Kaiserslautern
„Wir warten aufs Christkind“-Konzert in der Kammgarn ging unter die Haut
Dass sich manchmal eben doch etwas ändert, hatte die Unterbrechung des Kulturlebens durch die Pandemie gezeigt. Gitarrist und Entertainer Stephan Flesch äußerte sich gleich am Anfang des Konzerts darüber, wie sehr er und seine Band sich darüber freuen, hier endlich wieder in einem normalen Rahmen vor Live-Publikum auftreten zu können. Die damit verbundene positive Grundstimmung sollte den ganzen Abend über anhalten.
Sie ging nicht nur von Flesch aus – und das wusste das musikalische Urgestein auch zu würdigen. Daher stellte er seine Band gleich zu Beginn des Auftritts ausführlich vor. Da war zu allererst sein langjähriger Bühnenpartner, Sänger und Gitarrist Markus Ziegler. Da gab es die kleine Bläser-Sektion mit Nicole Johänntgen (Saxophon) und Lorenzo Ludemann (Trompete, Flügelhorn), da agierten die Rhythmiker Claus Fischer am Bass und Elmar Federkeil hinterm Schlagzeug und an den Percussions. Die Sound-Lücken des dichten Zusammenspiels füllte Wolfgang N. Dalheimer an den Tasten passgenau und sicher mittragend aus. „Ist das nicht eine sagenhafte Band?“, fragte Stephan Flesch gegen Ende des Konzerts rhetorisch ins Publikum. Die Antwort darauf gab der gesamte Auftritt der Gruppe.
Nur wenige Weihnachtstitel
Mit dem unterhaltsam moderierenden Flesch an der Spitze, Markus Ziegler und Isabel Fuchs mal solo, mal mit ihm zusammen gleichwertig dabei, und jenen verlässlichen Instrumentalisten hinter sich präsentierte das Oktett neben einem relativ kleinen weihnachtlichen Repertoire mit Stücken wie „Leise rieselt der Schnee“ und „Last Christmas“ vornehmlich internationale Unterhaltungs-Highlights zwischen dem Opener „Bridge Over Troubled Water“ bis hin zum mit stehendem Applaus bedachten offiziellen Schluss-Song „Angels“.
Dazwischen fehlte es wahrlich an nichts, was die Stimmung heben und halten konnte. Songs aus Filmen („Both sides now“) etwa, leicht Rockiges und funky Fetziges, unter die Haut Gehendes zum Mitsingen („Purple Rain“), Deutschsprachiges mit tieferem Sinn wie der mutmachende Udo-Jürgens-Klassiker „Immer wieder geht die Sonne auf“ mit Isabel Fuchs im Vordergrund. Den überließ Flesch im Übrigen immer wieder an diesem Abend gerne auch seinen Mitmusikern, die ihren Part perfekt zelebrierten.
Viele Gänsehaut-Momente
So entstand wieder einmal ein abwechslungsreiches, oft mit ungewohnten Interpretationen bekannter Songs angefülltes Qualitäts-Konzert mit dreiteiligem Zugabenteil und „Stille Nacht“ als absolutem Höhepunkt. Das war der letzte Gänsehaut-Moment nach ungezählten vorangegangenen in einem wieder einmal gelungenen Weihnachtskonzert mit Stephan Flesch, Markus Ziegler und Band.