die Verwaltung in der VG Kaiserslautern-Süd Bauwillige jedoch nicht. Daher und aufgrund der demografischen Entwicklung rechnet Schohl auch in der Zukunft mit Leerstand. Zurzeit werde die Entwicklung jedoch von den vielen Flüchtlingen, die nach Deutschland strömen, hinausgezögert. Im Landkreis Kaiserslautern gelingt es noch, alle Ankommenden dezentral in Wohnungen unterzubringen. Dafür seien auch in der VG Kaiserslautern-Süd Häuser von der Verwaltung angemietet worden. „Ob das Leerstände waren, kann ich nicht sagen“, teilt Schohl mit, fügt aber hinzu, dass immer weniger Amerikaner Wohnungen und Häuser mieteten und deshalb „einiges frei“ sei. „Es ist momentan schon ein bisschen so wie Immobilienmaklerei“, sagt Ralf Hechler, der Erste Beigeordnete der VG Ramstein-Miesenbach, und meint damit einen großen Teil der Arbeit derjenigen, die sich im Rathaus der Verbandsgemeinde um die Unterbringung der Flüchtlinge kümmern. Leerstandslotsen, die zwischen Verwaltung und Eigentümern vermitteln, werden in Ramstein-Miesenbach nicht eingesetzt. „Die Ortsbürgermeister sind sozusagen unsere Leerstandslotsen“, sagt Hechler. In den einzelnen Gemeinden hätten die Verantwortlichen einen relativ guten Überblick über die Leerstände. Dass es besonders viele ungenutzte Gebäude in Ramstein-Miesenbach, Kottweiler-Schwanden, Steinwenden, Hütschenhausen und Niedermohr gebe, glaubt Hechler nicht, ohne eine genaue Zahl nennen zu können. Er verweist aber auf eine „hohe Vermietungsquote“. Außerdem zeigten die meisten Eigentümer von sich aus ein großes Interesse daran, ihre Immobilien nicht leer stehen zu lassen. Dezentral wird der Umgang mit leer stehenden Gebäuden auch in der VG Weilerbach angegangen. „Ein Leerstandsmanagement ist in der VG Weilerbach derzeit nicht vorhanden“, heißt es aus der VG-Verwaltung. Auch Leerstandslotsen auszubilden und einzusetzen, sei im Moment nicht geplant. Stehe ein Gebäude leer, kümmerten sich vornehmlich die Ortsbürgermeister um eine Lösung, in Einzelfällen auch gemeinsam mit der VG-Verwaltung. Dort, wo Dorfentwicklungspläne aktualisiert würden, spiele das Thema ebenfalls eine Rolle. (ipf)