Kaiserslautern „Wo er war – er malte“

Bilder eines Spätberufenen: Werke aus dem Nachlass des Malers Fritz Frölich werden derzeit im Altenzentrum St. Hedwig gezeigt. S
Bilder eines Spätberufenen: Werke aus dem Nachlass des Malers Fritz Frölich werden derzeit im Altenzentrum St. Hedwig gezeigt. Sohn Klaus und dessen Ehefrau Anita haben sie ausgewählt.

«Bännjerrück.» An den Kaiserslauterer Maler Fritz Frölich, der zwischen 1905 und 1976 lebte, erinnert eine Schau im Caritas-Altenzentrum St. Hedwig. Erstmals zeigt das Altenheim in seiner Ausstellungsreihe damit retrospektive Arbeiten eines bereits verstorbenen Künstlers. Die Auswahl aus dessen Nachlass trafen sein Sohn Klaus und seine Schwiegertochter Anita. Am Freitagabend eröffneten beide eine Vernissage mit starker Publikumsresonanz.

Im Café und Eingangsbereich des Caritas-Altenzentrums St. Hedwig führen Fritz Frölichs Ölbilder und Zeichnungen an den Wänden gleich einer Reise ins nahe und ferne Land. Diese beginnt sozusagen vor der Tür mit Motiven wie Rittersporn und Glockenblumen aus dem Jahr 1965. Es folgen frühlingshafte Szenen auf einem Gehöft in der Provence, die Stiftskirche Kaiserslautern bei Nacht oder der Spätherbst im Pfälzerwald, die vorderpfälzische Mandelblüte und Burg Lichtenberg bei Kusel und die Arena in Arles (Provence). Insgesamt dokumentieren die 36 ausgewählten Motive Erlebnismomente von Fritz Frölich, die jedoch alles andere als dokumentierende Abbilder sind. Jedes Bild geht über das reine Wiedergeben von Gegenständen, Gebäuden, Natur und Landschaften hinaus, vielmehr beseelte der Künstler seine Malerei mit persönlichem Empfinden. Und so entdeckt der Betrachter immer wieder Aspekte mit entsprechenden Eigenarten. „Wo er war – er malte“, erinnert sich sein Sohn Klaus und erzählte dem Publikum von einer Künstlerbiografie, die ebenso erstaunte, wie sie zu früh endete. Demnach begann die berufliche Laufbahn Fritz Frölichs wenig künstlerisch: Schule, Studium zum Maschinenbauingenieur, Direktor der Eisen- und Gehlenwerke, Kriegsjahre, Wiederbeginn als Hilfsarbeiter bei den Franzosen für einen Tag, Mitarbeiter eines Planungsbüros für das Lauterer Depot, Gründung des Stahl- und Apparatebaubetriebes Frölich und Quast. Erst 1957 kam der gebürtige Lauterer zur Malerei. Auslöser war eine Fotografie an einer Wand, wo er lieber ein Ölbild von Addi Schaurer gesehen hätte. Daraus entwickelte sich sein Werdegang zum Kunstmaler. Besser gesagt: zu einem Besessenen. „Wie andere Tagebuch führen, hat mein Vater gemalt,“ sagte Klaus Frölich. Der Ruhestand des Seniors im Jahr 1963 bedeutete „die große Freiheit“, so der Sohn. Er ging auf Malreisen mit Schaurer, traf sich mit Künstlern, die in der Pfalz Rang und Namen hatten. Der Spätberufene pflegte regen Austausch in der Kunstszene, holte das Studium unter anderem an der Kunstakademie in Straßburg und im Atelier du Midi Arles nach, wurde Gründungsmitglied der Vereinigung Pfälzischer Amateurmaler sowie der Künstlerkolonie in Elmstein und weilte – neben Orten in deutschen Landstrichen sowie in der Bretagne und Griechenland – jedes Jahr vier bis fünf Monate in seiner geliebten Provence. „Es gab kein Zuhausebleiben mehr.“ Fritz Frölich liebte das Malen im Freien. So zeigt es auch ein Selbstbildnis, das Mitte der 1960er-Jahre am Fuße der Burg in Burghausen entstand. Seinem Stil der gegenständlichen Malerei blieb er zeitlebens treu. Die Technik dagegen änderte er von anfänglicher Aquarell- zur späteren Ölmalerei. Sie macht übrigens auch den überwiegenden Anteil der jetzigen Ausstellung im Altenzentrum St. Hedwig aus. Termin Die Ausstellung „Fritz Frölich“ im Caritas-Altenzentrum St. Hedwig ist täglich zwischen 15 und 18 Uhr im Eingangs- und Cafébereich zu besichtigen.

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