Kulturzentrum Kammgarn RHEINPFALZ Plus Artikel Zum Auspowern: Metal-Doppel mit Hammer King und den Burning Witches

Mit viel Energie: die Band Burning Witches um Sängerin Laura Guldemond im Kulturzentrum Kaiserslautern.
Mit viel Energie: die Band Burning Witches um Sängerin Laura Guldemond im Kulturzentrum Kaiserslautern.

Ein Metal-Abend, der in Erinnerung bleibt: Im Lautrer Kammgarn-Kasino gastierten die Schweizerinnen Burning Witches, stilvoll unterstützt von Hammer King aus Kaiserslautern.

Das Mittelalter ist gar nicht so weit entfernt von uns. Jedenfalls nicht, wenn man ein Konzert mit zumindest textlich einschlägig orientierten Metalbands besucht. Am Freitagabend waren gleich zwei davon in der Kaiserslauterer Kammgarn zu Gast: Die heimischen Mannen von Hammer King und die fünf Frauen der Schweizer Band Burning Witches nahmen die Menge im brechend vollen Kasino mit auf eine nicht nur thematisch beeindruckende Zeitreise – mit hochwertigem Heavy und Power Metal als unablässig fließendem Treibstoff.

Macht ihrem Namen Ehre: Die Kaiserslautrer Metalband Hammer King spielte vor den Burning Witches.
Macht ihrem Namen Ehre: Die Kaiserslautrer Metalband Hammer King spielte vor den Burning Witches.

Den Anfang übernahm die Kaiserslauterer Band Hammer King, die mehr als nur eine schlichte Vorband mit stimmungsmäßiger Eisbrecher-Funktion war. Erstens hatten Titan Fox V (Gesang), Gino Wilde und Marex van Ferum (beide Gitarre), Günt von Schratenau (Bass) und Count Ivo Shandor of Shandoria (Schlagzeug) ein Heimspiel vor treuem Publikum – das war schon mal ein Garant für eine gute Atmosphäre.

Große Show: Hammer King beim Heimspiel in der Kaiserslauterer Kammgarn.
Große Show: Hammer King beim Heimspiel in der Kaiserslauterer Kammgarn.

Zweitens hatte man neben dem gewohnt harten, aber eben auch in melodisch angenehmen Bahnen verlaufenden Personalstil-Rock mit mehrfach ans mittelalterliche Feudalsystem erinnernden Texten („Kingdom of the Hammer King“) auch noch ein paar nette Überraschungen mitgebracht. Neben heimelig leuchtenden großen Kandelabern auf der Bühne waren das die beiden das Bühnen-Personal showmäßig erweiternden Mitglieder Tia Wicked und Major Domus. Letzterer hatte die Aufgabe, den mittlerweile legendären großen Bühnen-Hammer, das Markenzeichen der Band, effektvoll zu schwingen. Danach erschien die Stimmung jedes Mal noch ein bisschen höher als gerade noch zuvor. Und die sollte dann sogar noch lange anhalten: Unmittelbar nach dem Auftritt sah man die auch weit außerhalb der Stadtgrenzen erfolgreichen Lautrer Musiker im Vorraum ausdauernd Autogramme geben und angeregte Fan-Gespräche führen.

Publikumsnah: die Burning Witches in Kaiserslautern.
Publikumsnah: die Burning Witches in Kaiserslautern.

Darauf ließ sich aufbauen. Die Hauptband des langen Abends hätte zwar gar keine „Aufheizer“ nötig gehabt, konnte aber dadurch vom Start weg auf hohem energetischen und musikalischen Niveau agieren. Dabei lieferten die fünf Musikerinnen sowohl musikalisch in Sachen Metal als auch thematisch in Richtung Mittelalter („Maiden of Steel“) mit der Vorgänger-Band Vergleichbares ab, was dem Abend eine besonders runde, permanent Energie liefernde Struktur verlieh.

Hitzig und hart klingt die Hexen-Band, die den 1980ern huldigt, aber durch viele eigene Elemente auf der Höhe der Zeit ist . Eine tragende rhythmische Welle nach der anderen wurde ins aufgekratzte Publikum geschleudert, wobei besonders Bassistin Jeanine Grob und Schlagzeugerin Lala Frischknecht einiges zu tun hatten. Pausenlos feuerten darüber die Gitarristinnen Romana Kalkuhl und Courtney Cox ihre Saitensalven von der Bühne herunter, wo sich alles zusammen mit einigen Off-Einspielungen und gezieltem Licht- und Nebelzauber zu einem musikalisch schwermetalligen, insgesamt Gold werten Gesamtkunstwerk zusammensetzte.

Einladung ans Publikum: Laura Guldemond von den Burning Witches in der Kammgarn.
Einladung ans Publikum: Laura Guldemond von den Burning Witches in der Kammgarn.

In vorderster Linie agierte Sängerin Laura Guldemond, die den gesamten Auftritt über in Ausdruck und Stimmstärke nicht nachließ, die Bühne und schließlich den ganzen Saal dominierte. Das hatte Stil, das kam an und hielt das Kasino bis zum Zugabenteil, der gerne etwas länger hätte sein dürfen, in Wallung.

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