Kaiserslautern „Wir müssen alle mitnehmen“

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Alle Jahre wieder am 1. Mai: Der DGB Westpfalz lädt am Freitag zur traditionellen Maikundgebung ein. Die Veranstaltung steht unter dem Motto „Die Arbeit der Zukunft gestalten wir“. Julia Luttenberger hat sich mit Michael Detjen, dem DGB-Regionsvorsitzenden, unterhalten.

Herr Detjen, welche Themen stehen in der Region aus Gewerkschaftssicht in kommender Zeit an?

Das werden mehrere sein. Zum einen wird uns das Thema Rassismus weiterhin beschäftigen. Im vergangenen Jahr hatten wir mit breiter Aufstellung deutlich gemacht, dass Kaiserslautern bunt ist. Ich finde es gut, dass sich viele Menschen in der Stadt für sozial Schwächere einsetzen. Das ist für uns als Gewerkschaft ebenfalls immer ein Thema. Wir müssen vor allem die Entwicklung der Arbeitslosigkeit im Blick behalten. Sie ist mit knapp zehn Prozent in Kaiserslautern zwar nicht schlechter geworden, wir sind aber noch weit vom grünen Bereich entfernt. Was müsste mit Blick auf die Arbeitslosigkeit passieren? Die Politik muss mehr dafür tun, um Arbeitsplätze zu schaffen. Es reicht nicht, eine Mall hinzustellen. Zwar entstehen immer mehr Firmen aus der Uni, der Hochschule und den Instituten, was sehr positiv ist, aber es bleibt die Frage, wo die Menschen eine Arbeit finden können, die geringer qualifiziert sind. Die dürfen wir nicht vergessen. Welche Möglichkeiten sehen Sie für diese Menschen? Wir müssen versuchen, sie mitzunehmen. Es werden immer mehr Fachkräfte benötigt, also müssen wir in die Aus- und Weiterbildung der Menschen investieren. Im aktuellen Tarifabschluss der IG Metall haben wir uns für das Thema Bildung stark eingesetzt und es in den Tarifabschluss aufgenommen. Wir müssen den Menschen eine Chance geben, die es in ihrer Jugend nicht geschafft haben, eine Ausbildung zu machen. Gleichzeitig müssen wir den Jugendlichen dabei helfen, Fuß im Arbeitsmarkt zu fassen. Welche Mittel gibt es, um diese Forderungen umzusetzen? Wir müssen uns als Region überlegen, wie wir besonders benachteiligte Menschen fördern und intelligente Förderungskonzepte wiederaufleben lassen. Durch Harz IV sind viele sinnvolle Sachen weggefallen, die Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen damals waren gar nicht so schlecht. Wir brauchen einen geförderten Arbeitsmarkt für diejenigen, die mit dem monetär geführten Arbeitsmarkt nicht fertig werden. Wir brauchen ein Instrumentarium, das sie nicht ausschließt, sondern integriert. Leiharbeit und Werkverträge müssen auf das Notwendige zurückgeführt werden, sachgrundlose Befristungen darf es nicht mehr geben. INFO Das Maifest des DGB Westpfalz findet am Freitag, 1. Mai, im Volkspark in Kaiserslautern statt. 10 Uhr: Ökumenischer Gottesdienst, ab 10.30 Uhr Kundgebung. Festrednerin ist Stefanie Nutzenberger (Bundesvorstand Verdi).

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