Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Zentrale Abfallwirtschaft Kaiserslautern bietet viele Einblicke und Unterhaltung bei Erlebnistag

Angebote für alle: Beim Erlebnistag der ZAK kamen sowohl Kinder als auch Erwachsene auf ihre Kosten.
Angebote für alle: Beim Erlebnistag der ZAK kamen sowohl Kinder als auch Erwachsene auf ihre Kosten.

50 Jahre ZAK wurden mit einem Erlebnistag gefeiert. Von Musik bis zu Führungen und Einblicken in sonst verborgene Anlagen war für die ganze Familie viel geboten.

Viele Menschen pilgerten am Sonntag zur Zentralen Abfallwirtschaft Kaiserslautern (ZAK), die von 10 bis 18 Uhr ihre Pforten geöffnet hatte. Mit Kind und Kegel hielten sich etliche Familien stundenlang auf dem ZAK-Gelände auf. Es gab viel zu entdecken und zu bestaunen. Dafür sorgten neben der ZAK selbst auch regionale Vereine, Kooperationspartner und Freunde des Unternehmens. „Mir hat am besten gefallen, dass ich in Lastwagen und einem Feuerwehrauto sitzen durfte. Ich habe sogar einmal gehupt“, verriet der kleine Niklas aus Kaiserslautern, der stolz eine Tasche voller Geschenke und Gewinne von Aktionen und Wissensspielen präsentierte – darunter eine Brotdose und Gummibärchen. Dafür hatte der Junge mit einem Laubbläser einen Ball ins Tor befördern müssen. Mit einer Faltkarte mit allen Aktionspunkten und Wegen konnte Jennifer Hoffmann ihren Sohn von Erlebnis zu Erlebnis führen.

Mutige dürfen Klettern

Mitmachaktionen standen hoch im Kurs. Beim Förderverein der Feuerwehr Enkenbach-Alsenborn bekämpften Kinder mit Wasser aus einer Feuerwehrspritze symbolische Flammen. Der TiLu-Kletterpark bot besonders Mutigen an, mit Seilen gesichert einen präparierten Baum hochzuklettern. Im ZAK-Freilandklassenzimmer, das ganzjährig von Schulen gebucht werden kann, zeigte Umweltpädagogin Myriam Dorn, wie man aus alten Zeitungen Pflanztöpfchen bastelt. Mit Erde und Kressesamen befüllt durften sie mit nach Hause genommen werden. Im Garten des Klassenzimmers konnte man nach vergrabenen Materialien wie etwa Getränkedosen buddeln, um den Verrottungsprozess zu begutachten. Auf dem Sinnespfad hingegen kamen nackte Füße auf unterschiedlichen Böden zum Einsatz. Direkt daneben wurde eifrig am Glücksrad des Siegelbacher Zoos gedreht, wo es Eintrittsgutscheine für einen Zoobesuch zu gewinnen gab. Gut besucht war auch der Stand des Naturschutzbunds (Nabu) Kaiserslautern. Die Naturschützer bastelten dort mit Kindern kleine Insektenhotels zum Mitnehmen. Man mache hier gerne mit, sagte Vorsitzender Jürgen Reincke. Die ZAK sei sehr innovativ und vorbildlich.

Während sich die Kleinen bei Aktionen austobten und spielerisch Wissen über die Umwelt erlangten, nutzten sehr viele Erwachsene die angebotenen Führungen. Im 15- beziehungsweise 30-Minuten-Takt konnte man drei Stationen des Bioabfalls verfolgen: die Anlage der Bioabfallbehandlung und Methanisierung, das Biomasseheizkraftwerk und die Bioabfallkompostierung. Johannes Böhm führte den nie abreißenden Besucherstrom alle 30 Minuten durch die Anlage, in welcher der Bioabfall behandelt wird. Anhand anschaulicher Vergleiche mit einer Waschmaschinentrommel und einer Knoblauchpresse erklärte der Vorarbeiter unter anderem die VM-Presse. Interessiert verfolgten die Gäste die komplexen Vorgänge der Nassfraktion, die in den Zwischenspeicher gepumpt wird, und der Trockenfraktion, die im sogenannten Maulwurf landet. Das im Fermenter gewonnene Biogas werde größtenteils zur Abdeckung des eigenen Energiebedarfs verwendet. Ein Gasspeicherballon diene zusätzlich als Puffer. Überschüssiges Gas müsse momentan noch in einer Biogasfackel umweltfreundlich abgebrannt werden, erläuterte Böhm. Er wünsche sich, dass nur Bioabfall in der braunen Tonne landet. Zum Einwickeln von Bioabfällen böten sich Papiertüten und alte Zeitungen an.

Rundfahrten übers ZAK-Gelände

Dass die Geruchsbelästigung am Sonntag in den Hallen nicht übermäßig war, ging vor allem auf das Konto von „Teddy“. Mehrere Wochen hatte der für die Reinigung und Instandhaltung dieser Abteilung zuständige Mitarbeiter mit besonderen Großputzaktionen für diesen Tag verbracht. Mit 44 Jahren Betriebszugehörigkeit ist Hans-Werner „Teddy“ Leonhard der Dienstälteste unter den 150 ZAK-Mitarbeitern.

Neben der Verwertung des Bioabfalls und des Betreibens des Wertstoffhofes dient die ZAK als Umschlagplatz für Altpapier im Rahmen des Dualen Systems. Den Restmüll transportiere man selbst weiter zur GML GmbH in Ludwigshafen, wo er verbrannt werde.

Die Besucher konnten sich am Sonntag auch einen bequemen Überblick über das 100 Hektar große ZAK-Gelände verschaffen: Busse luden den ganzen Tag über zu Rundfahrten mit Erläuterungen ein. Foodtrucks, Eiswagen, Crêpes-Stand, Landfrauen-Kuchen und musikalische Unterhaltung in zwei großen Festzelten rundeten den Erlebnistag auf der „Knaudel“ ab.

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