Kaiserslautern RHEINPFALZ Plus Artikel Westpfalz-Klinikum verringert sein Defizit deutlich – Jahresabschluss 2019 über Plan

Der neue Hybrid-Operationssaal hat das Westpfalz-Klinikum insgesamt rund 5,5 Millionen Euro gekostet – im Herbst ist er eingewei
Der neue Hybrid-Operationssaal hat das Westpfalz-Klinikum insgesamt rund 5,5 Millionen Euro gekostet – im Herbst ist er eingeweiht worden. Seitdem wird dort operiert.

Eine schwarze Null ist es zwar noch nicht, aber der Jahresabschluss 2019 des Westpfalz-Klinikums liegt deutlich über dem Plan. Bis Mitte März sah es in diesem Jahr sogar noch besser aus. Doch dann kam Corona ...

„Die Bilanz 2019 ist wesentlich besser ausgefallen, als die im Jahr zuvor“, sagt der Geschäftsführer des Westpfalz-Klinikums, Peter Förster: „Wir sind zwar immer noch defizitär, aber liegen besser, als es der Plan vorgesehen hatte.“ Das Westpfalz-Klinikum mit seinen Standorten Kaiserslautern, Kusel, Kirchheimbolanden und Rockenhausen hat 2019 rund 2,2 Millionen Euro Verlust gemacht. Förster: „Doch die Tochtergesellschaften haben das abgemildert, unterm Strich bleibt für 2019 ein Fehlbetrag von einer Million Euro.“

Die Tochterunternehmen, beispielsweise die Westpfalz-Klinikum Pflege GmbH, die Westpfalz-Klinikum Instrumentenaufbereitungs-GmbH oder die Medizinischen Versorgungszentren, erwirtschaften laut Förster „eine schwarze Null oder können etwas zur Mutter dazugeben“. Als rentabelste Tochter nennt der Geschäftsführer für 2019 die Seniorenresidenz. Im Laufe der Jahre sind immer wieder neue Tochtergesellschaften dazugekommen, was nicht unumstritten sei, räumt Förster ein – aber es helfe dem Konzern, wie sich nun zeige. Das Defizit 2019 verringert das Eigenkapital des Westpfalz-Klinikums, das aktuell noch bei rund 8,9 Millionen Euro liege. Förster: „In die Situation, dass das Eigenkapital aufgebraucht ist, will ich nicht kommen.“

Insgesamt wurden 2019 an den Standorten des Krankenhauses rund 17 Millionen Euro investiert, davon 11,2 Millionen an Eigenmitteln. Wie berichtet, sind im vergangenen Jahr gleich mehrere Großgeräte angeschafft worden, darunter zwei Magnetresonanztomografen (für 2,6 Millionen Euro), zwei Linearbeschleuniger für Krebstherapien (mit Baumaßnahmen rund 3,1 Millionen Euro), ein Operationsroboter (gut vier Millionen Euro) und dazu noch die Neugestaltung der Radiologie. Für den im Herbst in Betrieb gegangenen Hybrid-Operationssaal wurden 2019 noch einmal 2,2 Millionen fällig, bei Gesamtbaukosten von rund 5,5 Millionen Euro.

„Wir sind zufrieden“, sagt Förster, „denn nach 2018 hat keiner bei uns damit gerechnet, dass wir 2019 den Wirtschaftsplan schaffen.“ Dabei gebe es keine Erklärung, wieso das Jahr 2018 so schlecht ausgefallen ist. Förster: „Bis heute können wir das nicht nachvollziehen.“ Allerdings wirke der Sprung von einem schlechten zu einem guten Jahr umso mehr. Es habe 2019 jedenfalls deutlich mehr Behandlungen gegeben, als im Vorjahr. Dieser Trend habe sich auch in den ersten zehn Wochen 2020 fortgesetzt, erläutert Förster. Im RHEINPFALZ-Gespräch im Februar hatte der Geschäftsführer sich noch gefreut: „Wir sind fast komplett belegt.“ Mit dieser Belegung und einer überschaubaren Anzahl an Investitionen sei bis zum Jahresende eine ausgeglichene Bilanz möglich gewesen, schildert Förster. „Doch dann kam Corona.“

Wie der Jahresabschluss 2020 nun aussehen wird, vermag Förster keine Prognose abzugeben. Der von der Politik versprochene Schutzschirm für Krankenhäuser, die in Corona-Hochzeiten Betten freihalten und geplante Operationen absagen mussten, „fängt an zu bröckeln“. Pro Bett das wegen Corona-Vorgaben frei gehalten wurde, seien 560 Euro am Tag zugesagt. Förster: „Um wirtschaftlich zu arbeiten brauchen wir zwischen 800 und 900 Euro am Tag.“ Dazu kommen die Mehrausgaben für Schutzausrüstung. „Wir haben uns an alle Anweisungen und Vorgaben der Politik gehalten“, sagt Förster, „und werden nicht kostendeckend dafür entlohnt. Das ist ärgerlich.“ Die über Wochen entfallenen geplanten Operationen könnten in den kommenden Monaten nicht alle aufgefangen werden.

Peter Förster, Geschäftsführer des Westpfalz-Klinikums: „Wir sind zwar immer noch defizitär, aber liegen besser, als es der Plan
Peter Förster, Geschäftsführer des Westpfalz-Klinikums: »Wir sind zwar immer noch defizitär, aber liegen besser, als es der Plan vorgesehen hatte.«
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