Kaiserslautern Wie die Fische im Wasser
«Queidersbach.» Schon immer war Michael Müller von Aquarien fasziniert und schon immer wollte der Queidersbacher ein Meerwasseraquarium haben. Diesen Wunsch hat sich Müller vor rund sechs Jahren erfüllt. Begonnen hat er mit einem 30-Liter-Becken, heute ist es zehnmal so groß – und, wenn es nach ihm ginge, könnte es noch größer sein, aber die räumlichen Gegebenheiten lassen das nicht zu. „Schon als Kind hatte ich ein Süßwasseraquarium“, erzählt Michael Müller, „und ich wollte schon immer ein Meerwasseraquarium haben. Das ist etwas ganz anderes.“ Auch seine Lebensgefährtin Annette Wick ist von dieser Unterwasserwelt mit ihren schillernden Farben und der Vielfalt an Lebewesen begeistert. „Man hat viel mehr Gestaltungsmöglichkeiten“, sagt sie und beschreibt damit dieses kleine Meer hinter Glas, das seit sechs Jahren seinen Platz im Wohnzimmer des Queidersbacher Paares gefunden hat. Das eigens angefertigte Becken ist 90 Zentimeter breit sowie 60 Zentimeter hoch und ebenso tief. Es fasst 300 Liter Wasser und wurde eigens für seinen Standort angefertigt. Bei einer Temperatur von 25 Grad Celsius tummelt sich ein Pärchen orange-weiße Anemonenfische – „zwei Nemos“, wie Müller scherzhaft in Anlehnung an den Animationsfilm „Findet Nemo“ sagt. Dann halten sich darin zwei eher unscheinbare Bagger-Grundeln in Bodennähe auf. Ihr Name geht auf das beständige Graben und Sieben des Sandes zurück. Außerdem ist da noch die Putzergarnele, die versucht durch das beständige Wedeln mit ihren Fühlern Fische anzulocken, um sie dann geflissentlich von Parasiten oder abgestorbenen Hautfetzen zu säubern. Im oberen Anteil des Aquariums schwimmen die grün-blauen Schwalbenschwänze und der stolze Kardinalbarsch zwischen Korallen, Anemonen und Lebendgestein hin und her, während am Boden die Partnergrundel aus ihrem Versteck herauslugt. Diese Fischart lebt mit Knallkrebsen in Symbiose, gemeinsam bewohnen sie selbstgebaute Höhlen. Für einen kurzen Moment lässt sich dann auch der Knallkrebs blicken, der mit ihr in einer Höhle in einer Wohngemeinschaft zusammenlebt. „Man hört das sogar, wenn er mit seinen Scheren knallt“, berichtet Müller. Dann sind da noch die Schnecken, die die Scheibe säubern und die Krebse mit teils kräftig blauen Beinen, die ihr Haus auf dem Rücken tragen. „Ich habe beim Anlegen darauf geachtet, dass das Aquarium mit dem Besatz pflegeleicht und robust ist“, erzählt Müller. Einen Teil der Anemonen, des Lebendgesteins und der Korallen hat er von Mitgliedern der Meerwasseraquarianer Saar & Pfalz, denen er und Wick seit knapp drei Jahren angehören. Durch einen Hinweis auf einen Fachvortrag ist er auf den Verein aufmerksam geworden. Das Paar kennt die Vorteile einer Mitgliedschaft: „Man tauscht sich aus, bekommt Tipps und steht nicht alleine da. Bei Problemen hat man jemanden, den man fragen kann und kriegt Hilfe.“ Ein Meerwasseraquarium sei im Vergleich zu einem Süßwasseraquarium in der Anschaffung teurer, aber: „Wenn es richtig läuft, macht es weniger Arbeit.“ Kostenintensiv sei vor allen Dingen die Beleuchtung. Bei Müller ist es eine LED-Lampe mit einem 24-Stunden-Programm, die Tag und Nacht sowie Sonnenschein und bewölkten Himmel simuliert. Die Technik mit Pumpe, Dosierpumpe und speziellen Zusätzen ist im Schrank unter dem Becken untergebracht. Den Pflegeaufwand für seine Unterwasserwelt hält er für überschaubar. „Das wichtigste ist der Eiweißabschäumer“, unterstreicht der 49-Jährige. Dieses Gerät, das dem Wasser organische Abfälle entzieht, muss zweimal wöchentlich gereinigt werden. Zudem überprüft er einmal in der Woche den Salzgehalt, kontrolliert regelmäßig Karbonathärte und Wasserstand und tauscht in Abständen von rund zwei Wochen einen kleinen Teil des Wassers aus. Müller ist froh, dass das System stabil ist und dass sich die Korallen miteinander vertragen. Die Planung für sein Aquarium sind abgeschlossen: „Jetzt kommt nichts mehr dazu“, sagt er.