Kaiserslautern Wo Kätzchen mit Schuppenfell entstehen

Malen wie Miró: Gabi Kassel (grünes T-Shirt) zeigt den Kindern im Ferienprogramm der VG Ramstein-Miesenbach den richtigen Pinsel
Malen wie Miró: Gabi Kassel (grünes T-Shirt) zeigt den Kindern im Ferienprogramm der VG Ramstein-Miesenbach den richtigen Pinselstrich.

Intensive Farben, Symbole, geometrische Formen – all dies kennzeichnet den Stil des spanischen Malers Joan Miró. Den lernten die Kinder im Ferienprogramm der Verbandsgemeinde Ramstein-Miesenbach (VG) kennen und setzten ihn mit eigenen Ideen um. Geleitet wurde der Workshop von Gabi Kassel, die Vorstandsmitglied des Fördervereins PalatiaArt ist.

Die zehn Kinder sitzen an Tischen im Veranstaltungsraum des Jugendbüros in Ramstein. Konzentriert umranden sie mit einem dicken, schwarzen Filzstift die Konturen ihrer farbenfrohen Kunstwerke. Wie der Großteil der zehn Kinder hat die elfjährige Sofie für ihren Hintergrund als Farbe Gelb gewählt. „Weil es so knallig ist“, meint das Mädchen lachend. Sofie nimmt zum dritten Mal an dieser Veranstaltung des Ferienprogrammes der VG teil, bei dem es darum geht, bekannte Künstler und ihre Art der Malerei zu entdecken. Die Teilnehmer zwischen acht und zwölf Jahren können zwischen den Farben Hellgrün, Hellblau oder Gelb als Hintergrund wählen. „Wir haben sie mit einem nassen Schwamm auf die Leinwand aufgetragen“, erzählt Sofie. Während die Grundierung trocknete, werden Schablonen von ihren Motiven angefertigt und mit Bleistift auf die Leinwand gezeichnet. Im Anschluss daran werden die Konturen mit einem dicken Filzstift nachgezogen. Dann geht es ans Ausmalen. Bereits zuvor hatte Gabi Kassel den jungen Malern erläutert, was den Künstler Miró ausmacht: die Stilelemente des Kubismus, also das Zerlegen von Objekten in geometrische Figuren, und des Surrealismus, bei dem Gegenstände oder Personen realitätsfern dargestellt werden. Auch arbeitete Miró mit den Grundfarben und verwendete immer wieder Symbole. All dies setzen die Schüler in ihren Bildern um. Sofie hat sich für zwei Papageien mit bunten Bäuchen entschieden, einen großen und einen kleinen. Genau wie das prominente Vorbild hat sie drum herum Sterne aus Strichen gezeichnet und weitere Symbole hinzugefügt. Ihre Freundin Tarja hat eine Schildkröte mit einem Meerjungfrauenschwanz und mit einem Bauch aus Mosaiksteinen gezeichnet. Farbenfrohe Bilder liegen auch vor Elena (11) und Charleen (10). Die Freundinnen haben Katzen gezeichnet, eine mit einem Knopfauge, die andere mit Fischschuppen als Fell. Auf Jovannas Bild sind ein Schmetterling, eine Blume und eckiges Gras zu sehen. „Ich mag Malen sehr und zeichne, was ich will, mehr so abstrakte Kunst“, erzählt die Zehnjährige, die aus dem Kunstunterricht viele Maler kennt. „Aber Miró nicht“, gesteht sie. Das will der Workshop ändern. „Ziel ist es, die Kinder für Kunst zu interessieren, sie sollen die Künstler kennenlernen und Form- und Farbgefühl entwickeln“, erklärt Kassel die Zielsetzung des Fördervereines PalatiaArt, der sich seit sechs Jahren am Ferienprogramm beteiligt. In den ersten drei Jahren stand das plastische Gestalten mit Stein und Mosaiken im Vordergrund, seitdem geht es um die Malerei. Kassel freut sich, dass die Hälfte der Kinder schon mehrmals in den Kursen des Ferienprogramms dabei war. Sie dürfen mit ihren Kunstwerken nach Hause gehen und da sind sich alle einig: „Die werden auf jeden Fall aufgehängt.“

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