Kaiserslautern Zur Sache: Erster Besitzer war kaiserlicher Lehensmann

Die Burg Nanstein wird meist nur mit Franz von Sickingen in Verbindung gebracht, der vor 500 Jahren hier den Tod fand. Dabei hatte der Nanstein vorher viele namhafte Besitzer, von denen einige durch ihr Wirken nicht nur in die regionale, sondern auch in die deutsche Geschichte eingingen. Kaiser Barbarossa machte den Nanstein einst zu einem Reichslehen, das zunächst nur an einen einzigen Mann verliehen wurde. Die Burg war dabei als Wohnsitz für einen Reichsministerialen und seine Familie vorgesehen. Ein Ministerialer diente seinem Herrn, indem er dessen Güter verwaltete. Ihm und der Besatzung von Burg Nanstein waren die Sicherung und das Geleit auf der Heerstraße von Einsiedlerhof bis Bruchmühlbach übertragen. Das Geleit mussten die Kaufleute auf den Straßen teils anfordern, teils wurde es ihnen aufgezwungen. Dieses an manchen Orten recht einträgliche Geschäft trug dazu bei, dass die Ritter standesgemäß leben, und die Burgen in gutem Zustand halten konnten. Als erstem gehörte Burg Nanstein dem Ritter Werner II. von Bolanden, einem der damals reichsten Vertreter seines Standes. Werner, der vermutlich von 1134 bis 1190 lebte und mit Guda von Weisenau verheiratet war, hatte einen umfangreichen Besitz, der von 45 Lehnsherren stammte und den er an eigene Vasallen weitergab. Der Ritter wird erstmals 1158 urkundlich erwähnt, als er sich am Mainzer Aufstand gegen den Erzbischof Arnold von Seelenhofen beteiligte. Er war ab 1163 regelmäßig im Gefolge Kaiser Friedrichs I. Es war also kein Wunder, dass Barbarossa ihm die Burg Nanstein übertrug. Werner war besonders bemüht, die staufische Politik am Ober- und Mittelrhein zu vertreten. Als sich Barbarossa auf einem Kreuzzug befand und Geld benötigte, wies er seinen Sohn Heinrich VI. an, ausstehende Forderungen im Reich mit Hilfe Werners von Bolanden einzutreiben. Der Ritter war auf vielen Hoftagen Friedrichs I. anwesend, so in Worms, Mainz, Frankfurt und Kaiserslautern. In der Folge war die Burg Nanstein im Besitz mehrerer Adliger, die sich das Lehen oft teilten. Das Lehnswesen war im Mittelalter eine weit verbreitete Gesellschaftsordnung. Beim Lehen übertrug der Grundeigentümer an den Lehnsmann die Nutzung eines Stückes Land oder eine Einnahmequelle. Dafür war der Empfänger zu ritterlichem Kriegsdienst und treuer Gefolgschaft verpflichtet. Ein solches Amt bestand meist lebenslänglich, konnte aber weiterverliehen werden. In einer Lebensbeschreibung des Werner von Bolanden ist 1190 ein Albert von Nannenstein erwähnt, der als bolandischer Lehensträger den Namen der Reichsfeste trug. 1197 wird ebenso ein Anselm Winterbecher von Nanstein genannt. Nach dem Urkundenbuch der Stadt Kaiserslautern tritt Heinrich von Nanstein 1219 als Zeuge bei der Schlichtung eines Besitzstreites zwischen dem Kloster der Prämonstratenser zu Lautern und Wirich I. von Daun auf. 1245 übernimmt Ritter Eberhard von Nanstein den gleichen Dienst.
