Reichweiler
Wenn der Osterhase auf den Sonnenkönig trifft: von bunten Eiern und historischen Begebenheiten
Was macht man, wenn man schon immer geschichtsinteressiert war und einen dann plötzlich die Lust packt, ein Buch mit einer gesunden Prise Humor zu verfassen, das im Frühjahr erscheinen soll? David Hoffmanns Antwort darauf war die Geschichte des Osterhasen zu erzählen, der Monarchen, Künstler, Philosophen und Co. aus längst vergangenen Zeiten trifft. Anders als der Titel des Buches „Die Zunft der Osterhasen – von bunten Eiern und historischen Begebenheiten“ vermuten lässt, finden sich zwischen den Seiten keine Sachgeschichten. Die Handlung ist fiktiv ergänzt worden, auch wenn die Personen und Orte tatsächlich existieren oder existiert haben. Mit einem Augenzwinkern hat der 34-jährige Berufsschullehrer die Dialoge zwischen Menschen und Hasen verschriftlicht. In den Kommentaren, die sich in Fußnoten befinden, spiegelt sich der Humor des Autors, der Situationen überspitzt darstellt oder in den Kontext der damaligen Zeit setzt.
Heitere Reise durch die Vergangenheit
„Das Tier wird zu Beginn von seinem Gegenüber oft skeptisch betrachtet. Gewisse Vorurteile müssen überwunden werden, damit Freude an den Ideen des Hasen aufkommen kann“, berichtet Hoffmann. So ereignet sich in einem Kapitel ein Gespräch zwischen dem Langohr und dem Freiherrn Botlmundt von Fresenich, den die Erzählungen über ein besonders aggressives Kaninchen haben vorsichtig werden lassen. Die Kinder in der Geschichte begegnen dem Tier und seinen bunten Eiern unvoreingenommener. Und so reist Hoffmann gemeinsam mit dem Leser und verschiedenen Osterhasen wie Meister Eckibald der Flinke oder Lambertus durch die Vergangenheit, trifft Hasen mit Adelstiteln, philosophiert mit Kant und landet schließlich in der heutigen Zeit.
Über die Jahrhunderte fällt auf, dass jedes Tierchen mit verschiedenen Hindernissen, wie den „EU-Farbverordnungen“ konfrontiert wird. Die Hasen streben jedoch stets danach, das Beste aus ihrer Situation zu machen. Genau diese Erkenntnis ist auch David Hoffmanns Botschaft. „Ich denke, es ist wichtig, die kleinen Dinge zu schätzen und das Gute im Schlechten zu suchen“, erklärt er. Den Lesern stellt sich dennoch im Verlauf des Werkes öfter die Frage, was wahr ist und welche Stellen dazugedichtet sind. Es war nicht vordergründig Hoffmanns Ziel, den Konsumenten der Literatur dazu zu bringen, zwischen Fiktion und Wahrheit zu unterscheiden. Vielmehr wollte er einen Grund zum Schmunzeln liefern.
Viel Zeit in die Recherche investiert
„Es gibt wirklich verdammt viele Kinderbücher zum Thema Ostern. Mein Buch sollte wohl eher ab dem Jugendalter gelesen werden, da ein gewisses historisches Hintergrundwissen beim Verständnis hilft. Je mehr du dich für Geschichte interessierst, desto mehr kannst du lachen“, erklärt Hoffmann. Gut neun Monate hat er sich mit seinem ersten Werk beschäftigt. Inspiriert hat ihn dazu auch sein Bruder Marius, der im vergangenen Jahr einen Thriller veröffentlicht hatte. Das ganze Unterfangen wurde zu einem Familienunternehmen, und selbst David Hoffmanns Ehefrau Annika kam bei der Gestaltung des Covers zum Einsatz. Das Lektorat übernahmen Bekannte.
Der Autor habe viel Zeit in die Recherche investiert, um den Zeitgeist der jeweiligen Epoche möglichst akkurat darzustellen. Bei der Auswahl der Protagonisten musste er Entscheidungen treffen, da mehr Persönlichkeiten auf der Liste standen, als ins Buch gepasst hätten. Die Grundlage für einen zweiten Teil? Für ein zweites Buch auf jeden Fall, wenn thematisch vielleicht auch neue Gebiete entdeckt werden könnten. Hoffmann zumindest hat Spaß am Schreiben gefunden und kann es sich vorstellen. Dennoch will er nach der Veröffentlichung kurz verschnaufen und seine Zeit in weitere Projekte außerhalb der Literatur stecken, die noch anstehen.